Philipp Öttl (26): «Werde jetzt anders eingeschätzt»

Von Ivo Schützbach
Philipp Öttl mit dem Team Go Eleven Ducati

Philipp Öttl mit dem Team Go Eleven Ducati

Seit Philipp Öttl ein Superbike pilotiert, ist das Interesse an ihm deutlich gestiegen. Das merkte er auch nach seinem Einsatz in Le Mans, wo er sein erstes 24-Stunden-Rennen fuhr.

Philipp Öttl sprang Mitte April beim Saisonstart der Langstrecken-Weltmeisterschaft in Le Mans als Ersatzfahrer beim Ducati-Team ERC ein. Gemeinsam mit seinen Teamkollegen David Checa und Xavi Fores erlebte der Bayer ein turbulentes Rennen auf dem Circuit Bugatti. Mit einer starken Pace, aber auch mit einigen Problemen, beendete die deutsche Truppe das Rennen auf dem 15. Platz. Punkte gab es in der EWC-Klasse für Rang 7.

«So fertig war ich noch nie», stöhnte Öttl nach dem Zieleinlauf. «Es war so hart und ich bin froh, dass wir einen Physiotherapeuten dabei hatten. Ich habe versucht, mich immer weiter zu steigern und bin mein Rennen gefahren. Wenn wir die ganze Zeit vorne mitgekämpft hätten, dann hätte das alles für mich mehr Sinn ergeben. In 24 Stunden kann sich alles zu jeder Zeit ändern. Es war eine einmalige Erfahrung.»

Der 26-jährige Öttl fährt dieses Jahr seine zehnte Saison in einer Motorrad-Weltmeisterschaft, im Team Go Eleven Ducati zum ersten Mal bei den Superbikes. Der in Salzburg wohnhafte Bayer verfügt über hervorragende Fitness und war dennoch überrascht, welche Anforderungen ein Langstreckenrennen an einen Sportler stellt und wie anstrengend das stundenlange Fahren ist.

«Wie der David Checa das weggesteckt hat, ist unglaublich», schilderte Philipp gegenüber SPEEDWEEK.com. «Xavi Fores und ich waren schneller, aber er ist unsere Versicherung und bringt es. Er bringt die Ruhe rein, so einen brauchst du im Team. Mein Einsatz in Le Mans wurde sehr positiv aufgefasst, in der Szene waren viele angetan davon, wie ich gefahren bin. Mir war es wichtig im Rennen zu zeigen, dass ich den Speed habe. Im Training konnte ich das nicht tun, weil wir uns die Reifen aufteilen mussten. Ich kannte das Motorrad nicht so gut, also sagte ich, dass die andern zwei mit den neuen Reifen fahren sollen. Im Rennen konnte ich liefern, fuhr die viertschnellste Rennrunde und war der Schnellste in unserem Team.»

Nach den ersten Rennen in der Superbike-WM und seinem Endurance-Debüt bekam Öttl viel anerkennende Worte, der Moto3-GP-Sieger von Jerez 2018 zeigte auf der 1000er vom ersten Tag an guten Speed. «Leute, die mich nicht so gut kannten, schätzen mich jetzt anders ein», fiel dem Dritten der Supersport-WM 2020 auf. «Die, die sich auskennen, schätzen mich gleich ein wie in der Supersport-WM. Schade ist, dass ich einmal ein Superbike in Portimao teste und bekomme vier Seiten in der Zeitschrift Motorrad. Der sportliche Wert davon war null. Und ein dritter Platz in der Supersport-WM interessiert die Leute nicht, wo der sportliche Wert um so viel höher ist. Das ist nicht gut, weil wir keinen Deutschen haben, der in einer Weltmeisterschaft permanent vorne abliefert. Also sollte man die kleinen Erfolge viel mehr hervorheben.»


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