Brad Binder: «Werde Jorge in Sepang mehr einheizen»

Von Günther Wiesinger
Brad Binder: Endlich wieder eine Trophäe am Sonntag

Brad Binder: Endlich wieder eine Trophäe am Sonntag

Red Bull-KTM-Werkspilot Brad Binder wehrte sich in Buriram wacker gegen die Ducati-Übermacht und sparte nach der knappen Niederlage nicht mit Lob über Jorge Martin.

Brad Binder meinte nach seinem dritten Platz beim Thailand-GP, er sei am Morgen mit der Absicht aufgewacht, endlich seinen ersten MotoGP-Sieg seit Spielberg 2021 in die Tat umzusetzen. Doch die Ducati-Übermacht (2023 mit 14 Siegen bei 17 Rennen!) erwies sich auch auf dem 4,554 km langen Chang International Circuit (sieben Rechts- und fünf Linkskurven, längste Gerade: 1 km lang) als unüberwindliche Hürde.

Brad Binder flitze nach einer sehr aggressiven und bewundernswerten Fahrt auf Platz 2 ins Ziel, wurde aber wegen der «track limits»-Vergeben auf Platz 3 versetzt. Schon in Assen hatte er am Samstag und am Sonntag jeweils dritte Plätze wegen der unerlaubten Besuche der Grünflächen verloren.

Immerhin: Nach Platz 2 in Jerez, Platz 3 in Silverstone und Platz 2 in Spielberg eroberte der Südafrikaner den vierten Sonntag-Podestplatz in diesem Jahr. Dazu kommen die Sprint-Siege in Las Termas und Jerez sowie drei zweite Sprint-Ränge in Le Mans, Spielberg und Motegi für den WM-Vierten, der jetzt in der Fahrer-WM schon 51 Punkte vor seinem Verfolger Aleix Espargaró liegt.

Thailand brachte das viertknappste Podiumergebnis in der Geschichte der «premier class» zum Vorschein, denn Bagnaia verlor nur 0,253 sec auf Sieger Martin, als er auf Platz 3 den Zielstrich überquerte. Und Martin lag nur 0,114 sec vor dem aufsässigen Brad Binder, der dann bestraft wurde.

Binder brauste in den Runden 22, 23 und 24 als Spitzenreiter bei Start/Ziel vorbei. Hat er in dieser Phase gleich gemerkt, dass er vor dem grandiosen Martin nicht flüchten konnte?

«Ja, ich habe den Move gemacht, aber ich brauchte ein paar Runden, um Jorge zu schnappen. Ich bin die Gegengerade runtergefahren, dann hatte ich dort etwas ‘pumping’ in der Reifenmitte. Ich dachte: ‘Oh, no, hoffentlich kommt jetzt nicht der Basisgummi raus.’ Das Bike ist dann beim Reinfahren in die Kurve ziemlich unruhig geworden. Da wurde mir klar, Jorge wird mich nicht entwischen lassen. Trotzdem habe ich mein Bestes gegeben, denn ich wollte die Führung unbedingt bis zum Ende durchziehen. Ich wollte den Sieg sehnsüchtiger als alles andere an diesem Tag. Aber es sollte nicht sein.»

Es war auch bewundernswert, wie aggressiv und explosiv Jorge Martin trotz des Drucks wegen seiner WM-Situation in den letzten Runden agierte und wie er die Ducati makellos am Limit beherrschte und alle Linien geschickt abdeckte.

Kein Wunder, wenn die meisten MotoGP-Fahrer den «Martinator» längst als Titelkandidat Nummer 1 bezeichnen.

Hat Binder im Finish noch eine Stelle ausfindig gemacht, wo sich eine Attacke lohnen hätte können? «Ich wollte mich in der Kurve 4 in Position bringen. Aber dann ist mir dort das Vorderrad weggerutscht… Das war’s dann. Ja, Jorge hat eine großartige Leistung gezeigt. Er hat sich verteidigt, wo es sein musste. Er ist im Finish eine sehr saubere und schnelle Runde gefahren, wenn man berücksichtigt, wie stark mitgenommen die Reifen waren. Ich ziehe meinem Hut vor ihm. Er fährt im Moment unglaublich stark. Aber ich freue mich darauf, ihm in Sepang in zwei Wochen noch mehr einzuheizen.»

