Iodaracing: Wechsel von MotoGP zu SBK nicht bereut

Von Kay Hettich
Superbike-WM
Ioda-Boss Giampiero Sacchi (mitte) mit seinem Superbike-Team

Ioda-Boss Giampiero Sacchi (mitte) mit seinem Superbike-Team

Der Wechsel von der MotoGP- ins Paddock der Superbike-WM kam für IodaRacing nicht ganz freiwillig. Nach neun Meetings hat Teamchef Giampiero Sacchi seinen Frieden gefunden.

Die Dorna sortierte in der MotoGP aus und wollte die Hinterbänkler-Teams aus der Königsklasse verbannen – dort soll sich standesgemäß die Crème de la Crème präsentieren. Als gleichzeitig Aprilia mit dem Ausstieg aus der Superbike-WM drohte, weil die eigenen Ressourcen nur für MotoGP reichten, wurde IodaRacing der Umstieg in die seriennahe Motorradweltmeisterschaft schmackhaft gemacht: Das Team von Giampiero Sacchi sollte eines der besten Motorräder in die Startaufstellung bringen. Der Italiener schlug zu.

Für Sacchi gab es mehrere Gründe, der MotoGP-Klasse den Rücken zu kehren. «Als sich diese Möglichkeit auftat, hatte ich schon darüber nachgedacht, dass wir in der MotoGP nie um den Sieg kämpfen würden können», gibt Sacchi zu. «Es ist schwierig, nach so vielen Jahren morgens aufzuwachen und zu wissen, dass man nur des Jobs wegens an die Rennstrecke geht und nicht die Chance hat, um den Sieg zu kämpfen. Damit ist es auch schwer, sich zu motivieren.»

Mit Aprilia verbindet der Italiener eine gemeinsame Vergangenheit in der 125-ccm und 250-ccm-Weltmeisterschaft. In der MotoGP setzte das Team zuletzt den Vorläufer des heutigen Bikes ein, das auf der RSV4 basierte. «Ich habe nachgedacht, denn ich hatte Kontakte in die Superbike-WM, ich war mit Aprilia verbandelt und wir haben dieses Projekt mit der RSV4 ins Leben gerufen», erzählt der Italiener weiter. «Wenn du als Werksteam engagiert bist, ist das ganz anders als wenn du ein Privat-Team bist. Ich habe gesehen, dass wir hier vielleicht die Chance haben um Siege zu kämpfen – darum habe ich ja gesagt zur Superbike-WM.»

Nach anfänglichen Problemen haben sich die Ergebnisse der Ioda-Piloten stabilisiert. Lorenzo Savadori fuhr bereits vierte Plätze ein, das erste Podium und vielleicht auch der erste Sieg scheint in Reichweite gerückt zu sein. Doch die Superbike-Szene hat noch andere Vorzüge. «Die Stimmung ist sehr schön», gibt Sacchi zu. «Und jetzt, nach Saisonhalbzeit, bin ich zufrieden. Dass wir hier mit Aprilia herkommen konnten, war noch ein größerer Vorteil bei der Entscheidung.»

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