Valencia, Lauf 1: Haga mit zweitem Saisontriumph

Von Jörg Reichert
Superbike-WM
Noriyuki Haga siegte im ersten Lauf souverän

Noriyuki Haga siegte im ersten Lauf souverän

Ducati-Ass Noriyuki Haga gewann beim dritten Saison-Meeting der Superbike-WM in Valencia den ersten Lauf. Während Ben Spies stürzte, kletterte Max Neukirchner als Dritter aufs Podest.

Noriyuki Haga war im ersten Lauf der Mann der Stunde. Vom Start weg nahm der Japaner das Zepter in die Hand und liess sich auch durch die Attacken von Max Neukirchner nicht aus dem Konzept bringen. Als sich der 34-Jährige Ducati-Werksfahrer an der Spitze durchgesetzt hatte, erarbeitete sich «Nitro-Nori» einen Vorsprung von fünf Sekunden, den er bis ins Ziel souverän kontrollierte.

Auf dem zweiten Platz sorgte Michel Fabrizio für ein perfektes Ergebnis für das Ducati-Werksteam. Der Italiener fiel in der ersten Runde auf Rang 8 zurück und musste sich auf seinem Weg nach vorne an Könnern wie Yukio Kagayama, Regis Laconi und nicht zuletzt Max Neukirchner vorbeikämpfen.

Nach Platz drei beim Saisonauftakt in Phillip Island kletterte Max Neukirchner in Valencia, Lauf 1 erneut aufs Podium. Wie der Deutsche bereits nach der gestrigen Superpole gegenüber SPEEDWEEK verkündete, bewies sich die Suzuki im Renntrimm als durchaus konkurrenzfähig. Zeitweise in Führung liegend, fuhr der Stollberger sogar die zweitschnellste Rennrunde.

Seine überragende Pole-Position nutzte Ben Spies nichts. Der Yamaha-Pilot verlor in der Beschleunigungsphase viel Boden und reihte sich nur auf Position 5 ein. Als der Amerikaner am Hinterrad von Max Neukirchner auf der dritten Position angekommen war, machte er den ersten folgenschweren Fehler dieser Saison. In einer schnellen Linkskurve klappte dem 24-Jährige urplötzlich das Vorderrad ein und die blaue R1 rutschte mit hoher Geschwindigkeit ins Kiesbett und überschlug sich. Spies selbst blieb unverletzt.

Nach der verpatzten Superpole-Session (nur Startplatz 18) musste Aprilia-Star Max Biaggi das Feld von hinten aufrollen. Mit grossen Schritten stürmte der Italiener nach vorne, bis sein Vorwärtsdrang hinter Shane Byrne (GB/Ducati) eingebremst wurde. Am Briten fand Biaggi zuerst keinen Weg vorbei und so pflügten die beiden Routiniers das halbe Rennen gemeinsam durchs Feld. Am Ende preschte die Aprilia des Italieners die Zielflagge aber doch vor der Sterilgarda-Ducati über den Zielstrich.

Ein tolles Rennen lieferte der Australier Broc Parkes ab. Der Kawasaki-Pilot macht seinem Teamchef Paul Bird immer mehr Freude und sorgte in Valencia für das erste Top-10-Finish der Grünen in diesem Jahr. Teamkollege Makoto Tamada, bisher ohne einen WM-Zähler, fuhr die zweite ZX-10 auf Position 14.

Sieben Sekunden hinter Parkes brachte John Hopkins die Honda von Stiggy-Racing auf Position 11 ins Ziel. Erstaunlich: Die schnellste Runde des MotoGP-Umsteigers war nur 0,3 sec. langsamer als die seines Teamkollegen Leon Haslam, der Fünfter wurde.
 
Mit einem Blitzstart katapultierte sich Troy Corser aus der vierten Startreihe direkt in die Spitzengruppe. Wacker hielt der BMW-Pilot mit den Werksmaschinen von Ducati, Yamaha und Suzuki mit, bis er in Runde 2 auf der Bremse einen Fehler machte und stürzte. Besser machte es Ruben Xaus, der das Rennen zwar nur von der 19. Position aufnahm, für Rang 13 aber immerhin drei WM-Zähler nach Hause brachte.

Für die Ten-Kate-Stars verlief das erste Superbike-Rennen ernüchternd. Bereits in der zweiten Runde stürzte Jonathan Rea ins Aus; Carlos Checa reihte sich nach einem Ausritt ins Kiesbeet in der fünften Runde als Letzter ein. Mit grossem Rückstand wurde der Spanier am Ende Letzter. Die einzigen WM-Zähler für das niederländische Team holte Ryiuchi Kiyonari auf Rang 13.
 
 

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