Superbikes für die Straße werden teurer – und besser

Von Kay Hettich
Superbike-WM
Die limitierte Aprilia RSV4-X war in wenigen Minuten ausverkauft

Die limitierte Aprilia RSV4-X war in wenigen Minuten ausverkauft

An der Spitze der Preisliste für ein aktuelles Superbike rangiert die Ducati Panigale V4R, doch auch die Motorräder der Konkurrenz werden teurer. Die Kostenspirale wird sich weiterdrehen.

Für eine Ducati Panigale V4R muss man in Deutschland 39.900 Euro auf den Ladentisch legen, damit baut die Edelschmiede aus Bologna das teuerste Motorrad, das für die Superbike-WM homologiert ist – das Reglement schreibt einen maximalen Preis von 40.000 Euro vor.

Längst wird auch in den Chefetagen der Konkurrenz laut darüber nachgedacht, die Ducati-Strategie zu kopieren und den maximalen Verkaufspreis ans Limit zu treiben, um ein konkurrenzfähigeres Homologationsmodell für die Superbike-WM zu erhalten. «Wir müssen konkurrenzfähiger werden und über ein MotoGP-ähnliches Bike nachdenken», sagte Kawasaki-Rennchef Ichiro Yoda im Gespräch mit SPEEDWEEK.com. «Ein extremes Bike, das wir in limitierter Anzahl in Serie produzieren. Für Kawasaki ist es einfach, 500 solche Motorräder zu bauen.»

In der Superbike-WM 2020 wird Kawasaki mit einem leicht überarbeiteten Version der ZX-10RR antreten, doch ein komplett neues Modell ist in Arbeit!

Honda ist früher dran und will mit einer neuen CBR1000RR-R die Blamagen in der seriennahen Weltmeisterschaft beenden. Dass der Kunde für die käufliche und auf der EICMA 2019 vorgestellten Fireblade tiefer in die Taschen greifen muss, wundert angesichts des verbauten MotoGP-Know-how nicht. Dennoch wird das Spitzenmodell wahrscheinlich unter 30.000 Euro kosten (Preise wurden für Deutschland noch nicht veröffentlicht).

Und der Markt für solch hochpreisige Motorräder ist da. Nicht nur die Ducati Panigale V4R verkauft sich gut, uns sicher auch die neue Honda SP, auch Aprilia hat binnen weniger Stunden sein limitiertes Extrem-Superbike verkauft. Angesichts des rasanten Verkaufs hätte man aber sicher mehr RSV4 X verkaufen können, als nur die zehn Stück anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der RSV4, mit der Max Biaggi 2010 und 2012 sowie Sylvain Guintoli 2014 die seriennahe Motorradweltmeisterschaft gewann.

Übrigens: Biaggi sicherte sich eine der Aprilia RSV4 X, die mit 225 PS bei 165 kg zwar gut im Futter steht, mit 1100 ccm Hubraum jedoch nicht dem aktuellen Reglement entspricht. Für das limitierte Motorrad mit Entwicklungen aus MotoGP- und SBK-WM wurden 39.900 Euro aufgerufen.


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