Sabine Holbrook: Sie nimmt es mit den Männern auf

Von Matthias Dubach
Strassensport Sonstiges
Sabine Holbrook: Beim Auftakt im Pech

Sabine Holbrook: Beim Auftakt im Pech

Dramen im Motorradsport gibt es auch im Amateurbereich. Wir lassen mit Sabine Holbrook eine der raren Damen im Euro Speed Cup zu Wort kommen.

Die schnelle Teenagerin Ana Carrasco sorgte bei ihrem Grand-Prix-Debüt in Katar für Aufsehen. Aber auch auf ambitionierten Amateur-Niveau gibt es Rennfahrerinnen, die es mit den Herren der Schöpfung aufnehmen. Die im schweizerischen Trasadingen lebende Sabine Holbrook nimmt 2013 erneut am Euro Speed Cup teil, sie startet in der 600-ccm-Supersport-Klasse. Die 33-Jährige will den Cup in dieser Saison gewinnen und träumt von einer Wildcard-Teilnahme an der IDM Supersport.

Holbrook schreibt, wie sie die Saisonvorbereitung und den ersten Saisonlauf in Barcelona erlebt hat.

«Das Team hat es doch tatsächlich noch geschafft, die beiden Hondas pünktlich zum letzten Test in Magione (I) fertig zu bekommen – einige Nachtschichten hatte es dann doch noch gebraucht. Leider hatte der Wetterbericht vollumfänglich Recht behalten und unser Training im «warmen Italien» ist leider ins «kalte Wasser» gefallen. Voller Hoffnung und warmer, trockener Gedanken sind wir, nach drei wenig aussagekräftigen Testtagen, direkt im Anschluss nach Barcelona (E) gefahren.

Endlich war es trocken, warm leider noch immer nicht. Nun hatten wir noch genau drei Tage Zeit, um zu schauen, ob unsere Grossumbauten an den beiden Maschinen auch funktionierten.

Wie schon befürchtet gab es doch einige grössere technische Schwierigkeiten, die zuerst in mühseliger Testarbeit und mit mechanischem Können des Teams beseitigt werden mussten. Nach drei langen Test- und Einstellungstagen (Nächten), hatten wir das Gefühl, den Elektronikfehler an der «Ersatzmaschine» behoben zu haben und ich durfte endlich anfangen mit der «Honda 1» (Einsatzmotorrad) auf Zeitenjagd zu gehen!

Mein Respekt vor dem ersten Rennen der Saison war schon sehr gross als ich samstags nachmittags zu meiner Startposition 12 fuhr. Sicherheit und Selbstvertrauen gaben mir jedoch die Gewissheit, dass mein Team mir ein möglichst gut abgestimmtes Motorrad hergerichtet hatte. ...Es lag also nur an mir!

Das Rennen in Barcelona
Das Rennen war lang und ging über 14 Runden. Ich fühlte mich direkt nach dem Start wieder in meinem Element: RENNEN fahren! Runde um Runde arbeite ich mich nach vorne und lag drei Runden vor Schluss auf Platz 4. Nach einem kleinen Schaltfehler überholte mich ein Fahrer wieder. Jetzt nur kühlen Kopf bewahren und klug fahren. Ich bin wieder herangefahren und schaute mir meinen Gegner in Ruhe eine Runde lang an und analysierte, wo ich stärker bin als er. Letzte Runde – nun wusste ich, dass ich die letzte Passage auf Start Ziel besser war und ich Ihn aus dem Windschatten heraus überholen kann.

Alles perfekt, ich bin ohne Zeitverlust an den Überrundeten vorbeigekommen und direkt an seinem Hinterrad in die letzten drei Kurven – als wir auf die Zielgerade einbogen sah ich, dass es noch eine Gruppe mit Überrundeten vor uns hatte… Leider war diese Überlegung, dass mein Gegner auch noch Windschatten bekommen könnte, nicht in meinem Plan enthalten und so wurde ich mit nicht einmal 10 cm Rückstand Fünfte. Ich war glücklich und zufrieden, es war ein tolles Rennen, gute Fights und vor allem; ich wusste wieder, dass ich es kann! Meine Zeit war auch sehr zufriedenstellend mit 1.57 und für den Cup habe ich 13 Punkte sichern können.

Voll motiviert ging ich am Sonntag an den Start für das zweite Rennen. Wieder Startplatz 12 und nur acht Runden Zeit, um nach ganz vorne fahren zu können. Der Start glückte super und schon bremste ich die ersten beiden Gegner aus. Weiter voll Gas voraus, damit der Zug nicht ohne mich abfährt. Plötzlich beim Beschleunigen bergauf hörte ich einen lauten Knall und hatte keine Leistung mehr. Oh Nein, Sch…! Motorplatzer, Öl auf der Strecke, Rennabbruch.

Jetzt heisst es, die Motorräder wieder herrichten, da das nächste Rennen bereits am 13./14. April in Hockenheim stattfindet. Die Vielseitigkeit des sabine3racing-Teams wurde des Weiteren durch den Teamchef Ruedi Hauser unter Beweis gestellt. Er erreichte zwischen Reifenwechsel und Motorreparaturen Platz 3 im Power Cup.

Einen riesen Dank an mein Team Mäse, Marcel und Ruedi, die extrem gute Arbeit leisten und auch in stressigen Situationen mit mir kühlen Kopf bewahren!»

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