Bradley Smith: «Pol wird mich anspornen»

Von Sharleena Wirsing
MotoGP
2014 Teamkollegen bei Tech3: Pol Espargaró und Bradley Smith

2014 Teamkollegen bei Tech3: Pol Espargaró und Bradley Smith

Neben Rookie-Überflieger Marc Márquez bestritt auch der Brite Bradley Smith 2013 seine erste Saison in der Königsklasse. Der Tech3-Yamaha-Pilot ist mit WM-Rang 10 und seiner Entwicklung zufrieden.

Bradley Smith wechselte 2013 von der Moto2- in die MotoGP-Klasse und holte als Teamkollege von Cal Crutchlow bei Tech3-Yamaha 116 WM-Punkte. Der 23-Jährige beendete die Saison als Zehnter. 13 Mal platzierte er sich innerhalb der Top-10, darunter waren drei sechste Plätze in den Grands Prix in Barcelona, auf dem Sachsenring und auf Phillip Island in Australien. Im Interview sprach der Brite über die Saison 2013, seinen alten Teamkollegen Cal Crutchlow und den Neuen im Tech3-Team, Pol Espargaró.

Bradley, was waren die Höhen und Tiefen deiner Rookie-Saison 2013?

Mit dem ersten Rennen war ich nicht zufrieden. Der Sturz war definitiv eine große Enttäuschung. Das war wahrscheinlich der tiefste Punkt des Jahres. Ich würde sagen, ich bin mehr glücklich mit den Fortschritten über das Jahr hinweg, als mit einem einzelnen Moment. Die kontinuierliche Entwicklung und der letzte Test am Ende der Saison waren sehr gut.

Du warst Teamkollege von Cal Crutchlow. Wie sehr hat das dir das geholfen?

In Bezug auf Leistung, würde ich sagen, nicht so viel. In Bezug auf Druck, war es riesig, Cal da zu haben, weil er den Druck weggenommen hat. Die Art, wie er in der Box ist, und die Art, wie er mit dem Team umgeht, schafft eine positive Atmosphäre. Das hilft natürlich auch, die Ergebnisse, die das Team und die Sponsoren erwarten, zu erreichen. Mit all seinen Podiumsplatzierungen und guten Ergebnissen zog er all das Rampenlicht auf sich. Aus dieser Sicht war es egal, was ich tat. Das hat mir erlaubt, mich auf mich selbst zu konzentrieren, ohne abgelenkt zu werden.

Du hast deinen MotoGP-Vertrag Ende 2011 unterschrieben, dieser beinhaltete auch ein weiteres Moto2-Jahr. Nach der anschließenden harten Moto2-Saison 2012 wurdest du wegen deinem Aufstieg in die Königsklasse kritisiert. Hast du jetzt das Gefühl, genug getan zu haben, um die Kritiker zum Schweigen zu bringen?

(Er lacht) Ich bin mir nicht sicher, ob jemals alle Kritiker zum Schweigen gebracht werden können. Es wird immer Menschen geben, die dich nicht mögen und die an dir zweifeln, aber das ist nichts Neues. Das ist in allen Lebensbereichen gleich: im Motorsport, bei einem Bürojob, bei Prominenten, Comedians ... überall! Die einzige negative Sache ist, wenn du es an dich heranlässt und es deine Leistung beeinflusst. Aber ich würde gern annehmen, dass ich die Meinung von ein paar Menschen verändert habe.

Die Situation hat sich jetzt geändert. Pol Espargaró verstärkt das Team und du bist der erfahrenere MotoGP-Fahrer und der Druck lastet auf deinen Schultern.

Absolut! Aber das ist auch normal. Ich habe immer damit gerechnet. Es ist keine neue Situation und in deinem zweiten Jahr musst du dich der Herausforderung stellen. Ich war mir dessen schon für eine lange Zeit bewusst. Es ist schön, Pol in der Box zu haben, denn jemanden im Team zu haben, der so schnell ist wie er, hilft eine Menge. Ich denke, wir können uns gegenseitig wirklich gut voranbringen. Es wird die extra paar Zehntel aus uns herausquetschen.

