Jack Miller (KTM/7.): Vorfreude auf Phillip Island-GP

Von Friedemann Kirn
Harter Fight: Jack Miller (43) gegen Enea Bastianini (23)

Harter Fight: Jack Miller (43) gegen Enea Bastianini (23)

Jack Miller konnte zwar nicht mit seinem Red Bull-KTM-Teamkollegen Brad Binder mithalten, war mit Platz 7 und seiner Leistung in Indonesien aber trotzdem einverstanden. «Ein solides Rennen», urteilte der Australier.

Nach einem Start aus der vierten Reihe ging es zunächst zügig voran. «Thriller Miller» war Neunter nach der ersten Runde, arbeitete sich kontinuierlich weiter nach vorn und tauchte kurz nach Rennmitte für drei Runden sogar an vierter Stelle auf.

Dann jedoch war das Pulver weitgehend verschossen. Weil ihm der zerschlissene weiche Vorderreifen zunehmend Kummer bereitete, begann Miller Boden zu verlieren und musste erst Fabio Di Giannantonio, dann Binder (er absolvierte zwei Long-Lap-Penaltys!) und schließlich Marco Bezzecchi vorbeilassen, bevor er mit 12,4 Sekunden Rückstand auf Sieger Pecco Bagnaia als Siebter über die Ziellinie flitzte.

«Im ersten Teil des Rennens fühlte ich mich richtig gut. Ich machte in Runde 2 zwar einen kleinen Fehler, bog zu tief in die zehnte Kurve ein und verlor ein paar Positionen; ich fand meinen Rhythmus aber schnell wieder. Erst machte ich Jagd auf Miguel Oliveira, dann nahm ich Fabio Quartararo ins Fadenkreuz. Acht Runden hintereinander hatte ich eine richtig anständige Pace, aber dann hatte ich ein paar arge Schgreckmomente mit meinem weichen Vorderreifen, der in einer einzigen Runde mehrmals auf der linken Flanke wegrutschen wollte», schilderte Miller. «Ich drosselte das Tempo, wusste aber nicht richtig, wie ich weiter vorgehen musste. Der Grip war immer noch halbwegs anständig, aber der Versuch, das Motorrad einfach rollen zu lassen, zahlte sich nicht aus.»

Brad Binder hatte mit der Medium-Mischung am Vorderrad eine glücklichere Wahl getroffen und rauschte trotz seiner beiden Long-Lap-Penalties in der 21. Runde an Miller vorbei. «Das half mir, die Orientierung wiederzufinden», so Miller weiter. «Er bremste später und tiefer in die Kurven und opferte damit ein bisschen Kurvenspeed, hielt aber den Druck aufs Vorderrad aufrecht. Diese Taktik half auch mir, zum Ende hin noch ein bisschen an Speed zu finden. Es hat gereicht, Enea Bastianini unter Kontrolle zu halten – aber nicht zu einer Revanche-Attacke auf Binder oder Bezzecchi!»

Trotzdem könne er auf ein insgesamt gutes Wochenende zurückblicken, meinte Miller. «Es war ein solides Rennen, und wir waren nicht allzu weit vom Sieger entfernt», konstatierte er. «KTM hat bei der Weiterentwicklung des Bikes Riesenfortschritte gemacht, und das gibt mir Zuversicht für mein Heimspiel in Australien nächste Woche. Mit dem Karbonrahmen ist die KTM sehr agil in schnellen Kurven, was sich auf der Phillip Island-Piste auszahlen dürfte. Außerdem hat die Strecke dort anständig Grip. Daumen drücken, dass wir den Fans dort eine anständige Show bieten können!»

Ergebnis MotoGP-Rennen, Mandalika (15.10.):

1. Bagnaia, Ducati, 27 Rdn in 41:20,293 min
2. Viñales, Aprilia, + 0,306 sec
3. Quartararo, Yamaha, + 0,433
4. Di Giannantonio, Ducati, + 6,962
5. Bezzecchi, Ducati, + 11,111
6. Binder, KTM, + 11,228
7. Miller, KTM, + 12,474
8. Bastianini, Ducati, + 12,684
9. Rins, Honda, + 22,540
10. Aleix Espargaró, Aprilia, + 30,468
11. Nakagami, Honda, + 30,823
12. Oliveira, Aprilia, + 36,639
13. Raúl Fernández, Aprilia, + 42,864
14. Morbidelli, Yamaha, 4 Runden zurück
– Zarco, Ducati, 13 Runden zurück
– Martin, Ducati, 15 Runden zurück
– Mir, Honda, 16 Runden zurück
– Augusto Fernández, KTM, 16 Runden zurück
– Marc Márquez, Honda, 20 Runden zurück
– Marini, Ducati, 23 Runden zurück
– Pol Espargaró, KTM, 26 Runden zurück

Ergebnis MotoGP-Sprint, Mandalika (14.10.):

1. Martin, Ducati, 13 Rdn in 19:49,711 min
2. Marini, Ducati, + 1,131 sec
3. Bezzecchi, Ducati, + 2,081
4. Viñales, Aprilia, + 2,720
5. Quartararo, Yamaha, + 3,121
6. Di Giannantonio, Ducati, + 4,203
7. Bastianini, Ducati, + 4,981
8. Bagnaia, Ducati, + 5,465
9. Miller, KTM, + 7,852
10. Oliveira, Aprilia, + 8,942
11. Nakagami, Honda, + 12,034
12. Zarco, Ducati, + 14,015
13. Augusto Fernández, KTM, + 14,823
14. Raúl Fernández, Aprilia, + 15,699
15. Morbidelli, Yamaha, + 23,331
16. Mir, Honda, + 24,894
17. Pol Espargaró, KTM, + 27,169
18. Rins, Honda, + 28,980
19. Binder, KTM, + 43,090
– Aleix Espargaró, Aprilia, 6 Runden zurück
– Marc Márquez, Honda, erste Runde nicht beendet

WM-Stand nach 30 von 40 Rennen:

1. Bagnaia, 346 Punkte. 2. Martin 328. 3. Bezzecchi 283. 4. Binder 211. 5. Aleix Espargaró 177. 6. Viñales 165. 7. Zarco 162. 8. Marini 144. 9. Miller 135. 10. Quartararo 132. 11. Alex Márquez 108. 12. Morbidelli 79. 13. Oliveira 73. 14. Di Giannantonio 70. 15. Augusto Fernández 67. 16. Marc Márquez 64. 17. Rins 54. 18. Nakagami 50. 19. Raúl Fernández 39. 20. Bastianini 36. 21. Pedrosa 32. 22. Mir 20. 23. Pol Espargaró 12. 24. Savadori 9. 25. Folger 9. 26. Bradl 8. 27. Pirro 5. 28. Petrucci 5. 29. Crutchlow 3.

Konstrukteurs-WM:

1. Ducati, 527 Punkte (Weltmeister). 2. KTM 283. 3. Aprilia 266. 4. Yamaha 152. 6. Honda 149.

Team-WM:

1. Prima Pramac Racing, 490 Punkte. 2. Mooney VR46 Racing 427. 3. Ducati Lenovo Team 392. 4. Red Bull KTM Factory Racing 346. 5. Aprilia Racing 342. 6. Monster Energy Yamaha 211. 7. Gresini Racing 178. 8. CryptoDATA RNF 116. 9. LCR Honda 110. 10. GASGAS Factory Racing Tech3, 88. 10. Repsol Honda 84.


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