Uccio Salucci: Struktur und Zusammenarbeit bei VR46

Von Nora Lantschner
Alessio «Uccio» Salucci spricht über die Rollenverteilung bei Mooney VR46 und der VR46 Riders Academy und das Verhältnis der Rossi-Schüler, die besonders im Fall von Bagnaia und Bezzecchi auf der Strecke Rivalen sind.

Bis zum Vorjahr war Alessio Salucci nicht nur Team Director des Mooney VR46 Racing Teams, sondern gleichzeitig auch noch als Sportdirektor in die VR46 Riders Academy involviert. Seit 2023 sind die Rollen klarer verteilt, auch um Interessenskonflikten vorzubeugen, wenn es etwa um die Zukunft des WM-Dritten Marco Bezzecchi geht.

«Das hat sich ein bisschen verändert, weil die Sache doch ziemlich groß geworden ist», hielt «Uccio» im Gespräch mit SPEEDWEEK.com fest. «Wir haben also beschlossen, die Rollen etwas aufzuteilen, weil es schwierig geworden wäre, so weiterzumachen. Ich bin also im Team geblieben und Carlo Casabianca, der Trainer, hat die Verantwortung für die Academy übernommen. So ist es viel besser für mich und für die Academy, aber vor allem auch für die Jungs.»

Übrigens: Auch innerhalb der Managementabteilung der VR46 Riders Academy gibt es unterschiedliche Referenzpersonen für die Fahrer. So kümmert sich etwa Francesco Secchiaroli hauptsächlich um die Belange von Bezzecchi und Marini, während für Bagnaia und Morbidelli Gianluca Falcioni die Verhandlungen führt.

Uccio, die Rollen bei VR46 wurden also neu und damit klarer definiert?

Ja. Wir waren ja immer eine Gruppe von Freunden, die immer alles ein bisschen zusammen gemacht hat. Das war auch unsere Stärke – bis zu einem gewissen Punkt. Die Dinge haben sich aber verändert und sind etwas größer geworden. Deshalb war es auch richtig, die Situation intern bei VR46 etwas zu verändern und die Rollen aufzuteilen – zu unserem Besten, aber hauptsächlich auch für die Jungs.

Hat diese Aufteilung auch Auswirkungen auf das Team, ist es zum Beispiel möglich, dass künftig einmal Fahrer im VR46 Racing Team fahren, die nicht aus der VR46 Riders Academy stammen?

Absolut, ja, das wird möglich sein. Die Academy wird jetzt sicher auch wieder beginnen, nach jungen Talenten zu suchen, wie wir es in der Vergangenheit gemacht haben. Ich glaube aber, dass es dafür Zeit braucht. Nach Marini und Bezzecchi hoffe ich, dass Vietti kommen wird. Wir werden aber auch mit Fahrern im Team arbeiten müssen, die nicht aus der Academy kommen.

Du bist Teamdirektor von Marco Bezzecchi, kennst natürlich aber auch Francesco Bagnaia als VR46-Schützling sehr gut. Wie siehst du das Verhältnis zwischen «Bez» und «Pecco»? Früher war es ja nicht üblich, mit den Titelrivalen so gut befreundet zu sein und im Training zusammenzuarbeiten, das weißt du besser als ich.

Ja, wir haben vor vielen Jahren damit begonnen, den Fahrern zu erklären, dass diese sportlichen «Kriege» nichts mehr bringen. Man muss versuchen zusammenzuarbeiten und den größten Respekt vor den Rivalen zu haben. Und als Academy gelingt uns das, es geht dabei aber nicht nur um Pecco und Bezzecchi. Wir haben wir ja auch Marini und Bezzecchi in der Box und es herrscht eine schöne Atmosphäre, sie respektieren sich.

Wir sind sehr glücklich, dass wir es zumindest bisher so hinbekommen haben. Falls sie morgen anfangen zu streiten, werden wir sehen, wie wir es managen. (Er schmunzelt.) Davon gehe ich aber nicht aus, weil es intelligente Jungs sind, die zusammen groß geworden sind. Das ist ein Aspekt, der viel ausmacht. Sie respektieren sich und haben gesehen, dass einer den anderen mitzieht und sie sich gegenseitig helfen können.

Dass die Fahrer auch zu Hause zusammenarbeiten, ist mit Sicherheit ein Schlüssel für den Erfolg von VR46.

Klar, da stimme ich absolut zu. Das hilft sehr, dass sie auch zu Hause immer beisammen sind. Sie verbringen neun Stunden am Tag miteinander beim Training. Wenn du so viel Zeit zusammen verbringst, entstehen auch Freundschaft und Respekt.

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