Jonas Folger (Yamaha): «Wurde ganz schön eingebremst»

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Im ersten freien Training der Superbike-WM in Barcelona verlor Jonas Folger aus dem Bonovo-Team 1,5 sec auf die Spitze. Eine respektable Leistung, wenn man bedenkt, dass er nie zuvor mit der WM-Version der Yamaha fuhr.

Mit Toprak Razgatlioglu, Michael van der Mark und Garrett Gerloff platzierten sich im ersten freien Training auf dem Circuit de Catalunya ausschließlich Yamaha-Piloten in den Top-3! Von den restlichen Fahrern in blau wurde Loris Baz Zehnter, Federico Caricasulo 14. und Wildcard-Fahrer Jonas Folger 15.

Folger sitzt zum ersten Mal auf der WM-Version der R1 und schlug sich mit 1,524 sec Rückstand respektabel. Sämtliche vorab geplanten Tests waren coronabedingt ausgefallen, am Mittwoch hatte der 27-Jährige Sitzprobe auf der Maschine, mit welcher normal Yamaha-Testfahrer Niccolo Canepa unterwegs ist.

Folger kennt die Rennstrecke nahe Barcelona bestens: Dort war er bis 2008 in der Red Bull MotoGP Academy der Dorna, anschließend fuhr er bis 2019 Grand Prix.

«Das Motorrad fühlt sich komplett anders an als meine IDM-Maschine», erläuterte der Mühldorfer SPEEDWEEK.com. «Die Sitzposition ist anders, man sitzt tiefer. Das Fahrwerk ist anders, wir können den Lenkkopfwinkel und den Schwingendrehpunkt verändern. Von dem her sind der Radstand und sämtliche Winkel anders. Man hat ziemlich viele Möglichkeiten, wie in Moto2 oder MotoGP. Die Elektronik arbeitet anders, die Traktions- und Wheelie-Kontrolle, das ist auch ein großer Punkt. Im Endeffekt ist es einfach ein schnelleres Motorrad, wir haben uns schon ganz gut eingeschossen. Nur mit der Leistungsentfaltung hatten wir ein Problem, wir wurden ganz schön eingebremst. Ich gab Vollgas und bekam nur 50 Prozent Leistung. Da dürfen und müssen wir noch einiges ändern, wir haben gesehen, was fehlt.»

Anfang Juli waren die meisten Superbike-WM-Piloten in Barcelona beim Testen, anhand der damals gesammelten Daten wurde für Folger eine Abstimmung für den Beginn erarbeitet. «Mein Chefmechaniker weiß, was ich brauche und wie ich fahre», erklärte er. «Er hat für mich eine Zwischenlösung erstellt. Allerdings hat uns Yamaha die Leistungsentfaltung und die Charakteristik des Motors vorgegeben, deswegen haben wir am Kurvenausgang extrem viel verloren. Das haben wir jetzt aber geändert, jetzt übernehme ich eins zu eins das Mapping der Werksfahrer.»

Tendierst du eher in die Richtung von Razgatlioglu oder van der Mark? «Toprak ist extrem», grinste der fünffache GP-Sieger. «Der ist extrem auf der Bremse, ich gehe eher in Richtung van der Mark. Ich habe mir vorgenommen, unter die ersten zehn zu kommen, das wäre super. Es ist alles im grünen Bereich. Wir haben bei der Elektronik noch viel Spielraum, alles gut.»

Ergebnisse Superbike-WM Barcelona FP1:

1. Toprak Razgatlioglu (TR), Yamaha, 1:42,140 min
2. Michael van der Mark (NL), Yamaha, +0,169 sec
3. Garrett Gerloff (USA), Yamaha, +0,338
4. Alvaro Bautista (E), Honda, +0,373
5. Jonathan Rea (GB), Kawasaki, +0,474
6. Michael Rinaldi (I), Ducati, +0,495
7. Alex Lowes (GB), Kawasaki, +0,548
8. Tom Sykes (GB), BMW, +0,659
9. Scott Redding (GB), Ducati, +0,692
10. Loris Baz (F), Yamaha, +0,699
11. Chaz Davies (GB), Ducati, +0,733
12. Eugene Laverty (IRL), BMW, +0,887
13. Xavi Fores (E), Kawasaki, +1,117
14. Federico Caricasulo (I), Yamaha, +1,457
15. Jonas Folger (D), Yamaha, +1,524
16. Maximilian Scheib (RCH), Kawasaki, +1,806
17. Takumi Takahashi, Honda, +2,082
18. Leon Haslam (GB), Honda, +2,175
19. Sylvain Barrier (F), Ducati, +2,698
20. Samuele Cavalieri (I), Ducati, +2,832
21. Leandro Mercado (I), Ducati, +3,411
22. Valentin Debis (F), Kawasaki, +3,521

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