Massimo Rivola: Was läuft bei Aprilia 2023 schief?
Letztes Jahr um diese Zeit galt Aleix Espargaró als stärkster Herausforderer von WM-Leader Fabio Quartararo. Jetzt ist er WM-Achter. Aprilia-Rennchef Rivola zieht eine kritische Bilanz der Situation.
Am vergangenen Wochenende fand in Kuala Lumpur das große MotoGP-Saisonstartevent statt. SPEEDWEEK.com-Autor Adam Wheeler mit einer Bewertung der visuell opulenten Eröffnungsveranstaltung.
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Vor einem Jahr gewann Aleix Espargaró auf der Werks-Aprilia im April den Argentinien-GP, er brauste dazu bei den ersten acht Grand Prix viermal auf Platz 3 und hatte zu diesem Zeitpunkt bereits 114 Punkte auf dem Konto. Nach der Dutch-TT ging er als WM-Zweiter in die Sommerpause. Diesmal reiste der 34-jährige Spanier als WM-Achter aus den Niederlanden ab, nachdem er dort am Sonntag den ersten Podestplatz in diesem Jahr erbeutet hatte – weil Brad Binder (KTM) von Platz 3 auf 4 strafversetzt wurde. Wenn man die Samstag-Punkte zum Vergleich abzieht, hat der Haudegen erst 55 WM-Punkte erbeutet.
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Im Interview mit SPEEDWEEK.com analysiert Massimo Rivola, seit Januar 2019 CEO von Aprilia Racing, die Situation in der MotoGP-WM und die Schwachstellen der RS-GP23. Massimo, du hast mir gegenüber kürzlich erwähnt, die schwächeren Ergebnisse von 2023 hätten nichts mit dem Verlust der "concessions" zu tun. Das habe andere Gründe. Welche?
Zuerst glaube ich nicht, dass wir an Performance verloren haben. Ich denke, dass wir uns gegenüber 2022 sogar verbessert haben. Gleichzeitig lässt sich nicht leugnen, dass die Ergebnisse nicht so gut sind wie im letzten Jahr. Aber wir müssen ehrlich sein und beobachten, was die Konkurrent treibt.
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Wir haben gesehen, dass KTM einen Schritt nach vorne gemacht hat. Sie sind ganz klar besonders die besten Starter im Feld. Im aktuellen Format, ist die Hälfte des Jobs erledigt, wenn du gut startest.
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KTM-Berater Heinz Kinigadner betonte: Wir haben schon 2022 die besten Starts hingelegt, aber es ist keinem aufgefallen, weil Binder und Oliveira meist nur aus der fünften Reihe losgebraust sind.
(Er lacht). Ja, ja, das ergibt Sinn. Es ist auch wahr, dass heute die letzte oder langsamste der acht Ducati ab Mitte des Vorjahrs ganz klar das beste Motorrad im Feld war.
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Was die Performance betrifft, haben also viele Gegner einen Schritt nach vorne gemacht. Ich glaube, unser Schritt war nicht so groß. Wir haben uns zwar verbessert, aber unser Motorrad hat gewisse Charakteristiken. Es ist zum Beispiel nicht der Fall, dass wir am Freitag schneller sind als am Sonntag oder am Samstag. Du erinnerst dich an Yamaha: Sie waren oft am Freitag bei gewissen Verhältnissen schnell, aber unter Rennbedingungen sind sie langsamer gewesen, wenn sie nicht an erster Stelle lagen. Das hat mit der Charakteristik unseres Bikes zu tun. Aleix Espargaró klagte schon beim zweiten Sprint Race der Saison in Argentinien: "Die Aprilia ist kein Sprint-Bike." Warum ist das so? Ist es schwieriger als erwartet, am Samstag und dazu am Sonntag konkurrenzfähig zu sein?
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Ich denke, zuerst einmal musst du auf dem Grid weit vorne stehen und dann gut starten. Das sind zwei Dinge, die uns nicht gelingen. Da fehlen uns 50 Prozent – oder noch mehr. Deshalb leiden wir im Sprint ganz besonders, das ist klar. Wie ich erwähnt habe, hat unser Bike eine gewisse Charakteristik. Wir können bei frischer Luft sehr schnell sein, also wenn unsere Fahrer nicht in einem Pulk eingeklemmt sind. Und sie leiden in den Kurven mit V-Form stärker als in Kurven, die eher wie ein U aussehen. Kurz gesagt: Um die Vorzüge unseres Motorrads ausspielen zu können, müssen wir in Führung sein und nicht hinten. Und das passiert momentan nicht.
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Mir müssen uns anstrengen, um das zu ändern. MotoGP-Ergebnisse, Assen (25. Juni): 1. Bagnaia, Ducati, 26 Rdn in 40:37,640 min 2. Bezzecchi, Ducati, + 1,223 sec 3. Aleix Espargaró, Aprilia, + 1,925 4. Brad Binder*, KTM, + 1,528 5. Martin, Ducati, + 1,934 6. Alex Márquez, Ducati, + 12,437 7. Marini, Ducati, + 14,174 8. Nakagami, Honda, + 14,616 9. Morbidelli, Yamaha, + 29,335 10. Augusto Fernández, KTM, + 33,763 11. Savadori, Aprilia, + 35,084 12. Raúl Fernández, Aprilia, + 39,622 13. Bradl, Honda, + 42,504 14. Folger, KTM, + 45,609 – Di Giannantonio, Ducati, 8 Runden zurück – Lecuona, Honda, 12 Runden zurück – Oliveira, Aprilia, 14 Runden zurück – Bastianini, Ducati, 20 Runden zurück – Viñales, Aprilia, 23 Runden zurück – Quartararo, Yamaha, 24 Runden zurück – Zarco, Ducati, 24 Runden zurück – Miller, KTM, 25 Runden zurück *= ein Platz zurück ("track limits"-Vergehen) Ergebnisse MotoGP-Sprint Assen (24. Juni):
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