Freddie Heinrich: Neuestes Geschenk ausprobiert

Von Thorsten Horn
Rundstrecke
Freddie Heinrich mit Dario Giuseppetti

Freddie Heinrich mit Dario Giuseppetti

Freddie Heinrich ist in diesem Jahr einer von nur fünf deutschen Fahrern im neuen Northern Talent Cup. Bevor es mit dem Einführungslehrgang Ende August losgeht, testete der Sachse sein eigenes Bike.

Bis vor kurzem ist der 15-jährige Lunzenauer vom PrüstelGP Juniorteam noch keinen Meter gefahren, doch schufen seine Eltern nun Abhilfe. «Ich war vor drei Wochen beim Mini-Bike-Rennen in Mülsen und habe dort Robin Siegert gecoacht. Als ich abends nach Hause kam, stand das Motorrad in der Werkstatt. Ich wusste nichts davon, das haben meine Eltern hinter meinem Rücken gemacht», erklärt Freddie Heinrich den glücklichen Umstand, dass er nun ein adäquates Trainingsmotorrad hat. Und weiter: «Ich bin meinen Eltern sehr dankbar dafür, dass ich nun gescheit trainieren kann.»

Angeschafft wurde klammheimlich eine KTM RC4R im Wert von 12.000 Euro wie sie auch im NTC gefahren wird. Bei diesem Pre-Moto3-Motorrad handelt es sich mit dem Motor (Einzylinder-Viertakt mit 250 ccm und ca. 46 PS) und dem Rahmen nach diversen Umbauten eigentlich um den rennstreckentauglich gemachten Crosser KTM 250 SX-F. Nachdem das Motorrad knapp drei Wochen nutzlos herumstand, ging Freddie Heinrich damit bei den Trackdays von Hafeneger Renntrainings auf dem Sachsenring erstmals auf die Strecke. «Ich hatte mir blöderweise beim Supermoto-Training in Lichtenberg das Schlüsselbein gebrochen und musste pausieren.» Dadurch verpasste er auch die ersten beiden Rennen zum European Talent Cup in Portugal Anfang Juli. Der Bruch musste nicht operiert werden, brauchte aber seine Zeit. «Jetzt kann ich aber endlich wieder alles machen, vor allem fahren.»

Vom European Talent Cup 2019 kennt Freddie Heinrich die Standard-Honda-Moto3 und konnte nach ein paar Runden schon einen ersten Vergleich anstellen: «Die KTM steht hinten etwas höher, hat dadurch etwas mehr Gewicht auf dem Vorderrad und ist dadurch beim Anbremsen etwas stabiler. Sie geht auch besser um die Kurven, was meinem Fahrstil entgegenkommt.»

Bis zum NTC-Test am 29. und 30. August in Oschersleben will Freddie Heinrich mindestens noch ein weiteres Mal (Brünn) mit seinem neuen Geschenk «spielen». Anders als die Teamleitung von PrüstelGP, die einen Platz unter den Top-3 des NTC als Zielsetzung ausgelobt hat, wäre Freddie Heinrich auch mit Podestplätzen, sowie am Ende einem Rang unter den ersten Fünf zufrieden. Schnitzer sind dabei tunlichst zu vermeiden, denn die Mini-Saison ist derzeit auf die drei in die IDM-Veranstaltungen Sachsenring, Lausitzring und Hockenheim integrierten Rennen limitiert.

Unabhängig vom Ertrag, kann Freddie Heinrich zum nächsten Jahr in Bezug auf eine weitere Vereinbarung mit dem PrüstelGP-Team nichts sagen. Seit der Teamvorstellung im Februar hatte er einen weiteren Wachstumsschub und misst nun 1,70 m. Dadurch kneift auch die neue Kombi schon hier und da und muss bis zum ersten offiziellen Auftritt nachgearbeitet werden. Der Moto3-Kategorie möchte er keinesfalls entwachsen.

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