Martin Bauer: «Will mit Pesek und Cudlin kämpfen»

Von Matthias Dubach
MotoGP
Martin Bauer: Überraschung am kalten Vormittag in Valencia

Martin Bauer: Überraschung am kalten Vormittag in Valencia

Trotz des letzten Startplatzes ist der dreifache IDM-Superbike-Meister zuversichtlich, beim Valencia-GP mit anderen Claiming-Rule-Vertretern mithalten zu können. Das Interview mit Martin Bauer.

Martin Bauer musste sich beim zweiten MotoGP-Qualifying seiner Karriere mit der 26. und letzten Startposition zufrieden geben. Im Q2 büsste der S&B-Suter-Pilot aus dem Team Remus Racing in Valencia aber nur 0,284 sec auf Lukas Pesek auf dem vorletzten Rang ein, Ex-IDM-Superbike-Kollege Damian Cudlin lag nur 0,090 sec vor Pesek.

Martin, kannst du mit der Rundenzeit von 1:35,277 min gut leben?

Ich bin nicht ganz zufrieden, aber auch nicht völlig unzufrieden. Ich habe mir vorgenommen, in den 1:34er Bereich zu kommen. Das ist theoretisch auch möglich. Wir hatten aber schon im dritten freien Training ein paar Schwierigkeiten gehabt. Wir haben die Maschine überhaupt nicht zum Funktionieren gebracht, weil wir bei den Reifen nicht im Fenster drin waren. Das hat überhaupt nicht funktioniert.

Am Morgen war es ziemlich kühl.

Es war das erste Mal, dass wir bei so kühlen Temperaturen gefahren sind. Bei den Bridgestone-Reifen hast du keinen Grenzbereich mehr. ich habe versucht, zu ziehen, aber dann reisst der Grip schlagartig ab. Du hast keine Kontrollmöglichkeit, er zeigt dir nichts an. Beim Reinrollen merkst du schon, wie er ohne Last wegschiebt. Wenn du dann leicht Last anlegst, schiesst er sofort weg, explosionsartig. Ich hatte zwei heisse Momente, bei denen ich fast runtergefallen wäre. Da konnte ich es nur mit Müh und Not abfangen. Es ist unglaublich, wie klein der Grenzbereich ist. Da fehlt uns einfach die Erfahrung, wie wir das Federbein einstellen müssen, damit es den Reifen ein bisschen mehr zum arbeiten bringt.

Wie sehr kommt dir da die Routine entgegen? Ein Jungspund wäre wohl im Kiesbett gelegen…

Ja, aber die Routine macht es für mich auch schwerer, weil ich das Material nicht einschätzen kann. Denn so gehe ich jedes Mal mit Respekt an die Sache heran, ich muss mich immer aufs Neue herantasten. Das ist gut, dass ich es so mache, denn sonst hätte ich es schon zweimal weggeschmissen. Wenn wir herumprobieren, vermittelt es dir halt nicht das Vertrauen, sofort rauszugehen und sofort voll zu ziehen. Da brauchst du die Erfahrung und die Sicherheit, dass es auch funktioniert. Aber die haben wir nicht. Deshalb muss ich immer vorsichtig sein, denn viel Material haben wir auch nicht. Das ist immer ein Eiertanz mit dem Risiko des Unbekannten, weil du es nie richtig einschätzen kannst. Aber pushen willst du ja, aber einfach so, dass wenn etwas Unvorhersehbares passiert, du noch reagieren kannst.

Wie sind die zwei freien Trainings vor dem Q2 gelaufen?

Wir haben ein Problem am Freitag mit der Elektronik gehabt, dafür konnten wir das dritte Training für Versuchszwecke nutzen. Jetzt sind wir da stabil. Im vierten Training hast du nur noch 30 Minuten, da musst du dich schon ein bisschen auf das Qualifying vorbereiten. Da musst du schon schauen, dass du eine gewisse Pace gehen kannst. Das hat ein wenig Substanz gekostet, da musst du nur noch auf eine Runde schauen, sonst geht im Quali nichts. Wir haben die ganze Sache noch verbessern können, aber nicht gut genug, um in die 1:34er fahren zu können, was mein Ziel war.

Kann dieser 1:34er Bereich am Sonntag noch erreicht werden?

Ich denke, im Warm-up ist das schwierig, weil die Temperaturen wieder tief sein werden. Im Warm-up werden wir nicht mehr viel probieren können. Im Rennen müssen wir schauen, da habe ich zumindest mal genügend Zeit, um viele Runden am Stück mit diesem Paket zu drehen. Das ist ja etwas, was mir etwas fehlt, da wir mit dem Ding seit Brünn nicht mehr gefahren sind. Dafür muss man wiederum sagen, war der Samstag okay. Die anderen Jungs sind die letzten Rennen alle durchgefahren und haben viel arbeiten können. Wir sind in Schlagdistanz zu den letzten drei, vier Gegnern, dafür war es okay. Pesek und Cudlin sind erreichbar, das beruhigt mich ein bisschen. Es wäre was anderes, wenn wir eine Sekunde hinter dem Vorletzten wären. Das wäre mir zuviel, da wäre ich stinkig.

Interessieren dich im Rennen hauptsächlich konstante, gute Zeiten oder willst du auch um die Plätze kämpfen?

Es wäre schon interessant zu sehen, ob ich mitkämpfen kann mit den hinteren Jungs. Ich denke mal, dass wir hinten wohl zu Dritt kämpfen, denn die Pace ist ähnlich, die wir gehen können. Ich werde mich in der ersten Kurve etwas zurückhalten, denn damals in Brünn war ich ziemlich überrascht, wie vorsichtig alle waren. Ich bin jetzt besser vorbereitet, dass die anderen es eher gemütlich nehmen am Anfang.

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