DMSB-Sportbike-Pokal: Superbike Oschersleben

Von Thomas Beyer
Strassensport Sonstiges
Bernd Papilion: Neuer Spitzenreiter der Superbike-B-Wertung.

Bernd Papilion: Neuer Spitzenreiter der Superbike-B-Wertung.

Auch die Superbike-Klassen B und Open trugen im Rahmen des Superbike-Birthdays in Oschersleben die Rennläufe drei und vier aus.

Superbike-B

Ronny Lorenz kam als punktbester B-Superbiker in die Börde und knallte im dritten Qualifying eine eindrucksvolle Pole-Position (0,9 Sekunden Vorsprung) auf die Bahn. Üblerweise zerschmiss der Kawasaki-Pilot seine ZX-10 R bei einer weiteren Chaos-Runde dermassen nachhaltig, dass die Zeit für die notwendige Reparatur zum Samstags-Rennen nicht ausreichte. So war Bernd Papilion (Team RACE-Project) seinen Hauptgegner schon vor dem Start los. Der BMW-Pilot erreichte in Schleiz auf der brandneuen S 1000 RR bereits die Ränge drei und zwei, wollte in der Börde natürlich mehr. Aber die Kollegen Ronald Matthies (Team Honda Schreiber Zeven) und Stefan Merkens (Team MMT 98) wollten diese natürlich nicht kampflos hergeben. Doch Bernd Papilion setzte sich nach drei Runde an die Spitze, legte Runde für Runde einige Zehntel zwischen sich und Ronald Matthies und fuhr den ersten Saisonsieg ein! Drei-zwei-eins-Seins! Riesenfreude im RACE-Project-Team, zumal Papilion auch noch die flotteste Rennrunde drehte (132.930 min). Matties wurde sicherer Zweiter, dahinter mußte sich Stefan Merkens sputen, nach einem Durchhänger den dritten Platz nicht noch an Thorsten Bammann zu verlieren. Der hatte seine Schreiber-Fireblade ebenfalls am Donnerstag penibel zerstört, wieder aufgebaut und dann vom zwölften Startplatz fein bis auf Rang vier vorgetrieben. Hinter dem Fünften, Sascha Roth (Team Unplugged) tummelte sich ein Fighter-Trio aus Jörn Breede (Team Breede) ,Wolfgang Müller (Team Asys-EKRA) und Stefan Solterbeck. Carsten Höschel warf seine Ducati 1098 S (Team ALWA-Warmuth), zwischenzeitlich als bester «Nicht-Vierzylinder» in den Top-10, zwei Runden vor Schluss in den Kies.

Zum zweiten Heat am Sonntag brachte Ronny Lorenz seine ZX-10 dann wieder an den Start, bei dem Stefan Merkens mit seiner Suzuki die Kollegen erst mal ausbeschleunigte. Doch nach zwei Runden stellten Papilion und Lorenz die Basis für ihr folgendes Spitzen-Duell her und brachten sich in die Positionen eins und zwei. Hatte Papilion die Kollegen mit seiner S 1000 RR am Vortag auf den Geraden noch ziemlich locker verblasen, war die grüne ZX-10 R von Lorenz um keinen Deut langsamer. In Runde fünf ging der Kawasaki-Pilot aus dem Windschatten in Führung, doch Papilion ließ nicht locker und studierte den Gegner genau - kurz vor Ende dann der gezielte Angriff und Sieg Nummer zwei. Ronny Lorenz nahm es sportlich fair und war mit Rang zwei nach dem Samstags-Desaster auch zufrieden. Ebenso wie Ronald Matthies, der zugeben mußte, dass er das Tempo der beiden Führenden ab Mitte des Rennens nicht mehr mitgehen konnte. Stefan Merkens wurde erneut Vierter, diesmal vor Sascha Roth, Jörn Breede, Wolfgang Müller und Carsten Höschel als bester Zweizylinder. Thorsten Bammann, von Platz zwölf aus erneut auf dem Vormarsch unterwegs, zerlegte seine Honda zum zweiten Male an diesem Wochenende. Nach diesen Fehlern der Konkurrenz darf sich Bernd Papilion mit seinem dicken Punktekonto ganz beruhigt auf den Weg zum Lausitzring begeben.


