WTCR

Spannende Vorzeichen für WTCR auf der Nordschleife

Von Rob La Salle - 29.04.2018 18:24

Volles Starterfeld, actiongeladene Rennen und Piloten dreier verschiedener Marken auf dem obersten Treppchen des Siegerpodestes: Der FIA-Tourenwagen-Weltcup (WTCR) machte in Ungarn Werbung für sich.

Zwei Wochen bevor der WTCR im Rahmen des ADAC Zurich 24h-Rennens auf der Nordschleife gastiert, sorgte mit Norbert Michelisz (Hyundai i30 N TCR) ein einheimischer Pilot für Begeisterungsstürme.

Der Ungar konnte auf heimischem Terrain in beiden Qualifyings die Pole Position einfahren und kam in zwei von drei Rennen auf das Siegerpodest. Der große Gewinner des Wochenendes war aber sein Kollege im BRC-Racing-Team, Gabriele Tarquini: Er kam als Tabellenführer an den Hungaroring und sammelte mit einem Rennsieg und guten weiteren Platzierungen mächtig Punkte.

An die Nordschleife kommt der Hyundai-Pilot nun mit einem kleinen Vorsprung vor dem Franzosen Yann Ehrlacher (Honda Civic TCR), der den ersten von drei Heats des Wochenendes gewann und dessen Team All-inkl.com Münnich Motorsport am Ring sein Heimspiel feiert. Und auch der Sieger des zweiten Ungarn-Rennens ging an einen Piloten, der sich sehr auf die Nordschleife freuen dürfte: Robert Huff (GBR, VW Golf GTI TCR) nahm mehrfach am 24h-Rennen teil und dürfte so manchem Konkurrenten in Sachen Streckenkenntnis etwas voraus haben.

Mit zwei Qualifying-Sesssions und drei Rennen ist die aus der Tourenwagen-WM hervorgegangene FIA-WTCR noch actiongeladener als ihr Vorgänger und überzeugte auch in Ungarn wieder mit Türklinkenduellen im dicht gepackten Feld. Aber nicht nur die spannenden Positionskämpfe der 27 Renntourenwagen rissen die Fans von den Sitzen.

Auch die Local Heros sorgten für Begeisterung. Norbert Michelisz konnte schon im ersten Qualifying die Pole Position für Rennen 1 erobern, als er den Argentinier Esteban Guerrieri (Honda, All-inkl.com Münnich Motorsport) um 0,256 Sekunden auf Platz zwei verwies. Die Sensations-Show im ersten Lauf aber lieferte dann dessen Teamkollege Yann Ehrlacher. Von Platz fünf aus gestartet, übernahm er schon nach zwei Kurven die Führung und lief schließlich vor Guerrieri im Ziel ein: Doppelsieg für das deutsche Team!

Michelisz blieb immerhin der dritte Platz, für den seine Landsleute ihn feierten. Er hatte den Start gegen Guierrieri verloren, startete aber sofort den Gegenangriff. In der Anfahrt zur Kurve 2 mischte sich auch noch BRC-Racing-Teamkollege Tarquini in den Kampf ein: Das Trio berührte sich und wurde in der langen Linkskurve nach außen getragen. Dadurch öffnete sich auf der Innenseite in großes Loch für Ehrlacher, der keine weitere Einladung brauchte und mit seinem Honda Civic Type R TCR an allen drei vorbeiging. Ein atemberaubendes Duell, das beste Werbung für den Tourenwagen-Weltcup war.

Wildcard-Pilot mit glänzender Vorstellung

Auch im zweiten Qualifying war es Norbert Michelisz, der den heimischen Fans eine weitere Pole-Position schenkte – mit knappem Vorsprung vor Tabellenführer und Teamkolege Gabriele Tarquini. Hinter den Hyundai i30 N TCR sicherte sich das All-inkl.com-Team aus Guerrieri und Ehrlacher die zweite Reihe. Doch im zweiten Heat starten die Top-Ten des Qualifyings in umgekehrter Reihenfolge des Trainingsergebnisses, sodass es andere Protagonisten waren, die zunächst einmal die Hauptrollen übernahmen: Der Trainings-Zehnte Rob Huff (GBR, Sébastien Loeb Racing) spielte im VW Golf GTI TCR seine Erfahrung aus, als er die so gewonnene Pole in eine frühe Führung umsetzte. Er verteidigte die Spitzenposition gegen den ungarischen Wildcard-Piloten Dániel Nagy, der von P2 ins Rennen gestartet war.

Der Jubel des Heimpublikums trug ihn ins Ziel und ließ ihn ein hinreißendes Rennen abliefern. Jedoch reichte es für den Hyundai-Piloten letztlich nicht mehr, den Golf GTI des Briten zu überholen. Huff siegt schließlich und strahlte: «Es lief brillant. Das Team hat mir an diesem Wochenende ein großartiges Auto zur Verfügung gestellt, das in der Lage war, den Hyundai hinter sich zu halten. Einige Male war es wirklich sehr eng, da Dániel wirklich gut gefahren ist. Für ihn ist es sicher toll, in seiner Heimat so eine gute Leistung abgeliefert zu haben.» Das Podium komplettierte mit Yvan Muller (FRA) ein weiterer Hyundai-Pilot.

Dritter Sieg für Tarquini

Beim dritten Lauf schlug dann die Stunde des Tabellenführers: Gabriele Tarquini schlug im finalen Heat seinen Teamkollegen Norbert Michelisz. Mit dem Doppelsieg der beiden Hyundai baute der italienische Veteran seine Punkteführung aus. Der Schlüssel zum Sieg war einmal mehr Tarquinis Markenzeichen: ein blitzschneller Start. Damit ging er an Polesitter Michelisz vorbei und übernahm beim Anbremsen der ersten Kurve die Führung.

Dahinter griff Yvan Muller die beiden All-Inkl.com-Hondas an und schob sich dabei an Yann Ehrlacher vorbei. Kurz darauf war er schon Dritter, da dessen Teamkollege Guerrieri einen Frühstart hingelegt hatte und nach der dafür fälligen Durchfahrtsstrafe ans Ende des Feldes zurückgefallen war. Nach rund einem Drittel der Distanz wurde der Heat regenbedingt unterbrochen und nach kurzer Pause hinter dem Safety-Car neu gestartet.

Tarquini und Michelisz konnten beim Restart die Führung verteidigen und lieferten sich ein feines Windschattenduell, dass der italienische Ex-Formle-1-Pilot aber kontrolliert nach Hause fahren können: Der Dritte Rennsieg der jungen Saison war der Lohn. Hinter den beiden Piloten des BRC-Teams kam mit Yvan Muller (FRA) ein weiterer Hyundai als Drittplatzierter ins Ziel.

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