Sieger Razgatlioglu: Plötzlich war sein Vorteil weg
Als die Temperaturen in Portimao stiegen, fuhr Superbike-WM-Leader Nicolo Bulega im ersten Rennen am Samstag auf einmal auf Augenhöhe mit Toprak Razgatlioglu (BMW) und es kam zum Duell der Giganten.
Noch vor dem ersten Rennen 2026 wurden hinter den Kulissen Fahrerverträge für 2027 vorbereitet. Bei allem Neuigkeitswert dürfte das dem Sport mehr Schaden als Nutzen bringen. Ein Kommentar.
Weiterlesen
Werbung
Weltmeister Toprak Razgatlioglu war Schnellster am Freitag, verbesserte am Samstagmorgen im FP3 den Streckenrekord und preschte in der Superpole zur erstaunlichen Bestmarke 1:39,081 min. Damit war der Türke um über eine halbe Sekunde schneller als der bisherige Rekordhalter Jonathan Rea 2022.
Werbung
Werbung
Die Kräfteverhältnisse schienen klar, Razgatlioglu war bis zum Start des ersten Rennens am Samstag um 14 Uhr Ortszeit der überragende Fahrer. Dann vergeigte er den Start komplett, kam nur als Fünfter aus der ersten Runde zurück und zeigte anschließend nach einer famosen Aufholjagd einen unterhaltsamen Kampf mit Bulega, den er nach 20 Runden um 0,067 sec für sich entscheiden konnte. "Ich wusste, dass Bulega durch die letzte Kurve hindurch schnell ist und gut beschleunigt", beschrieb Razgatlioglu den Showdown. "In der letzten Runde war ich nicht schnell, deshalb konzentrierte ich mich auf die letzten zwei Kurven und wollte diese auf der bestmöglichen Linie hinbekommen. Am Ende haben wir gewonnen, das war ein hartes Rennen. Mir rutschte mehrfach das Vorderrad weg, ich pushte ans Limit. Die Ducati hat am Kurvenausgang uns gegenüber einen Vorteil, sie beschleunigt sehr gut und hat mehr Grip als mein Bike. Das ist bei heißen Bedingungen aber immer so, aufgeben tue ich deswegen nicht."
"Als ich hinter Bulega fuhr, habe ich alles gesehen und viel gelernt", schilderte der Red-Bull-Athlet aus dem ROKiT-BMW-Team. "Die Ducati hat auf dieser Strecke in vielen Bereichen Vorteile gegenüber uns, ich hoffe, dass wir unser Bike für Sonntag besser hinbekommen und wir leichter mit ihnen kämpfen können. Es ist aber nicht nur das Bike, Nico ist auch sehr stark. Er pusht hart und leistet sehr gute Arbeit. Es fahren auch viele andere eine Ducati, aber nur Nicolo fährt an der Spitze. Als ich das erste Mal an ihm vorbei war, versuchte ich wegzufahren. In einigen Bereichen war er sehr langsam, aber aus der letzten Kurve heraus überholte er mich immer wieder. In den ersten zwei Sektoren und der letzten Kurve beschleunigte sein Bike hervorragend. Er konnte leicht an mir dranbleiben."
Werbung
Werbung
Razgatlioglu fiel in der ersten Runde bis auf den sechsten Platz zurück. Was lief beim 58-fachen Laufsieger am Start schief? "Zuerst war mir das auch nicht klar", hielt er fest. "Ich ließ die Kupplung los, die Drehzahl schnellte nach oben. Das Bike machte einen Satz, dann ging nichts mehr vorwärts. Das war ein sehr schlechter Start von mir – aber ich bin mir sicher, alle am Fernseher haben genossen, was anschließend passierte."
Noch vor dem ersten Rennen 2026 wurden hinter den Kulissen Fahrerverträge für 2027 vorbereitet. Bei allem Neuigkeitswert dürfte das dem Sport mehr Schaden als Nutzen bringen. Ein Kommentar.
Weiterlesen
Nach seinen zwei Nullrunden in Australien hat Razgatlioglu sein Punktekonto mit diesem Sieg mehr als verdoppelt: Mit nun 45 Zählern katapultierte er sich vom achten auf den zweiten Gesamtrang, Bulega führt die Meisterschaft mit 82 Punkten an.
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach
Die aktuellsten News rund um die Uhr, von Experten analysiert und kommentiert und exklusive Einblicke hinter die Kulissen. Hier schreiben Fans für Fans.