Honda-Präsentation: Die Schmach hinterließ Spuren

Von Ivo Schützbach
Ende Oktober bestätigte die Honda Racing Corporation die beiden Spanier Iker Lecuona und Xavi Vierge für sein Superbike-Werksteam 2022. Soeben wurde das Motorsportprogramm in Japan vorgestellt.

Nachdem die Honda-Präsentation 2021 lediglich virtuell stattfand, konnte der Hersteller am Freitagabend um 18 Uhr japanischer Zeit (MEZ +8 h) einige Gäste, Teammitglieder und 21 ausschließlich japanische Rennfahrer begrüßen, zehn aus Motorraddisziplinen und elf aus dem Automobilbereich. Vorgestellt wurde das gesamte Motorsportprogramm von HRC, Zweirad und Vierrad, außerdem das neue Logo der schlagkräftigen Rennabteilung.

Trotz neuer Fireblade konnte Honda in den vergangenen beiden Saisons lediglich drei dritte Plätze erobern, das Engagement in der Superbike-WM wurde von den Honda-Managern am Rednerpult nicht einmal erwähnt.

Die Schmach hinterließ Spuren, da wundert es nicht, dass Honda für die Anfang April beginnende Weltmeisterschaft 2022 kaum einen Stein auf dem anderen lässt. Als klar wurde, dass Alvaro Bautista nach zwei Jahren zu Ducati zurückkehrt, beschlossen die HRC-Manager einen Radikalschnitt. Stellte Honda 2021 mit Bautista (37) und Leon Haslam (38) das älteste Fahrerduo, haben sie dieses Jahr mit Iker Lecuona (22) und Xavi Vierge (24) das jüngste.

Die Honda Racing Corporation hat sich zwar gegen ein neues Homologationsmodell der CBR1000RR-R entschieden, änderte innerhalb des eng gestrickten Reglements aber einiges am Motorrad, etwa den Lenkkopfwinkel und die Steifigkeit des Rahmens.

Honda hofft, dass die jungen Lecuona und Vierge, die über keinerlei Superbike-Erfahrung verfügen, die Pirelli-Reifen und auch einige Strecken nicht kennen, unvoreingenommen an das Motorrad herangehen und das Maximum aus ihm herausquetschen. Der erste Test Mitte Dezember in Jerez lief vielversprechend.

Lecuona war seit 2016 im Grand-Prix-Paddock zuhause. Er fuhr vier Jahre in der Moto2-Klasse und 2020 sowie 2021 für das MotoGP-Team Tech3 KTM. Seine Statistik beeindruckt wenig: In 85 Grands Prix schaffte er es nur zweimal aufs Podium: als Zweiter und Dritter in der Moto2-WM. Eine Weltmeisterschaft beendete er nie besser als auf dem zwölften Platz, 2018 und 2019 in Moto2.

Dass der 21-Jährige über Talent mit großen Bikes verfügt, bewies er im Vorjahr: Dreimal preschte er auf der KTM RC16 in die Top-10 und brillierte als Sechster im Nassen auf dem Red Bull Ring und als Siebter im Trockenen in Silverstone.

Vierge fuhr seit 2015 in der Moto2-WM, holte vier Podestplätze, aber keinen Sieg. Sein bestes Ergebnis in der vergangenen Saison eroberte er als Dritter auf seiner Heimstrecke in Barcelona, in der Gesamtwertung kam der 24-Jährige auf Rang 11.


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