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Toprak Razgatlioglu über Ducati: «Jammere nicht rum»

Von Ivo Schützbach
Superbike-Weltmeister Toprak Razgatlioglu tut sich mit seiner R1 im Titelkampf gegen Alvaro Bautista auf der schnellen Ducati schwer. Der Türke weiß: Yamaha muss nachlegen.

186 Punkte sind bei den drei ausstehenden Veranstaltungen der Superbike-WM 2022 noch zu gewinnen. Titelverteidiger Toprak Razgatlioglu (Yamaha) steht als Zweiter und mit 56 Punkten Rückstand auf den Führenden Alvaro Bautista (Ducati) vor einer schwer lösbaren Aufgabe. Denn selbst wenn der Türke alle restlichen Rennen gewinnt und Bautista immer Zweiter wird, kann er nur 39 Punkte aufholen.

Nicht nur das bereitet dem 28-fachen Laufsieger Sorgen. Ducati und BMW haben ihre neuen und deutlich verbesserten Motorräder für 2023 bereits vorgestellt, auch Kawasaki wird ein neues Homologationsmodell bringen. Von Yamaha ist diesbezüglich nichts zu hören.

«In den Kurven ist die Yamaha ein sehr gutes Motorrad», hielt Razgatlioglu im Gespräch mit SPEEDWEEK.com fest. «Aber wir brauchen mehr Geschwindigkeit, mehr Leistung. Ducati, Honda und BMW haben schon dieses Jahr zugelegt, Kawasaki ebenfalls. Wenn wir nächstes Jahr vorne mitkämpfen wollen, brauchen wir mehr Power. Die Ducati ist sooo schnell – zu schnell. Ich jammere deswegen aber nicht rum, sondern gebe alles, um zu gewinnen. Ich bin nur ein Fahrer. Ich glaube aber, dass es besser für die Superbike-WM ist, wenn alle Motorräder eine ähnliche Leistung haben. Dann könnten alle Fahrer kämpfen und es würde mehr Spaß machen. Der Vorteil von Ducati auf den Geraden ist zu groß. In den Kurven muss Bautista nicht pushen, er wartet einfach auf die Gerade. Mich dort zu überholen, ist einfach. Ich gehe in jeder Kurve ans Limit, aber er überholt mich auf der Geraden. Manchmal ist das nicht einfach.»

Um ähnliche Level der Motorräder zu erreichen, gibt es nur zwei Möglichkeiten: Ducati wird über die Maximaldrehzahl eingebremst oder die Konkurrenz muss zulegen.

«Vielleicht baut Yamaha ja ein neues Motorrad», überlegte Toprak. «Oder die Dorna dreht an den Regeln. Es ist aber auch so, dass Bautista ein sehr guter Fahrer ist, sehr stark. Das ändert aber nichts daran, dass die Ducati auf der Geraden viel schneller ist. Da hilft es auch nicht, dass ich so hart bremse. Letztlich müssen wir mit unserem Motorrad klarkommen und weiterkämpfen.»

Was würde Razgatlioglu sagen, wenn er das schnellste Motorrad hätte? «Dass die Yamaha das beste Bike ist», grinste der 26-Jährige.


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