Ole Möller: Erstmals rechts herum geknallt mit 160 PS

Von Rudi Hagen
Ungewohnte Geräusche auf dem Dithmarschenring in Albersdorf. Oliver Möller probierte ein 1000er-Speedway-Gespann aus.

Oliver Möller, von allen nur Ole genannt, machte jetzt eine ganz neue Erfahrung. «Ich bin zum ersten Mal in meinem Leben mit einem Rennmotorrad Rechtskurven gefahren und es ging besser als ich dachte», sagte der Schleswig-Holsteiner zu SPEEDWEEK.com, nachdem er ein 1000er-Speedway-Gespann auf seiner Heimbahn in Albersdorf ausprobieren durfte.

Normalerweise fährt Ole Möller mit Beifahrerin Linda Frohbös in der Internationalen Lizenzklasse auf Gras, Sand und Asche mit einem 500er-Seitenwagen links herum. Bei der diesjährigen DMSB-Meisterschaft in Berghaupten erreichte das gemischte Duo vom MSC Nordhastedt-Nordseeküste Platz 7.

Und jetzt ein 1000er-Gespann? «Das war ein Spaßding», erklärte Möller, «Dennis Smit, der bis vor deren Sturz in Vries zu Beginn der Saison Beifahrer beim Dänen Mike Frederiksen und davor auch schon beim Briten Dave Carvill war, hatte bei eBay ein 1000er-Gespann inseriert. Wir haben dann am Telefon so ein wenig herumgealbert und herausgekommen ist, dass er sein Gespann in den Transporter eingepackt hat und damit zu uns gefahren ist. Ich könnte es mal ausprobieren.»

Und dann stand das Ding auf dem Dithmarschen-Ring, der Speedwaybahn in Albersdorf, wo die Nordhastedter das Glück haben, ständig Trainings durchführen zu können. Eine waschechte Yamaha FZR 1000, ein wassergekühlter Vierzylinder mit zirka 160 PS, verbaut in einem Speedwaygespann ohne Federung. Nicht wie in Großbritannien, Australien und Neuseeland üblich mit Methanol, sondern mit normalem Sprit befeuert und auch ohne 2-Gang-Schaltautomat, sondern mit Fußschaltung.

Möller: «Ja, da habe ich erstmal geschluckt und mein Puls stieg langsam an, als wir das Gespann ausgepackt haben. Rechtsherum fahren und mit dem Fuß schalten, das war neu. Dazu kam, dass keine meiner Beifahrerinnen weder Zeit noch Lust auf das Experiment hatte, da Dana einen Tag später in Schleswig ihren kirchlichen Heiratstermin hatte und ihre Schwester Linda das natürlich auch gesund und munter erleben wollte.»

Aber dann ging alles gut. Dreimal fünf Minuten hatte Ole Möller Zeit, seine Erfahrungen mit dem PS-gewaltigen Vierzylinder zu machen. Als Beifahrer dabei war einmal der Niederländer Dennis Smit und dann Bianca Ploog, die Mutter von Julian Ploog vom MSC Mecklenburgring, die sich kurz entschlossen für die schnelle Fahrt zur Verfügung stellte.

«Es ging besser als ich dachte, nach den ersten Runden zur Eingewöhnung habe ich mich sehr wohl auf dem Bike gefühlt, es hat großen Spaß auf unserer Betonbahn gemacht», so Möller nach dem Training.

Anders als bei den 500er-Gespannen ist der Seitenwagen bei den «big chairs» links angebracht und steht im 90-Grad-Winkel zum übrigen Motorradrahmen. Die 1000er-Gespanne sind also nicht wie die üblichen 500er-Einzylinder bis zu 15 Grad nach links geneigt, sondern stehen gerade. Der Beifahrer sitzt beim Start und auf der Geraden hinter dem Fahrer und liegt in den Kurven rechts von ihm auf einem breiten Trittbrett und hält so das Gespann in der Spur.

Wer sie einmal erlebt hat, ist fasziniert von ihnen. Mehr-Zylinder-Bahngespanne bis 1000 ccm sind in England, Australien und Neuseeland auf Gras-, Sand- und Speedwaybahnen eine Attraktion. In Deutschland konnten sie sich nicht durchsetzen.

Zur Erinnerung: Mitte der 1990er-Jahre versuchte eine kleine Gruppe um den Briten Ian Barclay (†), Promotor des damals bekannten und hochangesehenen Grasbahnrennens «Ace of Aces» in der Nähe der südenglischen Stadt Salisbury, die 1000er-Gespanne in Deutschland bekannt zu machen. Ziel war die Einführung der «1000cc-Sidecars» in Deutschland, den Niederlanden und Frankreich, um die «Ace of Aces» künftig auf europäischer Bühne und nicht nur auf der britischen Insel präsentieren zu können.

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