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Sieg von Crowe-Brüdern, Unfall von Ellis/Clément

Von Helmut Ohner
Ryan und Callum Crowe waren 2024 bei der TT nicht zu schlagen

Ryan und Callum Crowe waren 2024 bei der TT nicht zu schlagen

Auch ein Rennabbruch wegen eines Unfalls von Ellis/Clément bringt die Crowe-Brüder nicht aus der Ruhe. Die Lokalmatadore holen sich vor Birchall/Rousseau und Molyneux/Roberts den Sieg im zweiten Seitenwagen-Rennen.

Einmal zurück, einmal nach vor, die TT-Organisatoren müssen rasch auf etwaige Wettervorhersagen reagieren. Auch die Aktiven müssen jederzeit für ihren Einsatz gewappnet sein. So auch am vierten Renntag auf der Isle of Man. Anstatt der Besichtigungsrunde für die Solo-Piloten wurde der Start des zweiten Seitenwagen-Rennens um 11.30 Uhr MESZ angesetzt. Für sie heißt es also eine Stunde früher als ursprünglich geplant, Achtung, fertig, los!

Dieses Mal werden auch Ben Birchall/Kevin Rousseau am Rennen teilnehmen, nachdem die britisch-französische Paarung nach ihrem Trainingsunfall nicht in der Lage waren, im ersten Lauf ins Geschehen einzugreifen. Möglich macht das Ganze auch die schnelle Reparatur des ramponierten Gespannes, bei dem örtliche Firmen tatkräftig mitwirkten und auch die Tatsache, dass Ersatzteile rasch auf die Insel gebracht werden konnten.

Können die Crowe-Brüder ihren Erfolg vom ersten Rennen wiederholen oder gelingt Pete Founds und Jevan Walmsley die Revanche? Und dann ist dann auch noch der 14-fache TT-Sieger Ben Birchall, der mit seinem neuen Beifahrer Kevin Rousseau seinen Erfolgslauf fortsetzen möchte. Ein Funktionstest ihres Seitenwagens hat auf alle Fälle gezeigt, dass alles wieder in Ordnung ist. Die Verkürzung auf zwei Runden könnte ihnen körperlich ebenfalls in die Karten spielen.

Es ist keine Überraschung, dass Ryan und Callum Crowe bei der ersten Zwischenzeit an erster Stelle liegen. Birchall/Rousseau sind fast fünf Sekunden zurück Zweiter vor Founds/Walmsley, die weitere 2,7 Sekunden verloren haben. Sensationell starten Todd Ellis/Emmanuelle Clément. Obwohl es ihre erste Tourist Trophy ist, liegen sie vor Lewis Blackstock/Patrick Rosney, Alan Founds/Rhys Gibbons und Tim Reeves/Mark Wilkes an der vierten Stelle.

Bei Ramsey Hairpin hat sich die Spreu bereits vom Weizen getrennt. Die Crowes haben sich über elf Sekunden von Birchall abgesetzt. Founds/Gibbons sind mittlerweile Dritte vor Ellis/Clément, die bei Schoolhouse Corner einen heiklen Moment erleben, Blackstock/Rosney, Dave Molyneux/Jake Roberts und Reeves/Wilkes. Founds/Walmsley, die Zweitplatzierten vom Samstag, mussten ihr Gespann in Kirk Michael mit Defekt abstellen.

Ein Unfall von Ellis/Clément sorgt dann für das Schwenken der roten Flagge. Die Rennleitung bestätigt kurze Zeit später nicht nur, dass die zweifachen Weltmeister im Bereich Waterworks verunglückt waren, sondern auch dass das britisch-französische Paar beim Zwischenfall unverletzt geblieben war. An eine Fortsetzung des Rennens ist aber nicht zu denken, weil es für die anderen am Seitenwagen keinen Weg vorbei gibt.

Mehr als dreieinhalb Stunden nach dem ersten Startversuch gehen die Seitenwagen wieder auf die Strecke. Founds/Walmsley hatten einen Motorschaden und fehlen, ebenso Ellis/Clément nach ihrem Unfall. Für Birchall/Rousseau könnte der Restart durchaus einen Vorteil bringen, immerhin konnten sie noch einige Veränderungen an ihrer LCR Honda vornehmen, die Favoritenrolle bleibt allerdings bei den Lokalmatadoren Ryan und Callum Crowe.

Das Kräfteverhältnis hat sich in der Pause nicht geändert. Die Crowe-Brüder liegen bei Glen Helen erneut vor Birchall/Rousseau und Blackstock/Rosney in Führung. Lee Crawford/Scott Hardie haben eine neue Chance erhalten – sie waren zuvor bereits nach wenigen Kilometern ausgerollt – haben sich an die vierte Stelle geschoben. Founds/Gibbons, Molyneux/Roberts, Reeves/Wilkes und John Holden/Frank Claeys komplettieren die Top-8.

Während an der Spitze etwas mehr als neun Sekunden Crowe und Birchall trennen und nicht mehr zu erwarten ist, dass sich diese Reihenfolge noch ändern könnte, ist im Kampf um den dritten Platz das letzte Wort noch nicht gesprochen. Dave Molyneux ist mit 17 Siegen der erfolgreichste Seitenwagen-Pilot bei der Tourist Trophy. Er liegt vor den letzten 60,725 Kilometern nur 3,7 bzw. 4,0 Sekunden vor Blackstock/Rosney bzw. Founds/Gibbons.

Die Crowes werden von ihren Landsleuten am Streckenrand angefeuert und sie danken es mit ihrem unglaublichen Einsatz. Bei ihrem zweiten Sieg bleiben sie nur drei Sekunden über dem Rundenrekord, schaffen aber als drittes Seitenwagen-Duo einen Schnitt von mehr als 120 Meilen/Stunde. Molyneux lässt sich mit all seiner Erfahrung den dritten Platz nicht mehr nehmen, obwohl seinem jungen Beifahrer anzumerken ist, dass er kräftemäßig am Limit ist.

Die Niederländer Wiggert Kranenburg/Jermain van Middegaal (Team Flying Dutchmen) können die Isle of Man zufrieden verlassen. Kranenburg, der unter anderem von seinem Schwiegervater Eckart Rösinger, der ebenfalls bei der Tourist Trophy am Start gestanden war, tatkräftig unterstützt wurde, beendet das zweite Rennen auf dem 15. Platz, nachdem er im ersten Lauf an der 17. Stelle die Zielflagge gesehen hatte.

Ergebnis, Seitenwagen-TT 2
1. Ryan Crowe/Callum Crowe (GBM), Honda LCR. 2. Ben Birchall/Kevin Rousseau (GB/F), Honda LCR. 3. Dave Molyneux/Jake Roberts (GBM), Kawasaki DMR. 4. Alan Founds/Rhys Gibbons (GB), Yamaha LCR. 5. Lewis Blackstock/Patrick Rosney (GB), Yamaha LCR. 6. Steve Ramsden/Mathew Ramsden (GB), Honda LCR. 7. John Saunders/James Saunders (GB), Yamaha LCR. 8. Wayne Lockey/Matthew Rostron (GB), Honda LCR. 9. Robert Dawson/Matthew Sims (GB), Honda LCR. 10. Conrad Harrison/Ashley Moore (GB), Yamaha Ireson. Ferner: 13. Renzo van der Donght/Vale van der Donght (B), Suzuki LCR. 15. Wiggert Kranenburg/Jermain van Middegaal (NL), Honda LCR.

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