Superbike-OPEN

Bereits das Training hatte es in sich: Die ersten sieben (!) Piloten befanden sich innerhalb einer halben Sekunde - eine Leistungsdichte wie in der Superbike-WM! Nico Machnow (Team Kunkel) stellte seine Kawasaki ZX-10 auf Pole, neben ihm in Reihe eins rangierten der IDM-Pilot Mark Weihe, Ralf Schwickerath (Team RACE Project) und Peter Preussler (Team Motorrad Stein-Preussler). Dahinter und nur einen Wimpernschlag langsamer die Kollegen Uwe Pollheide (Team Dannhoff), Jan Christiansen (Team KJ motorcykler), Steve Jacobs (Team HMC) und – als bester Zweizylinder – KTM-Treiber Harald Kitsch (Team Braun). Letzterer hatte in Schleiz noch einen Lauf gewonnen. Nach dem Start setzte sich ein fröhlich wechselndes Sextett aus den genannten Herren ab, an der Spitze taten dies derweil Mark Weihe und Ralf Schwickerath. Der Däne Christiansen verabschiedete sich nach zwei Dritteln aus der Gruppe mit einem Sturz, während sich Mark Weihe gegen Ende etwas vom Rest freifahren konnte. Peter Preussler lauerte auf den richtigen Moment und stieß im Finale geschickt von Platz vier auf zwei vor – und überraschte damit den BMW-Piloten Ralf Schwickerath, der sich bereits in der zwei Runde eine Hammerzeit von 1.30.211 für die schnellste Runde gutschreiben ließ. Pole-Setter Nico Machnow verpasste als Vierter nur knapp das Podium, Steve Jacobs wurde Fünfter. Harald-Kitsch schnappte Uwe Pollheide auf den letzten Metern noch den sechsten Rang vor der Nase weg. Ralph Schädel, amtierender SoT-Champion, kam mit seiner Ducati 998 RS (Team Hadeler) als zweitbester Twin auf Rang elf.

Mit Mark Weihe verzichtete ein Sieg-Aspirant auf den Start am Sonntag. Ralf Schwickerath brachte sich mit einem Frühstart um seine Chancen, schmetterte seine gelbe BMW S 1000 RR aber ohnehin eine Runde vor Ende (mit möglicher Zeitstrafe) ins Kiesbett. Nico Machnow ließ sich von alldem nicht beirren und legte einen eindrucksvollen Start-Ziel-Sieg aufs Oscherslebener Parkett. Mit einem besseren Start von Jan Christiansen wäre die Fahrt weniger leicht geworden: Der Däne versemmelte das Losfahren und musste sich mühevoll durchs Feld arbeiten - Lohn der Mühe war Platz zwei vor Peter Preussler („ein gutes Wochenende mit reichlich Punkten“) und Uwe Pollheide. Die knappste Entscheidung des Rennes fiel zwischen Steve Jacobs und Lars Engel um Rang fünf: Jacobs hatte um acht Tausendstel (!) das Rad vorn. Vier weitere Zehntel dahinter Harald Kitsch, der auf dem 3,696 km langen Bördekurs mit seiner KTM RC 8R nie wirklich ins Geschehen eingreifen konnte. Premiere auch für den ersten Renn-Einsatz einer Aprilia-V4 auf deutschem Boden: Hans-Werner Bischoff brachte die gerade erst eingefahrene, völlig serienmäßige 1000er Aprilia auf Rag 18 ins Ziel.

Nächster Lauf zum DMSB-Sportbike-Pokal ist am 17.-19. Juli am Eurospeedway Lausitz.

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