Fabio Quartararo (Yamaha/10.): Zwei Runden auf Slicks

Von Rolf Lüthi
Als das Fahrerfeld in Motegi nach einer Runde in die Boxengasse zum Motorradwechsel abbog, entschied sich Fabio Quartarao anders als die Mehrheit – und falsch, wie sich herausstellte.

Aus der 14. Position ging Fabio Quartararo aus der fünften Reihe ins Rennen. Als die meisten Fahrer unter Führung von Jack Miller schon nach der Startrunde zum Motorradwechsel in die Boxengasse abbogen, setzte der Franzose auf Slicks das Rennen fort und wurde darum kurzzeitig auf Platz 2 geführt.

Der Weltmeister von 2021 erkannte schon bald, dass sich sein Risiko nicht auszahlen würde, und holte nach einer weiteren Runde ebenfalls die auf Regenreifen bereitstehende zweite Werks-Yamaha ab und fiel an die drittletzte Stelle zurück. Von dort konnte sich «El Diablo» kontinuierlich nach vorne schieben. Nach Runde 12 hatte er sich auf den zehnten Platz vorgeschoben, die letzte gefahrene Runde, die 13., wurde nicht gewertet.

«Was für ein Durcheinander», schnaubte Quartararo nach dem Rennen. «Ich kann nicht verstehen, warum wir unter diesen Bedingungen um 15 Uhr das Rennen fahren müssen, wenn wir doch wissen, dass es um 17 Uhr dunkel sein wird», beurteilte er den Ablauf aus Sicht des Rennfahrers. «Das ist unmöglich zu verstehen.»

Auf die Frage, ob er nicht einen Fehler gemacht hätte, als er eine Runde länger auf Slicks auf der Piste blieb, statt mit der Mehrheit des Fahrerfeldes schon nach der Startrunde auf das Regenmotorrad zu wechseln, antwortete Quartararo: «Der Regen war nicht wirklich stark, darum fuhr ich auf Slicks weiter. Im Nachhinein ist klar: Dadurch verlor ich einige Sekunden, doch am Ende macht es für mich unter diesen Bedingungen keinen grossen Unterschied, ob ich Zehnter oder Vierzehnter werde.»

«Wenn ich eine Runde früher auf das andere Motorrad auf Regenreifen gewechselt hätte, hätte ich vielleicht einige Ränge weiter vorne platziert sein können, aber sicher nicht besser als Platz 7, denn in den letzten beiden Runde unterliefen mir zwei Fahrfehler, bei denen ich mehrere Sekunden einbüsste», so die Bilanz des Yamaha-Werksfahrers.

Der Motor der Werks-Yamaha wird für einen harten Leistungseinsatz kritisiert, was im Regen doppelt nachteilig ist, doch Quartataro relativiert und erklärt die Problemstellung komplexer: «Der Motor war in Ordnung, nicht superweich einsetzend, aber das Problem ist, dass das Motorrad teilweise sehr schön funktioniert, andere Aspekte meistert es schlechter. Auf nasser Piste ist das Einlenken in Kurven echt schwierig, der Grip in der Kurve ist dann nicht so schlecht, doch mit diesem Fahrverhalten kann ich den Speed nicht in die Kurve mitnehmen, das bremst mich ein.»

MotoGP-Ergebnisse GP-Rennen, Motegi (1.10.):

1. Martin, Ducati, 12 Rdn in 24:06,314 min
2. Bagnaia, Ducati, + 1,413 sec
3. Marc Márquez, Honda, + 2,013
4. Bezzecchi, Ducati, + 2,943
5. Aleix Espargaró, Aprilia, + 3,181
6. Miller, KTM, + 6,837
7. Augusto Fernández, KTM, + 7,587
8. Di Giannantonio, Ducati, + 8,602
9. Raúl Fernández, Aprilia, + 11,229
10. Quartararo, Yamaha, + 12,244
11. Nakagami, Honda, + 14,714
12. Mir, Honda, + 14,924
13. Crutchlow, Yamaha, + 16,057
14. Bradl, Honda, + 17,253
15. Pol Espargaró, KTM, + 24,921
16. Pirro, Ducati, + 33,962
17. Morbidelli, Yamaha, + 1:14,934 min
18. Oliveira, Aprilia, 1 Runde zurück
19. Viñales, Aprilia, 1 Runde zurück
– Zarco, Ducati, nach Sturz nicht klassifiziert
– Binder, KTM, 7 Runden zurück

MotoGP-Ergebnisse Sprint, Motegi (30.9.):

1. Martin, Ducati, 12 Rdn in 21:00,734 min
2. Binder, KTM, + 1,390 sec
3. Bagnaia, Ducati, + 5,276
4. Miller, KTM, + 6,194
5. Zarco, Ducati, + 6,315
6. Bezzecchi, Ducati, + 8,919
7. Marc Márquez, Honda, + 9,298
8. Di Giannantonio, Ducati, + 10,189
9. Viñales, Aprilia, + 12,404
10. Raúl Fernández, Aprilia, + 15,366
11. Pol Espargaró, KTM, + 15,473
12. Augusto Fernández, KTM, + 15,592
13. Mir, Honda, + 17,052
14. Oliveira, Aprilia, + 18,092
15. Quartararo, Yamaha, + 19,333
16. Morbidelli, Yamaha, + 19,645
17. Nakagami, Honda, + 21,862
18. Crutchlow, Yamaha, + 26,026
19. Pirro, Ducati, + 27,911
20. Bradl, Honda, + 28,178
– Aleix Espargaró, Aprilia, 4 Runden zurück

WM-Stand nach 28 von 40 Rennen:

1. Bagnaia, 319 Punkte. 2. Martin 316. 3. Bezzecchi 265. 4. Binder 201. 5. Aleix Espargaró 171. 6. Zarco 162. 6. 7. Viñales 139. 8. Marini 135. 9. Miller 125. 10. Quartararo 111. 11. Alex Márquez 108. 12. Morbidelli 77. 13. Oliveira 69. 14. Augusto Fernández 67. 15. Marc Márquez 64. 16. Di Giannantonio 52. 17. Rins 47. 18. Nakagami 45. 19. Raúl Fernández 36. 20. Pedrosa 32. 21. Bastianini 25. 22. Mir 20. 23. Pol Espargaró 12. 24. Savadori 9. 25. Folger 9. 26. Bradl 8. 27. Pirro 5. 28. Petrucci 5. 29. Crutchlow 3.

Konstrukteurs-WM:

1. Ducati, 490 Punkte. 2. KTM 272. 3. Aprilia 240. 4. Honda 142. 5. Yamaha 131.

Team-WM:

1. Prima Pramac Racing, 478 Punkte. 2. Mooney VR46 Racing 400. 3. Ducati Lenovo Team 354. 4. Red Bull KTM Factory Racing 326. 5. Aprilia Racing 310. 6. Monster Energy Yamaha 188. 7. Gresini Racing 161. 8. CryptoDATA RNF 109. 9. LCR Honda 98. 10. GASGAS Factory Racing Tech3, 88. 11. Repsol Honda 84.

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