SBK-Kalender ’23: Deutschland steht nicht zur Debatte

Von Ivo Schützbach
Der Kalender der Superbike-WM besteht in diesem Jahr aus zwölf Events, auch 13 oder 14 wären möglich. SPEEDWEEK.com erklärt, welche Änderungen sich für 2023 anbahnen.

Die Superbike-Weltmeisterschaft 2023 wird am Wochenende 25./26. Februar auf Phillip Island in Südaustralien eröffnet, am Montag und Dienstag davor findet auf gleicher Strecke der offizielle Test statt.

Ob es anschließend auf dem Mandalika Circuit auf der indonesischen Insel Lombok weitergeht, hängt auch vom nächstjährigen MotoGP-Kalender ab.

Ideal wäre aus finanzieller Sicht, könnten die Rennen in Australien und Indonesien mit einem Event in Katar kombiniert werden, denn die Dorna befördert sämtliche Luftfracht mit Qatar Airways via der Hauptstadt Doha. 2020 wurden die Rennen in der arabischen Wüste wegen des Covid-19-Ausbruchs kurzfristig abgesagt, seither gab es keine Rückkehr.

Mit diesen drei Übersee-Rennen in Folge könnten auch die Teams Geld sparen, weil es Direktflüge aus vielen großen Städten in Europa nach Doha und von dort nach Jakarta oder Denpasar und anschließend nach Melbourne gibt. Bei so einer Rundreise wären die Mitglieder des SBK-Tross’ allerdings vier bis sechs Wochen unterwegs.

Als Stolperstein für den Katar-Plan könnte sich der geplante Streckenumbau erweisen, denn es ist fraglich, ob dieser bis Ende März 2023 abgeschlossen ist.

Im diesjährigen MotoGP-Kalender sind Indonesien und Katar im März zu finden und würden bei ähnlicher Datierung 2023 mit den SBK-Plänen kollidieren. Weil Promoter Dorna aber auch in der Prototypen-Meisterschaft überlegt, wie den eklatant gestiegenen Logistikkosten entgegengewirkt werden kann, würde es finanziell Sinn machen, die MotoGP-Events in Indonesien und Katar in einem Aufwasch mit Thailand, Malaysia, Japan und Australien zu erledigen. Die vielen Europäer im MotoGP-Fahrerlager wären dann allerdings sehr lange von zuhause weg.

Ein Fingerzeig in diese Richtung ist, dass die MotoGP-WM 2023 am Wochenende 24. bis 26. März in Portimao/Portugal beginnen wird.

Sollte der SBK-Auftakt wie beschrieben gelingen, sähen wir Ende Februar die Rennen in Australien, im März die Events in Indonesien sowie Katar und Anfang oder Mitte April wäre Auftakt in Europa.

Von den diesjährigen Austragungsorten müssen nur noch die Verträge mit Aragon und Portimao verlängert werden, was auch so angedacht ist. Phillip Island, Mandalika, Assen, Misano, Donington Park, Most, San Juan, Barcelona und Magny-Cours haben gültige Vereinbarungen.

Großer Wackelkandidat ist Estoril. Die Rennstrecke nahe Lissabon kam 2020 in den Kalender, als sich die Weltmeisterschaft wegen der behördlichen Reisebeschränkungen im Zusammenhang mit Covid-19 nach dem Auftakt in Australien nur auf der iberischen Halbinsel sowie in Frankreich abspielte.

Doch aus Marketingsicht machen zwei Rennen in Portugal keinen Sinn, außerdem wäre Portimao gerne alleiniger SBK-Veranstalter in Portugal.

Die Rennen in Argentinien sollen keinesfalls den Saisonabschluss bilden. Dieses Jahr ist der Event am Wochenende 21.–23. Oktober. Er soll um ein paar Wochen vorverlegt werden, aber nicht zu weit, weil es dann wegen des Winters im Vorland der Anden zu kalt sein könnte. Denkbar ist, dass San Juan auf Anfang Oktober rückt und das WM-Finale Mitte Oktober in Portimao ausgetragen wird.

Mit Deutschland und den USA fehlen zwei der weltweit wichtigsten Märkte im Kalender – daran wird sich auch 2023 nichts ändern. Mit den Rennen im nordböhmischen Most gibt es für die deutschen Fans einen leicht zu erreichenden, grenznahen Event in Tschechien. Damit ist die Dorna zufrieden.

Bei allen sieben in der Superbike- und Supersport-WM involvierten Herstellern BMW, Ducati, Honda, Kawasaki, MV Agusta, Triumph und Yamaha sowie großen Seriensponsoren wie Pirelli und Hyundai steht eine Veranstaltung in den USA oben auf der Wunschliste. Doch die Rennstreckenbetreiber in Laguna Seca haben dem Vernehmen nach bis heute nicht alle Ausstände bei der Dorna bezahlt und außerdem kein Interesse. Und die Idee, einen US-Event im prächtigen Barber Motorsports Park in Alabama zu veranstalten, 200 Kilometer westlich von Atlanta, kann aus verschiedenen Gründen auch nächstes Jahr nicht realisiert werden.

Kalender Superbike-WM 2022:

08.–10. April: Aragón/Spanien
22.–24. April: Assen/Niederlande
20.–22. Mai: Estoril/Portugal
10.–12. Juni: Misano/Italien
15.–17. Juli: Donington Park/Großbritannien
29.–31. Juli: Most/Tschechien
09.–11. September: Magny-Cours/Frankreich
23.–25. September: Barcelona/Spanien
07.–09. Oktober: Portimao/Portugal
21.–23. Oktober: San Juan/Argentinien
11.–13. November: Mandalika/Indonesien
18.–20 November: Phillip Island/Australien

Diesen Artikel teilen auf...

Mehr über...

Siehe auch

Kommentare

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.

Nachbehandlung mit dem Doktor: Japan

Dr. Helmut Marko
Exklusiv auf SPEEDWEEK.com: Dr. Helmut Marko, Motorsport-Berater von Red Bull, analysiert den jüngsten Grand Prix. Diesmal: Suzuka, ein fast perfektes Rennen, und warum wir keinen Stress haben.
» weiterlesen
 

TV-Programm

  • Sa.. 20.04., 11:05, Motorvision TV
    Australian Motocross Championship
  • Sa.. 20.04., 12:00, Motorvision TV
    Motorradsport: FIM Superenduro World Championship
  • Sa.. 20.04., 12:00, NDR Fernsehen
    Ford Capri - Kult-Coupé aus Köln
  • Sa.. 20.04., 12:30, Motorvision TV
    Superbike: Australian Championship
  • Sa.. 20.04., 13:10, ServusTV
    Superbike: Weltmeisterschaft
  • Sa.. 20.04., 13:25, Motorvision TV
    FIM X-Trial World Championship
  • Sa.. 20.04., 13:25, ServusTV
    Superbike: Weltmeisterschaft
  • Sa.. 20.04., 13:40, Eurosport 2
    Motorsport: FIA-Langstrecken-WM
  • Sa.. 20.04., 13:40, ServusTV
    Superbike: Weltmeisterschaft
  • Sa.. 20.04., 14:00, ServusTV
    Superbike: Weltmeisterschaft
» zum TV-Programm
5