Garrett Gerloff: «In so einer Debatte gewinnt keiner»

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Garrett Gerloff

Garrett Gerloff

Der Rennunfall von Garrett Gerloff und Tom Sykes in Magny-Cours ist auch bei der Superbike-WM in Estoril noch Thema. Der Texaner erklärte, warum er sich in solchen Situationen vornehm zurückhält.

Der Unfall in der ersten Kurve des ersten Superbike-WM-Laufs in Magny-Cours vor knapp zwei Wochen sorgte für viel Gesprächsstoff. Garrett Gerloff sah eine große Lücke, wo nur eine kleine war. Tom Sykes war nur eine Reifenbreite von der weißen Innenlinie entfernt, der Texaner hatte aber einen deutlich besseren Start und kam mit viel Überschuss an. «Ich konnte nur Rea vor mir sehen, sonst niemanden», verteidigte sich der 24-jährige WM-Rookie, der nach seinem ersten Podestplatz in Catalunya auch in Frankreich sehr schnell unterwegs war.

Damit löste er einen Domino-Effekt aus. Um nicht innen auf die Kerbs zu gelangen, richtete Gerloff seine Yamaha minimal auf, dabei berührte er den Lenker von Sykes, worauf der Engländer auf regennasser Strecke wegrutschte und seinen außen fahrenden Teamkollegen Laverty abräumte. Sykes und Laverty, von den Startplätzen 2 und 1 gekommen, überschlugen sich im Kiesbett mehrfach, die Motorräder waren Schrott.

Das FIM SBK Stewards Panel wertete es als Rennunfall und sah sehr zum Missfallen von BMW von einer Bestrafung oder Verwarnung ab.

In Estoril zeigte Gerloff am Freitag als Sechster erneut eine starke Leistung und verlor 0,720 sec auf die Bestzeit von Scott Redding (Aruba.it Ducati).

Der Yamaha-Pilot ließ sich auch in Portugal auf keine Diskussionen über den Vorfall in Frankreich ein. «In so einer Debatte gewinnt keiner», hielt Gerloff fest. «Was geschehen ist, ist geschehen. Wenn du das jetzt diskutierst, werden nur weitere Türen geöffnet und es gibt ein einziges Schlamassel. Ich verteidige meine Position, dass ich nichts Falsches tat. Aber mir tut es leid, wie es lief. Niemand will in so einen Vorfall verwickelt sein, schon gar nicht, wenn ein anderer Fahrer dabei stürzt. Ich habe mir jede verfügbare Kameraaufnahme angesehen und nach wie vor nicht das Gefühl, etwas falsch gemacht zu haben.»

In Australien bist du von Sandro Cortese abgeräumt worden und musstest mit dem Hubschrauber nach Melbourne ins Krankenhaus geflogen werden. Ich finde es bemerkenswert, dass du dich nie darüber beschwert hast.

«Jeder geht mit solchen Situationen anders um», unterstrich der Mann aus Katy. «Das in Australien war nicht lustig, aber solche Dinge geschehen. Ich habe kein Problem mit Cortese, ich denke deswegen nicht, dass er ein schlechter Fahrer ist. Er machte einen Fehler. Ich wusste, dass ich in Zukunft wahrscheinlich auch einen machen werde. Es wäre nicht fair von meiner Seite auf ihn sauer zu sein, weil er einen Fehler machte. Ich versuche in meinen Beurteilungen gleiche Maßstäbe anzusetzen. Deshalb habe ich auch kein Problem mit Laverty, Sykes, Rinaldi oder Lowes – ich habe mit niemandem ein Problem. Das ist die beste Art, durchs Leben zu gehen.»

Ergebnis Superbike-WM, Estoril, FP2
Pos Fahrer Motorrad Zeit Diff
1. Scott Redding Ducati 1:36,886 min
2. Toprak Razgatlioglu Yamaha 1:36,975 + 0,089 sec
3. Loris Baz Yamaha 1:37,084 + 0,198
4. Jonathan Rea Kawasaki 1:37,443 + 0,557
5. Alex Lowes Kawasaki 1:37,563 + 0,677
6. Garrett Gerloff Yamaha 1:37,606 + 0,720
7. Chaz Davies Ducati 1:37,626 + 0,740
8. Jonas Folger Yamaha 1:37,628 + 0,742
9. Michael van der Mark Yamaha 1:37,775 + 0,889
10. Leon Haslam Honda 1:37,883 + 0,997
11. Alvaro Bautista Honda 1:37,914 + 1,028
12. Tom Sykes BMW 1:37,936 + 1,050
13. Michael Rinaldi Ducati 1:38,241 + 1,355
14. Xavi Fores Kawasaki 1:38,266 + 1,380
15. Sylvain Barrier Ducati 1:38,375 + 1,489
16. Federico Caricasulo Yamaha 1:38,515 + 1,629
17. Matteo Ferrari Ducati 1:38,766 + 1,880
18. Eugene Laverty BMW 1:38,925 + 2,039
19. Leandro Mercado Ducati 1:39,101 + 2,215
20. Eric Granado Honda 1:39,326 + 2,440
21. Sheridan Morais Kawasaki 1:39,708 + 2,822
22. Takumi Takahashi Honda 1:39,787 + 2,901
23. Loris Cresson Kawasaki 1:42,683 + 5,797

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