Ergebnis MotoGP-Rennen, Buriram (29.10.):

1. Martin, Ducati, 26 Rdn in 39:40,045 min
2. Bagnaia, Ducati, + 0,253 sec
3. Binder*, KTM, + 0,114
4. Bezzecchi, Ducati, + 2,005
5. Quartararo, Yamaha, + 4,550
6. Marc Márquez, Honda, + 5,362
7. Marini, Ducati, + 6,778
8. Aleix Espargaró**, Aprilia, + 7,303
9. Di Giannantonio, Ducati, + 7,569
10. Zarco, Ducati, + 9,377
11. Morbidelli, Yamaha, + 11,168
12. Mir, Honda, + 11,990
13. Bastianini, Ducati, + 12,323
14. Nakagami, Honda, + 14,537
15. Raúl Fernández, Aprilia, + 15,093
16. Miller, KTM, + 17,640
17. Augusto Fernández, KTM, + 21,307
18. Pol Espargaró, KTM, + 21,435
– Viñales, Aprilia, 3 Runden zurück
– Alex Márquez, Ducati, 14 Runden zurück
– Oliveira, Aprilia, 20 Runden zurück

*= 1 Platz zurück («track limits» in der letzten Runde)
**= 3-Sekunden-Strafe (2. Reifendruck-Vergehen der Saison)

Ergebnis MotoGP-Sprint, Buriram (28.10.):

1. Martin, Ducati, 13 Rdn in 19:41,593 min
2. Binder, KTM, + 0,933 sec
3. Marini, Ducati, + 1,841
4. Marc Márquez, Honda, + 3,503
5. Aleix Espargaró, Aprilia, + 3,581
6. Bezzecchi, Ducati, + 4,029
7. Bagnaia, Ducati, + 4,121
8. Alex Márquez, Ducati, + 6,727
9. Zarco, Ducati, + 7,323
10. Miller, KTM, + 9,240
11. Quartararo, Yamaha, + 9,339
12. Mir, Honda, + 10,356
13. Bastianini, Ducati, + 12,312
14. Raúl Fernández, Aprilia, + 15,390
15. Morbidelli, Yamaha, + 15,535
16. Pol Espargaró, KTM, + 15,644
17. Oliveira, Aprilia, + 17,753
18. Viñales, Aprilia, + 22,675
19. Nakagami, Honda, + 37,854
OUT: Di Giannantonio (Kupplung), Augusto Fernández (Sturz)

MotoGP-WM-Stand nach 33 von 39 Rennen:

1. Bagnaia, 389 Punkte. 2. Martin 376. 3. Bezzecchi 310. 4. Binder 249. 5. Aleix Espargaró 198. 6. Zarco 194. 7. Viñales 170. 8. Marini 164. 9. Quartararo 145. 10. Miller 144. 11. Alex Márquez 117. 12. Di Giannantonio 93. 13. Morbidelli 84. 14. Marc Márquez 81. 15. Oliveira 76. 16. Augusto Fernández 67. 17. Rins 54. 18. Nakagami 52. 19. Bastianini 45. 20. Raúl Fernández 40. 21. Pedrosa 32. 22. Mir 24. 23. Pol Espargaró 12. 24. Savadori 9. 25. Folger 9. 26. Bradl 8. 27. Pirro 5. 28. Petrucci 5. 29. Crutchlow 3.

Konstrukteurs-WM:

1. Ducati, 589 Punkte (Weltmeister). 2. KTM 321. 3. Aprilia 287. 4. Honda 166. 5. Yamaha 165.

Team-WM:

1. Prima Pramac Racing, 570 Punkte. 2. Mooney VR46 Racing 474. 3. Ducati Lenovo Team 444. 4. Red Bull KTM Factory Racing 393. 5. Aprilia Racing 368. 6. Monster Energy Yamaha 229. 7. Gresini Racing 210. 8. CryptoDATA RNF 120. 9. LCR Honda 112. 10. Repsol Honda 105. 11. GASGAS Factory Racing Tech3, 88.

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Happy Birthday, Marc Márquez!

Werner Jessner
Mit 31 Jahren startet der achtfache Weltmeister in den Herbst seiner Karriere. Möge er uns noch lange erhalten bleiben. Die MotoGP wäre sehr viel ärmer ohne ihn.
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