EM-Absage: Deutsche Spitzenteams waren sich einig

Von Rudi Hagen
Grasbahn-Seitenwagen-EM
Mitch Godden (8) und Sven Holstein (7) wären beim EM-Finale in Wittstock gestartet

Mitch Godden (8) und Sven Holstein (7) wären beim EM-Finale in Wittstock gestartet

Das wegen der Corona-Pandemie abgesagte EM-Finale der Gespanne sollte am 10. Oktober in Wittstock gefahren werden. Jetzt wurde auch dieser Termin abgesagt, denn die deutschen Top-Gespanne hätten gefehlt.

Es hätte alles so schön sein können. Der RSC Pfarrkirchen hatte sich lange auf das Finale zur Seitenwagen-Europameisterschaft vorbereitet, das Club-Gespann des RSC, Markus Venus und Beifahrer Markus Heiß, wären hoch favorisiert auf ihrer Heimbahn ihrem Ziel, endlich Europameister zu werden, näher gekommen, auch weil der bisher in diesem Wettbewerb dominierende Niederländer William Matthijssen schon frühzeitig seinen Abschied vom Sport bekanntgegeben hatte.

Aber dann fiel Covid-19 über die Menschheit her. Alles wurde anders, das Leben der Menschen und damit auch der Sport, in diesem speziellen Fall der Bahnsport. Langbahnrennen in 2020? Kann man an einer Hand abzählen. Gespanne? Außer Spesen (Training) nichts gewesen.

Jetzt regten sich zarte Pflänzchen mit der Solo-EM in Tayac (F), dem Langbahn-GP in Morizès (F) und am Wochenende in Rzeszów (P) sowie dem WM-Challenge in Roden (NL).

Dann war kürzlich zu hören, das EM-Finale der Gespanne solle in Wittstock auf der Speedwaybahn Heidering im Rahmen des Ostsee-Pokals ausgetragen werden. Die FIM Europe hätte angefragt und der Club hätte zugesagt. Jetzt gab der MSC Wölfe Wittstock auf seiner Facebook-Seite bekannt: « Liebe Fans und Bahnsportfreunde, leider müssen wir Euch mitteilen, dass die Seitenwagen EM aufgrund von Fahrermangel abgesagt werden musste. Wir sind selbst traurig, dass die gebotene Chance von Einigen nicht wahrgenommen wurde. Aber der geplante Ostsee Pokal wird am 10.10.2020 weiterhin statt finden.»

Josef Hukelmann, 1. Vorsitzender des MSC Werlte und Mitglied im Bahnausschuss des DMSB, sagte dazu Folgendes: «Die FIM Europe hatte in Deutschland angefragt, ob ein Club das Finale ausrichten könnte. Der Bahnausschuss war dagegen, aber der DMSB hat es letztlich genehmigt. Wir haben dann die Fahrer abgefragt, wer teilnehmen wolle, ohne Druck in irgendeine Richtung auszuüben.»

Von den für ein EM-Finale in Frage kommenden Teams wollte keines. Hukelmann: Die muss man doch verstehen, das sind keine Profis, die sind alle in Arbeit. Da geht es dann in Zeiten von Corona um Gesundheit, Sicherheit und auch ums Geld. Da wären ja enorme Kosten auf die Teams zugekommen.» Hukelmann lobt aber auch die Bemühungen der Wittstocker: «Die haben ja schon einmal gezeigt, dass sie solche Rennen sehr gut ausrichten können.»

Einer, der auf jeden Fall in Wittstock gefahren wäre, ist Mitch Godden. Der Brite war am letzten Sonntag als Fahrervertreter des englischen Verbandes ACU im niederländischen Roden und beklagte sich angesichts der drohenden Absage bei SPEEDWEEK.com bitter. «Ich habe gehört, dass die Deutschen nicht fahren wollen. Das verstehe ich nicht. Wir sind doch alle Sportler. Wenn ein Club uns diese Chance gibt, ein EM-Finale zu fahren, dann müssen wir sie doch auch nutzen. Ich werde nicht jünger, da bin ich doch froh, wenn ich mal so einen Titel holen könnte. Aber es geht wohl auch ums Geld. Bei der EM ist wieder einiges gekürzt worden, aber mir ist das egal. Unser Verband ist uns aber auch bei den Kosten für die Lizenzen entgegen gekommen, beim DMSB liegen die wieder viel, viel höher.»

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