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Nachruf: Trauer um Ortema-Chef Hartmut Semsch

Von Ortema - 09.01.2020 15:17

Was immer Hartmut Semsch angepackt hat, weniger als 100 Prozent Einsatz waren für ihn nicht akzeptabel. «Handbremse lösen und Vollgas geben», lautete das Motto des umtriebigen Schwaben.

Mit diesem Credo hat Hartmut Semsch als Geschäftsführer das Orthopädie-Technik Unternehmen über die Grenzen Markgröningens hinaus weltweit bekannt gemacht. Am 29. April wäre der gebürtige Ludwigsburger 60 Jahre alt geworden. Das war ihm nicht mehr vergönnt. Er starb am 7. Januar 2020 nach kurzer, schwerer Krankheit.

1986 begann Hartmut Semsch, den seine Freunde «Hartl» riefen, als Orthopädiemechaniker in der Orthopädischen Werkstatt der Klinik Markgröningen. Zwei Jahre später legte er seine Meisterprüfung ab und im jungen Alter von 29 Jahren übernahm er bereits die Leitung der Orthopädischen Werkstatt.

Als wäre sein Auftrag, die Werkstatt zu einem modernen Handwerksbetrieb weiterzuentwickeln, nicht Herausforderung genug, machte sich Hartmut Semsch daran, über die Region hinaus die Welt zu erobern. Mit seiner ansteckenden Begeisterung, seinem Tatendrang und seiner hohen Kompetenz hatte er schnell ein junges Team geformt, das sich auf eine da noch nicht absehbare Reise gemacht hat. Dass es tatsächlich fast die ganze Welt werden sollte, hat damals niemand geglaubt und auch nicht erwartet.

Der Zugang zu dieser Welt war nur durch die Gründung der ORTEMA GmbH als 100-prozentige Tochter der Orthopädischen Klinik Markgröningen möglich, die Anfang 1994 an den Start ging. Gründerstimmung zog in die Räumlichkeiten ein und in vielen kleinen und größeren Schritten entwickelten sich die beiden Unternehmen gemeinsam weiter.

Getrieben – im positiven Sinn – durch einen Chef, der die Firma wie sein eigenes Unternehmen führte. Gespürt hat man dies ganz besonders bei den legendären Festen, die immer unter dem Motto standen, wer viel arbeitet, darf auch einmal so richtig feiern.

Er trieb für sein Leben gerne Sport, und ganz besonders begeisterte sich Hartmut Semsch fürs Skifahren. Eine dabei erlittene schwere Knieverletzung hat er in dem von ihm so geliebten handwerklichen Beruf genutzt, um anderen «Gleichgesinnten» zu helfen, sich gar nicht erst zu verletzen oder nach Verletzungen schnell und geschützt wieder Sport treiben zu können. Dies war die Geburtsstunde von Prävention und Protektion in der Orthopädietechnik. Von all diesen Entwicklungen – Knieorthesen, Rückenprotektoren oder Nackenschutzsysteme – haben nicht nur viele Spitzensportler profitiert, sondern auch Breitensportler sowie alle Patienten.

Hartmut Semsch war kein Schreibtischtäter: Wann immer es ging, kümmerte er sich vor Ort um seine Athleten. Seine zweite große Leidenschaft galt dem Motorsport. Privat sammelte er italienische Motorräder, wann immer es ging setzte er sich selbst auf eine Maschine, egal ob On- oder Offroad.

Hartmut Semsch hat die ORTEMA nicht nur mitgegründet, sondern in den vielen Jahren maßgeblich entwickelt und geprägt. So ist aus der früheren orthopädischen Werkstatt ein hoch angesehenes, mittelständisches Unternehmen geworden, das mit all seinen Mitarbeitern Gesundheit lebt – und das mit einer Begeisterung, die ihresgleichen sucht. Davon hat der ganze Standort profitiert.

Hartmut Semsch hinterlässt eine große Lücke. Die ORTEMA und Hartl werden immer miteinander verbunden bleiben.

Hartmut Semsch (li.) mit MotoGP-Legende Kevin Schwantz © Ortema Hartmut Semsch (li.) mit MotoGP-Legende Kevin Schwantz

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