Stefan Bradl: Keine Angst vor neuen Beschwerden?

Von Günther Wiesinger
MotoGP

«Nein, überhaupt nicht», antwortete Stefan Bradl in Le Mans vor dem ersten MotoGP-Training auf die Frage, ob er Angst vor neuerlichen Beschwerden am operierten Unterarm habe.

Stefan Bradl (24) flog bereits am Mittwoch von München nach Paris und wurde dann vom Flughafen Charles de Gaulle in die Innenstadt zu einem Fotoshooting von Tissot gebracht. «Nachher wurde ich nach Le Mans kutschiert, ich habe im Auto eineinhalb Stunden geschlafen», schilderte der LCR-Honda-Pilot.

Freitagfrüh um 9.55 Uhr beginnt das erste MotoGP-Training und die erste Bewährungsprobe für den vor acht Tagen in Wertingen bei Augsburg von Dr. Wolfgang Streifinger operierten rechten Unterarm.
Aber der MotoGP-WM-Sechste macht sich keine Sorgen. «Ich bin Radlgefahren, ich bin Roller gefahren, es gab keine Beschwerden», sagt der Moto2-Weltmeister von 2011.

Stefan, Le Mans galt bisher immer als Yamaha-Strecke. Wie beurteilst du die Strecke? Wie kommst du hier zurecht?

Ich bin 2011 hier in der Moto2 hinter Márquez und Takahashi Dritter geworden. 2012 bin ich hier beim MotoGP-Rennen im Regen auf Platz 5 gelandet. 2013 gab es wieder ein Regenrennen.
Aber wir haben uns heute die Daten angeschaut. Wir waren letztes Jahr hier im Trockenen nicht schlecht unterwegs.
Ich bin hier immer gut zurechtgekommen. Ich finde diese Strecke nicht schlecht. Mir taugt sie. Ich habe mit Le Mans noch nie ein Problem gehabt.

Die Ducati-Fahrer Dovizioso, Crutchlow und Bautista werden am Sonntag im Rennen womöglich erstmals im Rennen die extraweichen Hinterreifen verwenden können, weil der Belag hier als low-grip-Asphalt gilt. Du als Prototypen-Pilot aus der Factory-Class bekommst diese Reifen nicht. Ein grosser Nachteil?

Naja, wenn es am Sonntag 27 Grad Aussentemperatur hat, werden sie mit diesen Reifen auch nicht 28 Runden fahren können.
Aber man weiss es nicht. Es kommt auf die Temperaturen drauf an.
Ich kann momentan darauf nichts antworten.
Dovizioso ist ein Weltklassefahrer. Er macht seinen Job mit der Ducati momentan sehr, sehr gut. Er ist WM-Vierter und hat 2014 schon gute Ergebnisse eingefahren. Er ist nicht einfach zu schlagen.
Die Ducati-Fahrer haben mit den weichen Reifen natürlich gewisse Vorteile, vor allem im Qualifying.

Dein Ziel ist es, bei allen Rennen unter die ersten fünf zu fahren. Das wird durch die starken Leistungen von Ducati erschwert?

Nicht nur wegen Dovi. Aleix Espargaró ist in der WM momentan punktegleich mit mir an sechster Stelle. Iannone macht es auch gut. Es ist nicht mehr so, dass wir wie letztes Jahr sagen können, Ducati haben wir in der zweiten Halbzeit oder am Ende des Rennens im Griff.
Durch die weichen Reifen ist Dovizioso im Qualifying oft weit vorne. Und im Rennen haben die weichen Reifen bisher auch noch nie so extrem abgebaut.

Und es kann dadurch rasch einmal passieren, dass du nach dem dritten freien Training einmal an siebter, achter Position bist und auf dem Schleudersitz fürs Qualifying 1 sitzt, dass sich nur die ersten zehn nach dem FP3 ersparen können?

Ja, das haben wir in Jerez bei Bautista gesehen. Er hat es zwar dann noch einigermassen gerettet, aber es ist schwierig wegen des knappen Reifenkontingents. Man muss dann einen weichen Hinterreifen zusätzlich verheizen und hat fürs Rennen kein Back-up mehr. Man kann nicht mehr so sicher planen.

Das Ziel bleibt unverändert: Im Qualifying unter die ersten fünf fahren und im Rennen den Top-4 dicht auf den Fersen bleiben, womöglich um einen Podestplatz fighten?

Ja, wir müssen halt schauen, dass wir mit dem rechten Unterarm wieder dorthin kommen, wo wir sein wollen.

Hast du Beschwerden?

Ich habe am Donnerstagnachmittag ein Probesitzen gemacht. Daheim habe ich zur Vorbereitung jeden Tag etwas unternommen. Ich habe den Arm im Alltag normal belastet.
Wir werden es zwar erst im Training wirklich sehen... Aber ich glaube nicht, dass der Arm Probleme machen wird.

Bei Dr. Mir fahren die Piloten nach so einer OP nach drei oder acht Tagen wieder GP-Training?

Ja, Melandri ist nach drei Tagen wieder gefahren, Iannone nach acht Tagen. Aber ich weiss nicht, wie lange die Schnitte bei denen waren. Es kommt drauf an, wie lange der Schnitt ist.
Dr. Streifinger mir nach der OP gesagt, ich kann mit dem Arm nach einen Tag machen, was ich will. Theoretisch hätte ich Tennis spielen können.
Ich habe ihn normal belastet, aber halt nicht übertrieben. Ich habe mich normal bewegt, ich bin Auto gefahren, ich habe Physio gemacht und mich massieren lassen, damit die Schwellung zurückgeht und der Bluterguss schneller rausgeht.
Die Therapeuten haben halt ein bisschen herumgefuchtelt mit dem Arm. Was genau alles gemacht wurde, weiss ich nicht.

Du bist nicht beunruhigt, dass es wieder zu Problemen kommen könnte wie im Rennen von Jerez?

Nein, überhaupt nicht.
Dr. Streifinger hat gleich gesagt, als er aufgeschnitten hatte, der Muskel braucht mehr Platz. Deshalb hat er diese Faszienspaltung gemacht.

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