Positiver Virustest: Die Folgen für Fahrer und Teams

Sportwagen
Der Red Bull Ring ist das Aushängeschild Österreichs für den Rundstrecken-Motorsport

Der Red Bull Ring ist das Aushängeschild Österreichs für den Rundstrecken-Motorsport

Im Sportwagen-Motorsport steht im Sommer und Herbst ein dicht gepackter Zeitplan an. Geisterrennen werden geplant. Wenn jedoch ein Fahrer oder Teammitglied positiv getestet wird, kann die Situation kompliziert werden.

Die Formel 1 will am 5. und 12. Juli zwei Rennen auf dem Red Bull Ring austragen. MotoGP-Vermarkter Dorna möchte im Juli oder August mit dem Motorrad-Grand-Prix nachziehen. Mitte Oktober ist das GT Masters auf der Strecke in Spielberg zu Gast. Die österreichische Bundesregierung hat angekündigt, bis Ende Mai einen Maßnahmenkatalog auszuarbeiten, der die Richtlinien für die Austragung der Events in der Steiermark ermöglichen soll.

Man plant konstante SARS-CoV-2-Bluttests, die bei der Einreise maximal vier Tage alt sein dürfen, man will die Abstandsregeln und Hygienevorschriften einhalten und notfalls die Gesichtsmasken tragen, wenn man sich im Fahrerlager zu nahe kommt. Am 30. April wurde die Sportindustrie in Österreich vom Gesundheitsministerium mit einer Hiobsbotschaft konfrontiert. Die österreichische Fußball-Bundesliga muss für jeden Spieler am jeweiligen Spieltag bis 10 Uhr einen negativen PCR-Tests präsentieren. Falls ein Athlet positiv auf das Coronavirus getestet wird, wollte die Bundesliga nur den betroffenen Akteur vom Rest der Mannschaft isolieren.

Das Gesundheitsministerium verlangt aber jetzt rigoros, dass auch dessen Kontaktpersonen verpflichtend in Quarantäne gestellt werden müssen, also die komplette Mannschaft samt allen Betreuern – und sogar die gegnerische Mannschaft! «Das würde den Abbruch der kompletten Meisterschaft 2019/20 bedeuten», erklärte der erschütterte ÖFB-Bundesliga-Ligavorstand Christian Ebenbauer gestern im ORF. «Der ganze Aufwand für den Neubeginn wäre vergeblich gewesen.»

Für die gesamten internationalen Motorsport-Rennserien heißt das – jeder SARS-CoV-19-Test wird für Liberty (Formel 1), Dorna (MotoGP und SBK), Infront Moto Racing (für die Motocross-WM) und so weiter zum Spießrutenlauf.

Falls so ein Konzept auch in den Sportwagen-Serien vorgeschrieben wird, dann müsste das vom positiven Test betroffene Team sofort in strenge Quarantäne gesteckt werden – für 14 Tage. Es wäre vom Wettbewerb ausgeschlossen, und vom nächsten Rennen womöglich auch.

Gut möglich, dass diese Maßnahmen in der gesamten EU gelten werden, bis es einen Impfstoff gibt. Da dies frühestens im Frühjahr 2021 der Fall sein wird, wären die diversen Sportwagen-Serien besonders betroffen.

Denn hier treten viele Piloten regelmäßig in unterschiedlichen Championaten an. Ein Fahrer sitzt an einem Wochenende beispielsweise in einem LMP2 in der European Le Mans Series und kurz darauf dann womöglich in einem GT3 in der GT World Challenge Europe. Auch Teams starten regelmäßig in mehreren Championaten.

Bei der derzeitigen Kalenderplanung im Sportwagen-Bereich stehen insbesondere im Herbst für viele Protagonisten Back-to-Back-Rennen (also an direkt aufeinander folgenden Wochenenden) an. Bei einem positiven Test könnte das etliche Lücken in den Startfeldern zur Folge haben.

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