Dylan Ferrandis: «Man sollte auch mich verstehen»

Von Thoralf Abgarjan
Dylan Ferrandis ist in den USA erfolgreich, aber umstritten

Dylan Ferrandis ist in den USA erfolgreich, aber umstritten

Der französische Titelverteidiger erklärt in der letzten Ausgabe des 'Dirt Shark' Magazins seine Situation in Amerika und seinen unerbittlichen Siegeswillen, der zum Crash mit Christian Craig in Anaheim führte.

«Die 250er Klasse wird von Jahr zu Jahr schneller. Jeder Fahrer will gewinnen», erklärte der amtierende französische Westküsten-Champion Dylan Ferrandis in der aktuellen Ausgabe des 'Dirt Shark' Magazins. Das Video zeigt den Franzosen beim Training auf dem Privatgelände der 'Chocolade Mountain MX Ranch' in San Diego, Kalifornien.

Zur Erinnerung: Am 18. Januar 2020 kam es beim 3. Aufeinandertreffen der US-Lites Westküstenmeisterschaft zum Eklat. Ferrandis wurde auf dem Siegerpodest vom Publikum ausgebuht.

Der Franzose rangierte nach dem Start ins Finale in einer Gruppe um Platz 5, kämpfte sich aber schnell zurück in die Spitzengruppe. Vorn hatte sich zwischenzeitlich Christian Craig an die Spitze gesetzt, doch der australische Youngster Jett Lawrence (Honda) fuhr das Rennen seines Lebens und übernahm die Führung in diesem Rennen.

Ferrandis hatte inzwischen Rang 3 hinter Lawrence und Craig erreicht und wählte in der Split-Lane eine andere Spur als der direkt vor ihm liegende Craig. Am Ende der Splitlane hatte Ferrandis zu viel Schwung und fuhr Craig in der nachfolgenden Kehre in die Seite. Beide Piloten kollidierten, Craig flog heftig über den Lenker ab und auch Ferrandis ging zu Boden. Craig musste das Rennen mit total verbogenem Lenker aufgeben, während der Franzose das Rennen fortsetzen konnte und weiter nach vorn drängte.

Die Ereignisse überschlugen sich am Ende des Rennens: Ferrandis konnte bis zum Ende des Rennens die Lücke zu Leader Lawrence schließen. In der letzten Runde entbrannte das Duell zwischen dem Franzosen und Jett Lawrence. Der Australier wehrte sich nach Kräften, doch Ferrandis setzte sich erneut mit entschlossener Härte durch. Auf den letzten Metern eskalierte die Situation. Lawrence versuchte zu kontern, beging aber einen folgenschweren Fehler, landete nach einem Sprung auf dem Vorderrad, flog über den Lenker ab und blieb wenige Meter vor dem Ziel regungslos auf der Strecke liegen. Der Australier brach sich das Schlüsselbein.

Ferrandis gewann das Rennen, wurde aber vom Publikum auf dem Podium ausgebuht. Sein Sieg wurde von der Rennleitung zunächst 'unter Vorbehalt' gewertet. Später wurde er für seine hartes Manöver verwarnt.

Mit Abstand betrachtet Ferrandis den Zwischenfall ebenfalls kritisch. «Es war sicher nicht mein bestes Manöver. Ich weiß, dass ich dafür bezahlen muss. Aber ich denke, man kann vielleicht auch mich verstehen. Ich habe meine Familie, meinen Freundeskreis und meine Heimat verlassen, um hier die Meisterschaften zu fahren und meinen Traum zu verwirklichen. Ich will meine Mission erfüllen. Aber ich bin ich auch nicht sauer über die Reaktionen im Angel Stadium. Ich gebe von der ersten bis zur letzten Runde alles. Ich denke nicht, dass ich aggressiver fahre als andere Piloten, aber mein Siegeswille ist vielleicht etwas stärker als bei den Anderen.»

Am 10. Juni geht es für Dylan Ferrandis in der Westküstenmeisterschaft weiter. Er führt knapp mit 7 Punkten Vorsprung vor seinem Teamkollegen Justin Cooper.

Kalender Supercross-WM in Salt Lake City:
31. Mai: WM-Runde 11: 250SX East
3. Juni: WM-Runde 12: 250SX East
7. Juni: WM-Runde 13: 250SX East
10. Juni: WM-Runde 14: 250SX West
14. Juni: WM-Runde 15: 250SX West
17. Juni: WM-Runde 16: 250SX East
21. Juni: WM-Runde 17: 250SX East, 250SX West

Meisterschaftsstand nach 6 von 9 Rennen:
1. Dylan Ferrandis, 135
2. Justin Cooper, 128 (-7)
3. Austin Forkner, 122 (-13)
4. Brandon Hartranft, 110, (-25)
5. Alex Martin, 98, (-27)

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