Motocross-Skandal: Hund auf der Strecke

Ken Roczen (Suzuki/P3): Erlösung nach Pechsträhne

Von Thoralf Abgarjan
Ken Roczen erreichte in Detroit das Podium

Ken Roczen erreichte in Detroit das Podium

Zuletzt hatte der deutsche HEP Progressive Suzuki Pilot Ken Roczen viel Pech und musste Schadensbegrenzung betreiben. In Detroit lief zwar auch nicht alles rund, aber Roczen zeigte Biss und erreichte wieder das Podium.

Nach dem Schlammrennen von San Francisco stand der deutsche HEP Suzuki Pilot Ken Roczen erstmals in diesem Jahr auf dem Podium. Danach hatte er eine Pechsträhne, die nun in Detroit hoffentlich ihr Ende nahm.

Supercross-Legende Ricky Carmichael, der die US-Supercross-Rennen im TV kommentiert, traute dem Deutschen vor dem Finale von Detroit sogar einen Sieg zu, denn von Anfang an hatte Roczen im Ford Field den Speed der Spitze. Den zweiten Vorlauf beendete er vor dem ausverkauften Stadion hinter dem späteren Sieger Jett Lawrence (Honda) auf Rang 2. Mit einer starken Vorstellung setzte er sich gegen Jason Anderson (Kawasaki) durch und schien am Ende sogar seine Kräfte für das Finale zu schonen.

«Ich hatte eine Pechsträhne», erklärte Roczen. «Das kann in diesem Sport jedem passieren. Wir haben uns zurück aufs Podium gekämpft und ich weiß, dass wir alles haben, um ganz oben zu stehen. Aber bevor ich ständig ans Gewinnen denke, möchte ich jetzt erst einmal eine gewisse Konstanz erreichen und regelmäßig auf dem Podium stehen.»

Zu Beginn des Finales gab es für Roczen aber zunächst eine Schrecksekunde: Am Ende der Startgeraden wurde er von hinten touchiert (Anderson und/oder Hunter Lawrence) und weit nach außen getragen. Am ersten Hügel touchierte er dann auch noch die Husqvarna von Malcolm Stewart und binnen weniger Sekunden war er von der Spitze ins Mittelfeld zurückgefallen.

In den ersten Runden zeigte Roczen dann aber enormen Speed und platzierte gleich mehrere clevere Überholmanöver, indem er auf den Außenlinien immer wieder Tempo für die folgenden Streckenteile mitnehmen konnte. Besonders Eli Tomac (Yamaha) leistete auf Rang 3 starke Gegenwehr, doch auch er war gegen Kens phänomenalen Kurvenspeed machtlos.

«Ich möchte jetzt in der Meisterschaft einfach nur ein bisschen weiter nach vorne kommen», grübelt Roczen, der die Pechsträhne der letzten 3 Rennen nun endgültig hinter sich lassen will.

Mit seinem Podium in Detroit verbesserte sich der Deutsche nach 5 von 17 Läufen von P8 auf Rang 7 und hat 21 Punkte Rückstand zur Spitze. Doch Platz 7 spiegelt nicht sein derzeitiges fahrerisches Niveau wieder. Roczen ist klar besser. Speed und Fitness-Level stimmen und er ist auch in der Lage, seine Pace bis zum Ende durchzuziehen. In den letzten Runden brechen die Rundenzeiten zwar um 3 bis 4 Sekunden ein, das ist aber bei allen Piloten zu beobachten und hat in erster Linie mit dem sich verschlechternden Streckenzustand und den Überrundungen zu tun. Roczen ist fit. Hoffentlich war das Podium von Detroit nur der Anfang. Nächste Woche geht es in Glendale in die 6. Meisterschaftsrunde.

Ergebnis Supercross Detroit:

1. Jett Lawrence (AUS), Honda
2. Chase Sexton (USA), KTM
3. Ken Roczen (D), Suzuki
4. Cooper Webb (USA), Yamaha
5. Jason Anderson (USA), Kawasaki
6. Aaron Plessinger (USA), KTM
7. Dylan Ferrandis (F), Honda
8. Hunter Lawrence (AUS), Honda
9. Justin Cooper (USA), Yamaha
10. Eli Tomac (USA) Yamaha

Meisterschaftsstand nach Runde 5 von 17:

1. Chase Sexton (USA), KTM, 98
2. Jett Lawrence (AUS), Honda, 97, (-1)
3. Aaron Plessinger (USA), KTM, 96, (-2)
4. Cooper Webb (USA), Yamaha, 92, (-6)
5. Jason Anderson (USA), Kawasaki, 84, (-14)
6. Eli Tomac (USA) Yamaha, 82, (-16)
7. Ken Roczen (D), Suzuki, 77, (-21)
8. Dylan Ferrandis (F), Honda, 77, (-21)
9. Justin Barcia (USA), GASGAS, 59, (-39)
10. Hunter Lawrence (AUS), Honda, 52, (-46)


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