Alex Lowes im Kawasaki-Werksteam: Kein Selbstläufer

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Alex Lowes

Alex Lowes

Nach dem Auftakt der Superbike-Weltmeisterschaft 2020 lag Alex Lowes in Führung, nach 24 Rennen war er nur noch Sechster. Auch wenn er für Kawasaki fährt, fand er als Neuling kein gemachtes Nest vor.

Seit 2014 fährt Alex Lowes Superbike-WM: Zuerst zwei Jahre für Voltcom Crescent Suzuki, dann vier Jahre für das Yamaha-Werksteam, hinter dem ebenfalls die britische Firma Crescent von Paul Denning steckt.

Der Mann aus Lincoln hatte immer schon einen sehr hohen Grundspeed, stürzte aber auch häufig. Einige sagen ihm sogar mehr Talent nach als seinem Zwillingsbruder Sam, der 2013 Supersport-Weltmeister wurde und 2020 Dritter der Moto2-WM.

Alex Lowes übernahm 2020 den Platz von Leon Haslam im Kawasaki-Werksteam, der erfolgreichste Hersteller seit 2013 sieht im Engländer einen Rohdiamanten.

Mit den Rängen 4, 2 und 1 beim Auftakt der Superbike-WM 2020 auf Philipp Island überraschte Lowes alle seine Kritiker und kehrte als WM-Leader aus Australien zurück. Nach der fünfmonatigen Corona-Pause lief es nicht mehr so gut, in den restlichen 21 Rennen schaffte er es nur noch in Magny-Cours aufs Podest und fiel bis auf den sechsten Gesamtrang zurück.

Lowes hatte wenig Erfahrung mit der Kawasaki und konnte ihr volles Potenzial nur selten nützen, während Teamkollege Jonathan Rea letztes Jahr zu 17 Podestplätzen, elf Siegen und seinem sechsten WM-Titel in Folge stürmte.

«Heute ist es in der Superbike-WM so, dass du am Freitag zum ersten Mal auf die Strecke fährst und zwei Trainings-Sessions hast», erzählte Alex Lowes SPEEDWEEK.com. «Bereits am nächsten Tag musst du das erste Rennen fahren. Deshalb traut man sich kaum noch große Änderungen am Motorrad vorzunehmen, wenn es nicht läuft. Wenn du langsam bist gelingt es dir nur schwer, große Fortschritte zu erzielen.»

Lowes geht nicht davon aus, dass es in seiner zweiten Kawasaki-Saison automatisch besser laufen wird, zumal es eine neue ZX-10RR mit zahlreichen Updates gibt. «Letzten Winter war es auch so, dass ich aufs Motorrad stieg und mich sofort gut fühlte», erinnerte sich Alex. «Dann merkte ich aber, dass ich nicht bereit bin. Es gab unterschiedliche Strecken und wechselnde Bedingungen. In Barcelona dachte ich mir nach den Trainings am Freitag, dass ich zwei weitere Tage bräuchte, um das Motorrad zu verstehen. Die Yamaha ist fahrerfreundlicher und leichter zu verstehen.»

Am 20. Januar gehen für Lowes die Wintertests weiter, nachdem er seit Saisonende im alten Jahr bereits in Estoril, Jerez und Aragon testen konnten. Bis zum Saisonstart Ende April in Assen wird er erneut in Jerez und Aragon sowie in Portimao und Barcelona fahren.

«Der Schlüssel zum Erfolg ist, dass ich dabei viel Vertrauen sammle», weiß der 30-Jährige. «Dann wird auch meine Konstanz besser. Wenn du auf ein neues Motorrad steigst ist es immer so, dass es bei einigen sofort klick macht und andere Zeit brauchen, um sich daran zu gewöhnen. Vorhersagen lässt sich das nicht.»

Positiv für Kawasaki: Das neue Modell unterscheidet sich bezüglich Motorleistung und Aerodynamik zwar deutlich von der 2020-Maschine, «unsere gesammelten Daten können wir aber trotzdem verwenden», so Lowes. «Wenn wir auf eine Strecke kommen, können wir direkt Vergleiche ziehen.»

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