Nach dem Saison-Finale in Valencia bist du auf dem Ricardo Tormo Circuit geblieben, um den ersten Vorsaison-Test 2014 zu absolvieren. Wie ist es gelaufen?

Der Test war enorm wichtig. Das Yamaha das Vertrauen in mich hatte, mir das neue Motorrad zu geben, war super. Es beweist, dass ich zu einem Level aufgestiegen bin, auf dem ich es verdiene, und das war ein großer Meilenstein für mich, um besser zu werden und eine wirklich konkurrenzfähige Rundenzeit zu erzielen. Das war wirklich wichtig, um mich im Winter fokussiert und mit Selbstvertrauen auf die neue Saison vorzubereiten. Das hilft immer.

Deine vielleicht größte Entscheidung für die Vor- und Nachsaison wird sich um deinen Aufenthaltsort drehen: Bleibst du in deiner Wahlheimat Andorra oder wirst du für eine gewisse Zeit nach England zurückkehren?

Natürlich ist ein bisschen Zeit bis zum ersten Test 2014 in Malaysia. Es hängt sehr von meinem Trainingsprogramm ab. Andorra ist ein fantastischer Ort, vor allem im Winter. Seit dem Ende der Saison habe ich ein paar fantastische Wochen dort verbracht und ich werde es kaum erwarten können, wieder dorthin zurückzukehren. Aber natürlich ist es auch schön, Familie und Freunde in Oxford zu sehen, denn dazu bleibt über das Jahr kaum Zeit, dank der chaotischen Welt der MotoGP-WM. So oder so, dieses Jahr werde ich nicht nach Amerika reisen, um dort die Sonne zu genießen. Ich bin ein wenig enttäuscht, aber ich werde mich mehr auf mein Training in Europa konzentrieren.

Siehst du dir in deiner Freizeit die Rennen der vergangenen Saison an?

Dieses Jahr konnte ich nicht so viel schauen, aber es wäre schön, die Clips von mir und den anderen Yamaha-Fahrern anzusehen. Man kann viel von den Videos lernen: was einen in den Rennen erwartet, wie sich alles weiterentwickelt, ein Blick auf die Rundenzeiten und so weiter. Die Qualifikation und die ersten fünf Runden der Rennen sind entscheidend. Daher gibt es eine Menge, was man von Videos lernen kann. Man muss eben immer seine Hausaufgaben machen.

Wie sehen momentan deine Ziele für die MotoGP-Saison 2014 aus?

Mit den Satelliten-Bikes zu kämpfen, ist ein Ziel. Es ist nicht das, was Cal gemacht hat, er hat offensichtlich Podiumsplätze erreicht und in diesem Jahr viele gute Ergebnisse geschafft. Von dieser Seite her ist es wahrscheinlich ein Schritt zurück: mit Bautista (GO&FUN Honda Gresini) und Bradl (LCR Honda) zu kämpfen. In einigen Rennen will ich besser als sie sein, genau wie sie einige Male besser als ich sein werden.

Themenwechsel: Wie kann sich ein perfekt trainierter, professioneller MotoGP-Fahrer an Weihnachten zurückhalten, um nicht zu viele Pralinen und Kuchen zu essen?

(Er lacht) Es ist tödlich! Aber letztendlich ist es ein Lebensstil. Wir haben das Glück, dass wir ein Motorrad haben, das uns rund um die Rennstrecken trägt. Ich bin sicher, dass andere Sportarten noch schlimmer sind. Vor allem für Jockeys muss Weihnachten ein Albtraum sein! Ich habe Glück, dass zwischen Weihnachten und dem Beginn der Saison ein paar Wochen liegen. Wenn ich also ein bisschen über die Stränge schlage, werde ich genügend Zeit haben, um es abzuarbeiten.

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