Troy Bayliss überzeugt: Heute wird härter gefahren

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Mit drei Titeln und 52 Laufsiegen ist Troy Bayliss nach Jonathan Rea und Carl Fogarty der dritterfolgreichste Superbike-WM-Pilot. Der Australier erzählt, was sich die letzten Jahre verändert hat.

Nur drei Fahrer gewannen mehr als zwei Titel und über 50 Rennen in der Superbike-WM: Der dreifache Champion Troy Bayliss mit 52 Siegen, Carl Fogarty mit vier Titeln und 59 Siegen sowie Jonathan Rea mit fünfmal Gold und 88 Siegen.

Bayliss lebt seit seinem WM-Rückzug nach der Saison 2008 wieder in Australien. 2015 ließ er sich zu einem kurzen Comeback hinreißen und bestritt für das Ducati-Werksteam die ersten vier SBK-Rennen auf Phillip Island und in Thailand.

2019 fuhr er letztmals in der Australischen Superbike-Meisterschaft, zog sich aber im ersten Rennen einen komplizierten Bruch des Mittelfingers der rechten Hand zu, verzichtete auf den Rest der Saison und kümmert sich seither stattdessen um sein Ducati-Rennteam und die Karriere von Sohn Oliver (16), der Ende Februar 2020 sein Debüt in der Supersport-WM gab.

Troy Bayliss gehört nach wie vor zu den beliebtesten Superbike-Piloten, bei der Nennung seines Namens geraten Ducatisti noch immer in Verzückung. Sehr sympathisch: Der heute 51-Jährige blieb immer mit beiden Füßen auf dem Boden, er ist für jeden nahbar und hat sich nie als besonders empfunden.

«Jeder Sport kommt irgendwann auf das nächste Level, auch SBK und MotoGP», erzählte Bayliss im «Ducati Corse Racing Talk». «Wir fuhren früher hart, heute sieht es für mich aber so aus, als würden die Fahrer öfter über ihre Grenzen gehen. Das führt dazu, dass sie sich mehr verletzen. Heute wird wirklich hart gefahren, immer am Limit oder darüber – das ist verrückt. Es kommen viele junge Fahrer nach. Früher war es schwierig, einen Platz in einem guten Team zu bekommen und diesen zu behalten. Ich kann mir vorstellen, dass es heute noch schwerer ist. Aber so läuft das Geschäft, auch im Rennsport.»

Aus dem Mund von Bayliss, der nie zurücksteckte oder aufgab, wiegt so eine Beurteilung besonders schwer. «Es liegt wohl in meiner Natur, dass ich so war», grinste der Mann mit der Startnummer 21. «Aber ich war nie wirklich böse auf jemanden. Klar habe ich mal einen angeschrien, aber nach den Rennen war das alles vergessen.»

Fast 25 Jahre fuhr Bayliss Rennen, von 2000 bis Ende 2008 in der Superbike- und MotoGP-WM. «Ich begann mit dem Rennsport 1996 auf Kawasaki in der Australischen Superbike-Meisterschaft», erinnerte er sich. «Im Jahr darauf fuhr ich Suzuki, dann ging ich in die BSB, welche ich 1999 gewann.»

Seit seinen Anfängen hat sich einiges geändert, die elektronischen Helfer wurden immer mehr. «Ich würde nicht sagen, dass wir heute zu viel Elektronik haben», bemerkte Bayliss. «Ich sehe es eher so, dass sich die Welt stark verändert hat. Heute fährt man in anderen Klamotten, die Rennstrecken wurden sicherer und die Fahrer immer schneller. Heute haben die Bikes so viel Power, du brauchst die Elektronik, um sie beherrschen zu können. Du musst mit deinen Elektronik-Ingenieuren heute sehr viel arbeiten, früher war es eher wichtig, dass du eine gute Abstimmung für die Federelemente findest. Einige Probleme, die es früher zu lösen galt, kann man heute mit der Elektronik umschiffen.»

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