Augusto Fernández: «Sprint-Format war keine Hilfe»

Von Nora Lantschner
Augusto Fernández (26)

Augusto Fernández (26)

Im Rückblick auf seine erste MotoGP-Saison schildert Augusto Fernández (GASGAS Factory Racing Tech3) die Herausforderung, die das Sprint-Format gerade für einen Rookie bedeutet. Einfacher werde es aber auch 2024 nicht.

«Die Saison war gut, wir haben uns Rennen für Rennen verbessert und sind näher an die Top-Jungs und Brad als KTM-Referenz herangekommen», lautete das Fazit von Augusto Fernández nach seinem ersten Jahr in der Königsklasse. Der Titel «Rookie of the Year» war ihm als einziger Aufsteiger schon vorab sicher, mit 71 Punkten reihte er sich im Vergleich mit den übrigen MotoGP-Kollegen mit mehr Erfahrung auf WM-Rang 17 ein.

Allerdings stammen davon nur drei WM-Punkte aus den Sprintrennen, in denen über die halbe Distanz halbe Punkte an die Top-9 vergeben werden. «Das war meine größte Schwäche – die Qualifyings und der Sprint», weiß der Moto2-Weltmeister von 2022. «Wir haben uns an den letzten Rennwochenenden der Saison an den Samstagen aber stark verbessert. Der Fokus lag hauptsächlich darauf, die Zeitenjagd zu verbessern. Zum Schluss sind wir im Sprint zweimal in die Top-10 gefahren, die Fortschritte sind also vorhanden. Wir müssen zufrieden sein, wie die Saison gelaufen ist.»

«Das neue Format, bei dem du schon am Freitagnachmittag die Performance abrufen musst, um dich direkt fürs Q2 zu qualifizieren, hat mir nicht wirklich geholfen», gab der 26-jährige Madrilene zu bedenken. «Es war ziemlich schwierig, jede Strecke erstmals mit dem MotoGP-Bike zu entdecken. Für mich war es jedes Mal so, als würde ich auf eine neue Strecke kommen. Im nächsten Jahr schon mit einigen Kenntnissen in die Wochenenden zu gehen, wird hilfreich sein – hoffe ich zumindest.»

Macht es das neue Sprint-Format für einen Rookie also schwieriger? «Ich habe in der MotoGP nie die Erfahrung gemacht, wie es ohne Sprints war. Ich hatte aber nie das Gefühl, dass ich zum Zeitpunkt des Sprints bereit war, ein Rennen zu fahren. Es gab immer noch ein paar Dinge, die ich beim Set-up oder beim Fahrstil noch gerne ausprobiert hätte. Der Sprint hat mir dann aber sehr geholfen, um für das Hauptrennen bereit zu sein, weil es ein gutes und echtes Bild davon zeichnet, wie das Rennen laufen wird und welche Pace die anderen haben, weil alle pushen. Es ist nicht wie in einem Training, der Sprint ist ein echtes Rennen und das hat mir für die GP-Rennen sehr geholfen.»

«Nach dem Sprint erkannten wir immer viele Dinge und ich weiß nicht, ob wir in einer Trainings-Session an den Punkt gekommen wären. Der Sprint gibt dir ein echtes Gefühl dafür, wie das Rennen sein wird. So sind wir für den Sonntag wahrscheinlich besser vorbereitet, aber die Freitage und Samstage waren für mich mit diesem Format sehr schwierig», fasste Augusto Fernández zusammen.

«Das Qualifying macht heutzutage viel aus. Die Startposition kann sich auf dein gesamtes Wochenende auswirken», weiß der GASGAS-Tech3-Fahrer, der 2024 mit Pedro Acosta den jüngsten Moto2-Champion als Teamkollegen bekommt. «Ich erwarte nicht, dass es nächstes Jahr einfach wird. Ich bekomme einen neuen Teamkollegen, einen starken Teamkollegen. Natürlich liegen auch die Ziele höher als in dieser Saison, deswegen wird es mit Sicherheit nicht einfacher», bekräftigte Augusto.

