Alex Lowes (Kawasaki): Blick in die Augen verriet ihn

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM

«Er gehört zu den Schnellsten im Superbike-WM-Fahrerlager», sagt Kawasakis Crew-Chief Marcel Duinker über seinen neuen Fahrer Alex Lowes. «Wir werden ab dem ersten Rennen um Podestplätze kämpfen.»

Während Jonathan Rea für Kawasaki 2019 in 37 Rennen 34 Mal (!) aufs Podium fuhr, 17 Mal gewann und zum fünften Mal in Folge Weltmeister wurde, enttäuschte Teamkollege Leon Haslam mit nicht einmal der Hälfte Punkte, sechs dritten Plätzen und WM-Rang 7.

Kawasaki engagierte für 2020 den 29-jährigen Alex Lowes, der nach vier Jahren im Yamaha-Werksteam dort nicht mehr erwünscht war und Toprak Razgatlioglu Platz machen musste. Lowes’ Crew-Chief Marcel Duinker, der 2013 mit Tom Sykes Weltmeister wurde, arbeitete mit dem Engländer bislang während vier Testtagen. Bevor die Superbike-WM 2020 am letzten Februar-Wochenende in Australien beginnt, stehen sechs weitere Testtage auf dem Programm: Je zwei in Jerez, Portimao und auf Phillip Island.

SPEEDWEEK.com sprach mit Duinker, was wir dieses Jahr von Alex Lowes (20 Podestplätze, 1 Sieg) erwarten dürfen.

Marcel, was sind deine ersten Eindrücke von Alex Lowes?

Meistens musst du einem Menschen nur in die Augen schauen, um seinen Charakter zu erkennen. Alex ist genau der Mensch, den ich erwartet habe: Sehr angenehm, sehr offen, sehr ehrlich, mit ihm kann man sich gut unterhalten. Das sind die Zutaten, die es braucht, um im Rennsport erfolgreich zu sein.

Das Verhältnis zwischen Crew-Chief und Fahrer basiert auf Vertrauen und Kommunikation, bislang funktioniert das sehr gut. Der erste Eindruck von mir und dem Rest der Crew ist sehr positiv. Wichtig ist, dass ein Fahrer die richtigen Rückmeldungen liefert. Wenn er etwas nicht weiß, dann muss er das auch zugeben können. Bei Alex ist das so – ich bin beeindruckt, wie er seine Gefühle zum Ausdruck bringen kann.

Vor Jahren hast du mir mal gesagt, dass Tom Sykes einer von wenigen Fahrern sei, der ehrlich sagt, dass er etwas nicht weiß oder nicht fühlt. Ist das eine Eigenschaft, die Spitzenfahrer auszeichnet?

Mit Alex ist es gleich – er lässt keine Zweifel reifen und kommt direkt auf den Punkt. Nur so kannst du deine Leistungen verbessern. Er konnte uns sofort die Unterschiede zwischen seiner letztjährigen Maschine und der ZX-10RR erklären. Was er sagt unterstreicht unsere Eindrücke, welche wir die letzten Jahre gewannen.

Zum ersten Mal seit dem Wechsel von Jonathan Rea 2015 von Honda zu Kawasaki haben wir die Situation, dass mit Alex Lowes ein Fahrer eines anderen siegreichen Herstellers zu Kawasaki kam. Welche Informationen kann er euch liefern, damit ihr von den Stärken der Yamaha profitiert?

Wir kennen unsere Stärken und wissen, wo wir nicht die Besten sind. In der Theorie ist uns das bewusst – Alex bestätigt diese Vermutungen. Basierend auf unserer Erfahrung in diesem Fahrerlager sind wir gut informiert.

Die letzten zwei Jahre hat sich Alex zu einem konstanten Fahrer entwickelt, der immer in den Top-5 kämpft. Er bringt viel Erfahrung mit. Immer, wenn du einen Fahrer oder jemanden in der Crew austauschst, lernst du etwas.

Alex wurde letztes Jahr WM-Dritter. Unser Ziel ist, seine letztjährige Leistung zu verbessern, jetzt hat er das beste Paket zur Verfügung.

Es bringt einem Hersteller mehr, wenn er einen Spitzenfahrer von einem anderen Hersteller holt, statt einen aus den eigenen Reihen zu nehmen, wie es Kawasaki letztes Jahr mit Leon Haslam getan hat?

Das kann man so nicht sagen. Letztlich geht es darum, was ein Fahrer leisten kann. Umso besser er ist, desto besser wird er sich auf der Kawasaki schlagen. Die Kawasaki ist die beste Allroundmaschine, jeder gute Fahrer würde sich auf ihr gut schlagen. Jetzt haben wir den WM-Dritten und gehen davon aus, dass er sich dieses Jahr gut schlägt.

Lange war Alex Lowes als Sturzpilot verschrien. Crashte er so oft, weil er bei Suzuki und Yamaha immer ans Limit gehen musste, um konkurrenzfähig zu sein? Kann Kawasaki diesen Rohdiamanten zu einem Siegfahrer polieren?

Wir wissen, dass er einer der schnellsten Fahrer ist. Wir wissen außerdem, dass die Kawasaki die letzten Jahre das konstanteste Motorrad über eine Renndistanz war. Außerdem vermittelt unser Bike das beste Gefühl fürs Vorderrad. Die Kawasaki bietet seinem Fahrer die meiste Traktion und gibt die bestmöglichen Rückmeldungen. Kombiniert man all’ diese Dinge, bin ich überzeugt davon, dass sich Alex sehr gut schlagen wird. Je mehr Vertrauen du in dein Motorrad hast, je mehr Rückmeldungen du erhältst, desto besser kannst du sein.

Er wird seine Leistungen bei Kawasaki verbessern: Technisch und mental. Wir haben genügend Erfahrung, um ihn zu führen und zu verbessern. Wir werden ab dem ersten Rennen um Podestplätze kämpfen.

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