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Klepka über Ken Roczen: «Talent war nur die Basis»

Von Thoralf Abgarjan
Ken Roczen im Alter von 12 Jahren

Ken Roczen im Alter von 12 Jahren

Entgegen der gängigen Meinung hat Ken Roczen als Kind erst relativ spät mit dem gezielten Aufbautraining begonnen. Vater Heiko Klepka erinnert sich an die Anfänge auf seiner Hausstrecke im thüringischen Mattstedt.

Ken Roczen galt schon als Kind als Supertalent. Sein Vater Heiko Klepka erinnert sich im Interview mit SPEEDWEEK.com gut daran, wie er das fahrerische Talent seines Sohns entdeckte. Die Strecke hinter seinem Grundstück hatte er ursprünglich für sich und seine Freunde angelegt. «Ken hatte das Interesse und ist hier mit dem Fahrrad herumgefahren. Wie jeder Vater habe ich Ken mal vorn aufs Moped gesetzt. Zu meinem Erstaunen konnte auf Anhieb gezielt Gas geben. Ken war zwei Jahre und 3 Monate alt, als er zum ersten Mal hier auf der Strecke gefahren ist. Leider sind die Videos von damals alle verlorengegangen. Jemand wollte die Bilder digitalisieren und jetzt haben wir von seiner Kindheit eigentlich gar nichts. Wenn dann heute manchmal Material auftaucht, kann ich es selbst gar nicht mehr begreifen, was heute daraus geworden ist. Wir haben das Talent erkannt, sind aber in ganz spielerischer Weise damit umgegangen.»

Entgegen der weitläufigen Meinung hat Ken Roczen erst viel später mit einem gezielten Trainingsprogramm begonnen. «Erst als Ken 13 Jahre alt war, verdichteten sich die Pläne, den Sport ernsthaft zu betreiben. Er sollte mit 14 Jahren an der Europameisterschaft teilnehmen und dann in die WM einsteigen. Erst gegen Ende seines 13. Lebensjahres haben wir angefangen, richtig zu arbeiten. Und danach klappte bei einigen Leuten die Kinnlade herunter. Wir hatten zu dieser Zeit viele Talente. Aber das Talent ist ja nur die Basis. Das muss man sehen. Aber die Leistungen erfordern dann harte Arbeit. Im Motorsport kann auch viel durch die Technik touchiert werden. Alle dachten, dass Kenny schon als Kind jeden Tag trainiert hatte. Die Leute sind hierher gekommen und haben sich gewundert, dass Kenny gar nicht zu Hause war, weil er vielleicht gerade im Freibad unterwegs war. Wenn Kenny seine Kumpels besuchen wollte, war er schon den ganzen Tag mit dem Fahrrad weg, weil wir hier so abgelegen wohnen. Wenn du irgendwo hin willst, musst du erst einmal 2 Kilometer mit dem Fahrrad fahren. Was sollte ich da mit ihm als Kind noch trainieren? Ken hat sich als Kind automatisch und ganz spielerisch entwickelt.»

Heiko Klepka im Interview:

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