Zitterpartie beendet: Jonas Folger mit 2 WM-Einsätzen

Von Esther Babel
Superbike-WM
Jonas Folger in Oschersleben

Jonas Folger in Oschersleben

Der ehemalige MotoGP-Fahrer Jonas Folger bereitet sich intensiv auf seine erste Superbike-Saison vor. Der 26-Jährige betont, dass die IDM für ihn nur eine Zwischenstation sein soll.

Lange musste Jonas Folger warten, bis er sein neues Team Bonovo Action by MGM Yamaha um Eigentümer Jürgen Röder und Techniker Michael Galinski komplett kennenlernen konnte. Sie wollten eigentlich schon im März mit den Vorbereitungen für die diesjährige IDM-Saison beginnen. Doch wegen der komplizierten Situation durch die Corona-Pandemie mussten alle Pläne umgeschmissen werden.

Vergangene Woche war es endlich soweit: Der 26-jährige Rennfahrer aus Oberbayern und seine neu zusammengestellte Technik-Crew nahmen an einem exklusiven Track-Day in der Motorsport Arena Oschersleben teil. Der eintägige Aufenthalt in Sachsen-Anhalt verlief sehr erfreulich. Folger konnte sich schnell in seiner neuen Umgebung einleben und hat sich im Handumdrehen an sein neues Arbeitsgerät gewöhnt.

«Es war eine Herausforderung», gab der Zweite des Sachsenring-MotoGP-Rennens von 2017 zu. «Es war alles neu – neues Team und neues Bike. Mein bisheriges Testmotorrad ist Modelljahr 2018. Da hat sich beim 2020er-Bike doch einiges geändert, was die Elektronik betrifft und auch den Motor. Besonders der Anfang war sehr schwierig, weil ich die Strecke kennenlernen musste. Es ist eine sehr technische Strecke. Ich hatte bis zum Schluss zu kämpfen, auch mit mir selber. Meine Linie war nicht perfekt, auch nicht die Bremspunkte usw. Das merkte ich schon. Ich gehe ja normalerweise auf Strecken, die ich kenne – wie Brünn, Mugello oder Misano. Da gehe ich drauf, fahre zwei Runden und bin voll drin. Das war in Oschersleben nicht der Fall. Aber wir haben einiges erreicht und an der Elektronik eingestellt. Ich konnte mich ans Bike gewöhnen und natürlich auch an die Strecke. Es war ganz wichtig, dass ich den Kurs in Oschersleben kennenlerne. Ich bin sehr begeistert vom Team und auch froh, dass wir den Tag so gut rumgebracht haben.»

Edgar Mielke, der das Interview mit Folger führte, stellte fest, dass dieser sein Comeback sehr seriös angeht. «Natürlich ist der Plan von mir und vom Team, dass wir die IDM gewinnen. Mein persönlicher Fokus, das will ich ganz klar betonen, liegt auf der Superbike-WM. Ich komme aus der WM und will mich auch wieder in der WM messen. Da haben wir eine gute Option, wir sind gut ausgestattet.»

Folger bekommt für die zwei geplanten Wildcard-Einsätze in Barcelona und Misano das Testmotorrad des Yamaha-Werksteams.

«Wie ich mitbekommen habe», freute sich Folger, «dürfen wir die Wildcard-Einsätze bestreiten. Da war ja ein großes Fragezeichen dahinter, nachdem man gelesen hatte, dass in der MotoGP in diesem Jahr keine Wildcards gestattet sind, aufgrund der Corona-Situation. Das wäre natürlich absolut perfekt für mich, wenn ich in der Superbike-WM noch ein oder zwei Rennen fahren und wir uns als Team in der Weltspitze unter Beweis stellen könnten.»

An der Professionalität seines IDM-Teams hat der ehemalige MotoGP-Profi keine Zweifel. «Wir müssen uns nicht verstecken», unterstrich Folger. «Ich war schon in einigen Teams, habe einige WM-Jahre auf dem Buckel, Erfahrungen gesammelt und vieles erlebt. Das Team und die Ausstattung sind auf höchstem Niveau, mir ist beim Test ein Stein vom Herz gefallen. Auch mit meiner Crew und meinem Chef-Mechaniker. Es war tipptopp. Wir haben die Fehler beseitigen können und sind Schritt für Schritt nach vorne gegangen. Genauso muss es laufen. Natürlich hatten wir keinen Druck, es war freies Fahren. Aber trotzdem, besser könnten wir nicht aufgestellt sein.»

Zuletzt sahen wir in Deutschland 2017 auf dem Lausitzring einen SBK-Event. Die für 2020 geplanten Rennen mussten wegen der Corona-Bestimmungen abgesagt werden, für nächstes Jahr steht die Motorsport Arena Oschersleben fix im Kalender. Für Promoter Dorna wäre es positiv, mit Folger einen zweiten Deutschen neben Sandro Cortese im Superbike-Feld zu haben.

Provisorischer Superbike-Kalender 2020, Stand 15. Juni:

31.7.–2.8. Jerez/Spanien
7.–9.8. Portimao/Portugal
28.–30.8. Aragon/Spanien
18.–20.9. Barcelona/Spanien
2.–4.10. Magny-Cours/Frankreich
9.–11.10. San Juan/Argentinien
6.–8.11. Misano/Italien

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