Marco Hundsrucker klagt: «Der DMSB hat keinen Plan»

Von Rudi Hagen
Seitenwagen-DM
Marco Hundsrucker/Michael Zapf (vorne) wollen bei der DM 2021 dabei sein

Marco Hundsrucker/Michael Zapf (vorne) wollen bei der DM 2021 dabei sein

Marco Hundsrucker hofft, dass ab August wieder Rennen gefahren werden. Ob er und Beifahrer Michael Zapf bei der Meisterschaft mitfahren dürfen, ist unklar. Der DMSB hat zur Quali bisher noch nichts verlauten lassen.

Marco Hundsrucker gehört zu den deutschen Top-Piloten in der Internationalen Seitenwagenklasse im Bahnsport. Der mittlerweile 44-jährige Niederbayer aus Obergrafendorf im Landkreis Rottal-Inn wurde schon 1996 als Beifahrer von Thomas Kunert sowohl Deutscher Meister als auch Grasbahn-Europameister. Ein Jahr später wurden Kunert/Hundsrucker EM-Vizemeister, holten sich den EM-Titel aber 2001 zurück.

Nach dem Umstieg vom wackligen Beifahrerplatz auf den Fahrersitz gelang Hundsrucker dreimal Platz 2 bei der Deutschen Meisterschaft, 2005 mit Florian Niedermaier im Boot, 2013 mit Nicole Balz und 2015 mit Corina Günthör. Die besten Platzierungen Hundsruckers bei der EM waren zweimal Platz 4, 2012und 2016 mit Corina Günthör und 2011 Platz 5 mit Peter Schirmer.

Ende 2015 stufte der DMSB die Seitenwagenklasse derbe zurück. Es durfte fortan nicht mehr um den Titel «Deutscher Meister» gefahren werden, sondern jetzt ging es um den «DMSB Meister Seitenwagen». Hundsrucker zog die Konsequenz, fuhr in Pfarrkirchen nicht mit und verkaufte sein Gespann. Darüber hinaus hatte der besorgte Familienvater schon länger über einen Rücktritt, zumindest eine Pause, nachgedacht.

Abgesehen von einem schweren Trainingssturz zu Ostern beim Training im niedersächsischen Wagenfeld, wo er aus Sicherheitsgründen mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus nach Bremen verbracht werden musste, gab es auch noch einen ganz privaten Grund für den Rückzug vom Sport. Einer seiner Söhne war erkrankt und musste operiert werden.

Aber alles verlief glimpflich und im August 2019 stieg Marco Hundsrucker mit Beifahrer Michael Zapf beim Grasbahnrennen in Rastede wieder mit einem neuen Zapf-Gespann in den aktiven Sport ein. Das Corona-Jahr 2020 verlief für das Team wie für die übrige Konkurrenz aus sportlicher Sicht öde. Ganze zwei Trainings in Pocking konnten Hundsrucker/Zapf fahren. Das war es dann mit der Saison.

Als im Herbst die Neuigkeit die Runde machte, eine Europameisterschaft auf der Speedwaybahn in Wittstock sei in Planung, glaubte nicht nur Hundsrucker an einen Scherz. «Die meisten deutschen Teams wollten dort nicht starten. So ein Schwachsinn, was glauben die denn, eine EM ohne vorheriges Training oder einige Rennen zum Einfahren? Das geht nicht. Und außerdem hätten sie uns das Geld gekürzt. Wenn du Platz 1 erreicht hättest, hättest du gerade mal die Lizenzgebühren für Fahrer und Beifahrer wieder rausgehabt.»

Ob die kommende Saison stattfinden wird, darüber ist sich Marco Hundsrucker nicht sicher. «Wir sind alle keine Hellseher. Vielleicht geht es im August wieder los? Aber das Problem ist, wie und auf was bereitet man sich vor? Wie geht es überhaupt weiter? Die Deutsche Meisterschaft ist natürlich ein Ziel, was man sich setzen kann. Aber der DMSB hat sich dahingehend noch nicht geäußert. Es ist bald zwei Jahre her, dass die letzte DM gefahren wurde. Wer ist dann für die DM qualifiziert? Dürfen wir gar nicht mitfahren? Es muss dafür doch einen Plan geben. Der DMSB hat keinen Plan. Das ist eine Katastrophe und das muss sich ändern. Jeder muss seine Hausaufgaben machen. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt.»

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