Kawasaki-Star Jonathan Rea gesteht: «Ich bin süchtig»

Von Kay Hettich
Superbike-WM
Niemand ist an der Sektflasche so geübt wie Jonathan Rea

Niemand ist an der Sektflasche so geübt wie Jonathan Rea

Wenn sich Jonathan Rea nach der Sommerpause der Superbike-WM 2019 wieder hinter die Verkleidung seiner Kawasaki Ninja ZX-10RR klemmt, steht sein Fokus klar auf den fünften WM-Titel – am liebsten mit weiteren Laufsiegen.

Viermal gewann Jonathan Rea bereits die Superbike-WM, und der fünfte Titel ist dem Kawasaki-Werkspiloten kaum mehr zu nehmen. Nach dem drei Meetings andauernden Black-Out von Álvaro Bautista (fünf Rennstürze!) hat der Brite bei nur noch vier ausstehenden Meetings (Portimão, Magny-Cours, San Juan, Doha) komfortable 81 WM-Punkte Vorsprung auf den Ducati-Piloten.

Wird Rea in den noch zwölf zu fahrenden Rennen taktieren? Nein, denn Rea hat den unbedingten Willen, zu gewinnen. Mit zweiten oder dritten Plätzen gibt sich der 80-fache-Laufsieger (!) nur zufrieden, wenn er keine Chance auf den Sieg sieht. «Gewinnen ist wie eine Sucht, egal ob man sich körperlich gut oder schlecht fühlt», gab der 32-Jährige zu. «Siege sind unser Fokus und unser Ziel. Wir als Team wollen die Referenz bleiben und jeden einzelnen Sieg einfahren.»

Rea ist auch deshalb so erfolgreich, weil er sich sich nicht zu unüberlegten Aktionen hinreißen lässt. Selbst als er im ersten Saisondrittel von Bautista vorgeführt wurde, fuhr er kontrolliert zweite Plätze nach Hause. Als der Spanier dann begann zu schwächeln und Fehler zu machen, war der Kawasaki-Pilot zur Stelle und gewann neun Superbike-Läufe – umgekehrt lieferte Bautista fortan reihenweise Stürze ab.

«Erfolg zu haben, bedeutet zu gewinnen – für mich ist es aber mehr als nur das», sagte Rea weiter. «Es geht darum, gesund zu bleiben, Spaß in den Rennen zu haben und mit meinem Team und Familie zu genießen, jeder Herausforderung anzunehmen und jede Hürde aus dem Weg zu räumen.»

Wenn Rea am Ende als fünffacher Weltmeister feststeht, wird er endgültig erfolgreichster Superbike-Pilot aller Zeiten sein. Das ist kein Selbstgänger.

«Niemand sieht, wie ich mir jeden einzelnen Tag den Arsch aufreiße», stellt der Brite klar. «Zu Hause, beim Training, wie ich an jedem fahrerischen Detail arbeite. Außenstehende sehen nur die schönen Momente, aber niemand, wie hart wir dafür arbeiten.»


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