Noch vor dem ersten Rennen 2026 wurden hinter den Kulissen Fahrerverträge für 2027 vorbereitet. Bei allem Neuigkeitswert dürfte das dem Sport mehr Schaden als Nutzen bringen. Ein Kommentar.
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Stefan Bradl (33) hielt sich im ersten Freitag-Training in Assen auf der LCR-Honda von Alex Rins noch vor Marc Márquez, doch im FP2 rutschte er auf Platz 21 ab und ließ nur noch die beiden Ersatzfahrer Iker Lecuona (Repsol Honda) (GASGAS Tech3) und Jonas Folger hinter sich.
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"Die zweite Session ist erst eine halbe Stunde vorbei, und ehrlich gesagt, es ist nicht immer leicht, dann beim Medium Scrum in Ruhe alles zu analysieren. Also muss ich jetzt aufpassen, was ich sage", seufzte der Bayer. "Ja, am Ende erwartet man natürlich mehr und erhofft sich mehr, und man will mehr. Aber nachher fällt es schwer, die Realität so zu akzeptieren, wie sie ist. Nach einer oder zwei Stunden geht’s dann eh wieder. Aber im ersten Moment ist es schwierig, die ganze Situation in Worte zu fassen. Klar, ich kann jetzt erwähne, dass meine Bike-Konfiguration nicht so wunderbar und nicht meine bevorzugte ist, kann ist mir bewusst: Wenn ich mir einen Spezifikation raussuchen könnte, macht es am Ende wahrscheinlich keinen Zeitunterschied aus."
"Es bliebt uns nichts anderes übrig, als alles in unsere Macht stehe zu unternehmen, um irgendwie näher an die Spitze ranzukommen. Aber mit Ernüchterung muss man sagen, das ist dann immer mit sehr viel Risoko verbinden. und irgendwann kommst du an den Punkt, an dem man sich fragen muss. Soll ich das Risiko eingehen, um vielleicht 0,2 sec schneller zu sein. Das reicht ja trotzdem nicht." "Ich habe gestern schon erwähnt: Wenn es mich kalten lassen würde… Aber ich bin halt nicht happy mit Platz 21. Das wurmt mich halt ein bisschen. Ich will mehr. Fahrerisch geht auch mehr, das merke ich. Aber wir stehen an. Das zu akzeptieren, ist auf Dauer nicht so leicht. Es muss jetzt irgendwann einmal besser werden."
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Stefan Bradl schaffte beim WM-Finale 2020 in Portimão noch einen starken siebten Platz als Márquez-Ersatz bei Repsol-Honda. In den letzten zwei Jahren brauste er fast immer an den Punkterängen vorbei – und sogar Seriensieger Marc Márquez ist in der WM auf Platz 19 abgerutscht.
Noch vor dem ersten Rennen 2026 wurden hinter den Kulissen Fahrerverträge für 2027 vorbereitet. Bei allem Neuigkeitswert dürfte das dem Sport mehr Schaden als Nutzen bringen. Ein Kommentar.
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Das heisst: Bei Honda herrscht seit mindestens 2,5 Jahren technischer Stillstand.
Bradl: "Ja, die Konkurrenz ist schneller geworden, wir nicht. Das ist ja kein Geheimnis. Letztes Jahr bin ich hier im Qualifying 1:33,0 min gefahren. jetzt bin ich bei 1:33,5 min. Die Zahlen lügen nicht. Und es ist auch vom Gefühl her so: Es kommt von Honda nichts, dass es dir mal leichter fällt. Es ist so viel harte Arbeit nötig, du musst so viel Aggressivität einsetzen. Und das Motorrad gibt dir nichts zurück." Bradl setzt kein Kalex-Chassis ein, das japanische Chassis von Alex Rins scheint sogar Baujahr 2022 zu sein.
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Wie kann ein Hersteller wie Honda derartig abstürzen? "Der Abstieg war ein Prozess, der schon 2019 oder 2020 losgegangen ist. Oder vielleicht schon früher, keine Ahnung. An irgendeinem Punkt sind wir falsch abgebogen. Da haben wir einen Schlenker gemacht und nie mehr den Weg zurück in die Spur gefunden." Der schwache Trost für Stefan: "Ducati hat 2022 den Titel gewonnen. Vorher haben sie auch 15 Jahren gebraucht, um den Erfolg von 2007 mit Stoner zu wiederholen. Das war ja auch irgendwie komisch. Manchmal verstehe ich das auch nicht." Mental ist das ständige Fahren am Limit wegen der pausenlosen Sturzgefahr mit der Honda sehr aufreibend. "Es schlaucht schon. Aber ehrlich gesagt, das Fahren ist in dieser Situation mental eher ermüdend als körperlich." MotoGP, kombinierte Zeiten nach FP2, Assen (23. Juni):
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