Ergebnisse MotoGP-Rennen Valencia (26.11.):

1. Pecco Bagnaia (I), Ducati, 27 Runden in 40:48,525 min
2. Johann Zarco (F), Ducati, +0,360
3. Brad Binder (ZA), KTM, +2,347
4. Fabio Di Giannantonio* (I), Ducati, +3,176 sec
5. Raúl Fernández (E), Aprilia, +4,363
6. Alex Márquez (E), Ducati, +4,708
7. Franco Morbidelli (I), Yamaha, +4,736
8. Aleix Espargaró (E), Aprilia, +8,014
9. Luca Marini (I), Ducati, +9,486
10. Maverick Viñales (E), Aprilia, +10,556
11. Fabio Quartararo (F), Yamaha, +12,001
12. Takaaki Nakagami (J), Honda, +21,695
13. Lorenzo Savadori (I), Aprilia, +43,297
14. Pol Espargaró (E), KTM
– Alex Rins (E), Honda, 19 Runden zurück
– Jack Miller (AUS), KTM, 18 Runden zurück
– Enea Bastianini (I), Ducati, 9 Runden zurück
– Augusto Fernández (E), KTM, 9 Runden zurück
– Marc Márquez (E), Honda, 5 Runden zurück
– Jorge Martin (E), Ducati, 5 Runden zurück
– Marco Bezzecchi (I), Ducati, erste Runde nicht beendet

*= 3-Sekunden-Strafe (Reifendruck-Vergehen)

Ergebnisse MotoGP-Sprint Valencia (25.11.):

1. Martin, Ducati, 13 Runden in 19:38,827 min
2. Binder, KTM, +0,190 sec
3. Marc Márquez, Honda, +2,122
4. Viñales, Aprilia, +3,106
5. Bagnaia, Ducati, +4,253
6. Di Giannantonio, Ducati, +4,400
7. Bezzecchi, Ducati, +4,502
8. Alex Márquez, Ducati, +5,578
9. Zarco, Ducati, +5,910
10. Augusto Fernández, KTM, +6,095
11. Raúl Fernández, Aprilia, +7,674
12. Miller, KTM, +8,098
13. Aleix Espargaró, Aprilia, +9,513
14. Pol Espargaró, KTM, +12,453
15. Bastianini, Ducati, +12,599
16. Nakagami, Honda, +13,787
17. Marini*, Ducati, +13,887
18. Morbidelli*, Yamaha, +14,943
19. Rins, Honda, +20,378
20. Savadori, Aprilia, +25,017
– Quartararo, Yamaha, 9 Runden zurück

*= 3-Sekunden-Strafe (Reifendruck-Vergehen)

MotoGP-WM-Endstand nach 39 Rennen:

1. Bagnaia, 467 Punkte. 2. Martin 428. 3. Bezzecchi 329. 4. Binder 293. 5. Zarco 225. 6. Aleix Espargaró 206. 7. Viñales 204. 8. Marini 201. 9. Alex Márquez 177. 10. Quartararo 172. 11. Miller 163. 12. Di Giannantonio 151. 13. Morbidelli 102. 14. Marc Márquez 96. 15. Bastianini 84. 16. Oliveira 76. 17. Augusto Fernández 71. 18. Nakagami 56. 19. Rins 54. 20. Raúl Fernández 51. 21. Pedrosa 32. 22. Mir 26. 23. Pol Espargaró 15. 24. Savadori 12. 25. Folger 9. 26. Bradl 8. 27. Pirro 5. 28. Petrucci 5. 29. Crutchlow 3.

Konstrukteurs-WM:
1. Ducati, 700 Punkte. 2. KTM 373. 3. Aprilia 326. 4. Yamaha 196. 5. Honda 185.

Team-WM:
1. Prima Pramac Racing, 653 Punkte. 2. Ducati Lenovo Team 561. 3. Mooney VR46 Racing 530. 4. Red Bull KTM Factory Racing 456 5. Aprilia Racing 410. 6. Gresini Racing 328. 7. Monster Energy Yamaha 274. 8. CryptoDATA RNF 134. 9. Repsol Honda 122. 10. LCR Honda 116. 11. GASGAS Factory Racing Tech3, 95.

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Happy Birthday, Marc Márquez!

Werner Jessner
Mit 31 Jahren startet der achtfache Weltmeister in den Herbst seiner Karriere. Möge er uns noch lange erhalten bleiben. Die MotoGP wäre sehr viel ärmer ohne ihn.
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