IDM-Leader Dominic Schmitter über seine WM-Ambitionen

Von Ivo Schützbach
Dominic Schmitter auf der Hess-Yamaha

Dominic Schmitter auf der Hess-Yamaha

Jeweils eine komplette Saison fuhr der Schweizer Dominic Schmitter auf zweit- und drittklassigem Material in der Supersport- und Superbike-WM. Jetzt führt der 27-Jährige in der Deutschen Meisterschaft.

2015 fuhr Dominic Schmitter für Go Eleven Kawasaki Supersport-WM, im Jahr darauf für Grillini Kawasaki bei den Superbikes. Während seine ZX-6R für die Top-10 gut war und der Rheintaler es bei jeder Zielankunft in die Punkte schaffte, hatte er bei Grillini einen «fahrenden Vibrator», wie ein Motorsport-Portal einmal titelte. Doch auch damit schaffte er es in Imola, Donington Park und Laguna Seca in die Punkte – zum Jahresende hatte er fünf Zähler gesammelt und war WM-27.

2017 absolvierte Schmitter einen Gasteinsatz mit Suzuki in Jerez, 2019 zwei mit Yamaha in Misano und Katar. Hauptsächlich widmete er sich seit 2017 aber seinen Engagements in der Schweizer Meisterschaft, die er zweimal gewann, und der IDM.

Nach zwei von sieben Events führt Domi die IDM 2021 an und hat derzeit 14 Punkte Vorsprung auf den Zweiten Valentin Debise. In Oschersleben und Most eroberte er die Plätze 2, 5, 1 und 2, im Vorjahr war der Schweizer am Jahresende bereits Gesamtdritter.

«Die Erfolge in der IDM werden von den Fans und Sponsoren in der Schweiz honoriert», betonte der Yamaha-Fahrer aus dem Team von Koni Hess beim Treffen mit SPEEDWEEK.com. «Alle sind fasziniert und stolz, auch nach dem Sieg in Most bekam ich viele Rückmeldungen. Natürlich ist die WM das Ziel von jedem Rennfahrer, für mich kämen aber nur die Supersport- und Superbike-WM in Frage.»

Schmitter hat die Entwicklungen in der Supersport-WM die letzten Jahre genau verfolgt. Auch die Hubraumerweiterung für 2022 und darüber hinaus, die zusätzliche Hersteller anlocken wird. «Es wird Zeit, dass das kommt», unterstrich der Rheintaler. «Der Markt hat sich so entwickelt und die Weltmeisterschaften müssen sich daran orientieren. Heute werden nun einmal eher Motorräder mit mehr Hubraum verkauft. Ich hätte auch nichts dagegen, wenn mit Naked-Bikes gefahren werden würde, die haben auch einen großen Markt. Wenn die Triumph und Ducati zum Beispiel die Traktionskontrolle serienmäßig haben, dann kommt das auch irgendwann in der Supersport-WM. Auch mit der Einheitselektronik von MecTronic – Fortschritt ist unaufhaltsam.»

Jonas Folger stieg nach seinem Titelgewinn in Deutschland mit seinem Team Bonovo MGM und neuem Partner BMW in die Superbike-WM auf. Schmitter könnte sich auch den Wechsel in die mittlere Hubraumkategorie vorstellen. «Mein Ziel ist aber ganz klar, mit meinem Team weiterzumachen», unterstrich er. «Ich will machen, was Konis Team machen will. Man muss sehen, was einen als Fahrer mehr erfüllt: Ein zehnter oder 15. Platz in der WM oder ein erster oder zweiter Platz in einer nationalen Meisterschaft. In der IDM ist das Niveau hoch, wir sind schnell, und das wird anerkannt. So lange das so ist, ist der Reiz, dort zu gewinnen, umso größer.»

Hinzu kommt die finanzielle Problematik in der Weltmeisterschaft. «Nur eine Handvoll Fahrer dort verdient richtig Geld», weiß der 27-Jährige. «In der WM gibt es Bezahlfahrer, die für die Hersteller nicht so interessant sind. Traurig ist, dass ein Schweizer marketingtechnisch nie so interessant sein wird wie ein Spanier, Deutscher, Italiener, Engländer oder Amerikaner. Gut daran ist wiederum, dass man sich in SBK mit eigenen Sponsoren in ein Team einkaufen kann, wie das Aegerter und Krummenacher machen. Sie sind top dabei und können durch Leistung glänzen.»

Hättest du rückblickend in deiner WM-Karriere etwas besser machen können? «Könnte ich eine Zeitreise machen, würde ich bereits in meinem Debütjahr 2014, als ich mit SKM Gaststarts machte, viel härter trainieren. In der WM war ich fit, aber nicht auf dem Level der Besten. Über die Jahre wurde ich immer fitter, heute stehe ich so gut da wie nie zuvor. Was die Teams betrifft, würde ich höchstes das Jahr mit Go Eleven Kawasaki ändern, das mit Grillini Kawasaki nicht. Die Superbike-WM war mein Traum und das Team von Andrea Grillini ermöglichte mir das zu einem Preis, der nicht erwähnenswert ist. Das hat damals bedeutend weniger gekostet, als einer für die Schweizer Meisterschaft bezahlt. So ein Angebot muss man annehmen.»

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