Endgültig: Kiefer Racing stoppt Supersport-WM-Pläne

Von Oliver Feldtweg
Supersport-WM
Jochen Kiefer zieht sich aus der SSP-WM zurück

Jochen Kiefer zieht sich aus der SSP-WM zurück

Trotz der überwältigenden Reaktionen beim Crowdfunding muss der deutsche Rennstall erneut einen Rückschlag hinnehmen. Kurz vor Saisonauftakt mussten die SSP-WM-Pläne abgesagt werden.

Ursprünglich plante Kiefer Racing mit dem Wechsel in die FIM Supersport World Championship einen Neustart. Denn für 2020 bekam Teambesitzer Jochen Kiefer keinen Moto2-WM-Startplatz mehr.  Als Fahrer waren der Österreicher Thomas Gradinger und Lukas Tulovic aus dem baden-württembergischem Eberbach vorgesehen.

Die Finanzierung gestaltete sich allerdings sehr schwierig. Nach dem Startschuss des Projekts Ende November 2019 war es von Beginn an ein Spiessrutenlauf gegen die Zeit. Eine kurzfristig gestartete Unterstützungsaktion über die Social-Media-Kanäle des Teams war ein ungeahnter Erfolg, vermochte aber die 300.000-Euro Lücke im 1-Mio-Euro Budget nicht zu schliessen. Kiefer Racing muss daher schweren Herzens die Handbremse ziehen, um das Budget nicht dramatisch zu überziehenudn womögloich nicht die ganze Saison bestreiten zu können. «Ich heisse Kiefer. Ich habe einen Ruf zu verlieren», sagte er. Kiefer Racing hat immerhin mit Stefan Bradl und Danny Kent zwei WM-Titel gewonnen.

Jochen Kiefer, Teambesitzer: «Wir fühlen uns gar nicht wohl in unserer Haut. Es fällt uns auch sehr schwer, diese Botschaft aussenden zu müssen. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht wäre es ein zu grosses Risiko gewesen, wenn wir in die Saison gestartet wären. Daher müssen wir unsere Teilnahme an der Supersport-Weltmeisterschaft 2020 absagen, bevor wir in ein unendliches finanzielles Loch trudeln. Es tut uns für alle Beteiligten schrecklich leid. Allen voran natürlich für Thomas und Lukas.»

«Wir haben in den letzten Wochen und Monaten wirklich nichts unversucht gelassen, um das notwendige Budget aufzutreiben. An dieser Stelle unseren herzlichen Dank an die vielen Privatpersonen sowie auch an alle Unternehmen, die sich einerseits mit Beträgen  an der Unterstützungsaktion beteiligt haben, während von einigen Firmen spontan die Zusage für weitere Unterstützung kam. Wir haben lange überlegt, wie eine sinnvolle Umsetzung dieser Aktion mittels der Plattformen ausschauen könnte. Die Reaktionen und die unglaublich grosse Teilnahme kamen in jeder Hinsicht überraschend. Das war wirklich sehr ergreifend für uns und hat uns in dieser schwierigen Zeit weiter motiviert. Trotzdem ist es leider nicht gelungen, die Saison abzusichern. Wir werden also wie angekündigt mit dem Erlös aus dieser Aktion nach der bestmöglichen Alternative suchen.»

«Kiefer Racing wird sich bemühen, für dieses Jahr noch ein Projekt mit zwei Fahrern in der CEV Repsol Moto2 European Championship auf die Beine zu stellen. Von Peter Bales, dem Manager von Lukas Tulovic, haben wir bereits die Zusage erhalten, mit uns in der Moto2-EM an den Start gehen zu wollen», sagt Jochen Kiefer. «Dabei freut es uns für Lukas, dass trotz des Wechsels in eine andere Rennserie alle seine persönlichen Sponsoren, Unterstützer und Ausrüster weiter mitmachen. Für Thomas Gradinger hingegen ist die CEV-Moto2-EM-Serie keine Option. Er will lieber in der WorldSSP bleiben, was für uns auch nachvollziehbar ist. Daher wird Thomas seinen Anteil am Erlös erhalten. Auf die Reise zu den Rennen in Spanien werden wir auf jeden Fall die Namen der Unterstützer auf unserem Truck mitnehmen. Daher nochmals vielen Dank an alle für die Unterstützung. Wir werden nun von nach vorne schauen und uns auf vorerst auf die EM zu konzentrieren, um dort eine erfolgreiche Saison zu haben.»

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