Nischler: «Die neuen Dämpfer sind gefährlich!»

Von Ivo Schützbach
Speedway
Anton Nischler (rechts) macht seinem Unmut Luft

Anton Nischler (rechts) macht seinem Unmut Luft

An den neuen Schalldämpfern scheiden sich die Geister: Die einen sehen in ihnen den Retter des Bahnsports, andere einen weiteren fatalen Ausrutscher der FIM.

Ein Jahr lang wurde nun in Deutschland sowie in allen Prädikatsläufen mit den neuen, leiseren Schalldämpfern gefahren. Die Fahrer haben sich notgedrungen damit arrangiert, die Kritik ist aber nicht verstummt.

Letzte Woche meldete sich erstmals Meister-Tuner Anton Nischler zu Wort und kritisierte die FIM aufs Schärfste. «Nicht einer meiner Fahrer lässt ein gutes Haar an den neuen Schalldämpfern», sagt der Bayer.

Und mit Piotr Protasiewicz, Rune Holta, Niels-Kristian Iversen oder Emil Sayfutdinov gehören einige Schwergewichte zu Nischlers Kundenkreis.
 
Hintergrund der neuerlichen Diskussion ist, dass ab diesem Jahr überall mit dem neuen Dämpfer gefahren werden soll, die polnische Föderation PZM aber zum Boykott aufgerufen hat.
 
«Es ist ein Phänomen, dass die Speedway-Fahrer Probleme haben, die die Langbahn-Fahrer nicht haben. Ich glaube es liegt daran, dass auf der Langbahn mehr mit Volllast gefahren wird als auf der Speedway-Bahn. Die Fahrer berichten mir, dass der Schalldämpfer wunderbar funktioniert, solange die Bahn glatt und gleichmässig ist. Sobald die Bahn aber unterschiedlich ist, hakt das Motorrad ein, wenn der Fahrer in den Griff kommt und es geht Richtung Bande. Und das ist gefährlich! Im Speedway braucht der Motor ein gutes Durchzugsvermögen, das geht mit den neuen Dämpfern verloren.»

«Wenn man den Auspuff hinten mit der Hand zuhält, dann kann man diese Auswirkungen nicht dadurch beseitigen, dass man eine grössere Düse reinschraubt und eine andere Nockenwelle baut», meint Nischler. «Das sind Wunschvorstellungen.» Gleichzeitig räumt er aber ein: «Früher oder später werden Fahrer und Tuner damit zurechtkommen.»

Niels-Kristian Iversen hat als einer von Nischlers Schützlingen ausgiebig mit den neuen Schalldämpfern getestet. «Er war in Kroatien und England und klagt trotzdem immer noch über die gleichen Schwierigkeiten. Christian Hefenbrock sagt das gleiche. Natürlich habe ich auch neue Nockenwellen gebaut, damit kann man aber nicht alles ausgleichen.»

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