Lucy Glöckner: «Keine voreiligen Prognosen»

Von Andreas Gemeinhardt
Yamaha R6 Cup
Lucy Glöckner

Lucy Glöckner

Lucy Glöckner, die Gesamtdritte des Yamaha R6 Dunlop Cups 2010, holte sich bei den ersten Testfahrten in Spanien ihren Fahrspass zurück.

Im vergangenen Jahr belegte Lucy Glöckner hinter Markus Reiterberger und Luca Hansen den dritten Platz im Yamaha R6 Dunlop Cup. Dabei gewann sie beim Saisonauftakt auf dem EuroSpeedweedway als erste Frau in der Geschichte ein Yamaha-Cup-Rennen. «Ich bin sehr zufrieden mit dem Verlauf der Saison 2010», hält die 20-Jährige fest. «Das Highlight war natürlich mein Sieg auf dem EuroSpeedway. Die Stürze auf dem Sachsenring und in Schleiz gleich zu Beginn der beiden Rennen waren die grössten Enttäuschungen.»

Zum Strassensport-Saisonfinale auf dem Frohburger Dreieck startete Glöckner auch in der Klasse bis 125ccm. Nach einem Trainingssturz musste ihr der Schleimbeutel im linken Ellenbogen entfernt werden. Diese Verletzung ist inzwischen vollständig ausgeheilt und so konnte die Krumhermersdorferin ohne Probleme für zehn Tage nach Spanien aufbrechen, um vom 13. bis 23. Februar die ersten Testfahrten in Almeria und Albacete zu absolvieren.

«Es hat natürlich riesen Spass gemacht, wieder auf dem Bike zu sitzen», berichtet Glöckner. «Obwohl uns anfangs in Almeria der Wind einige Probleme bereitete, bin ich sehr viele Runden gefahren. Wir haben uns um die Basisabstimmung gekümmert und die ersten Änderungen am Fahrwerk vorgenommen. Aber das Wichtigste war, den Winterrost abzulegen, das Gefühl für das Motorrad wiederzuerlangen und Spass am Fahren zu haben.»

In der Saison 2011 startet Lucy für das Cup-Team Petzold/Mierisch. «Andreas Petzold ist unser Hauptsponsor», erklärt Glöckner. «Der Yamaha-Händler Andreas Mierisch aus Elstra bei Kamenz unterstützt uns ebenfalls und ist für das Fahrwerk zuständig. Torsten «Schwarzel» Schwarz ist unser Mechaniker. Mein Dad Holger Loose und meine beste Freundin Lysann «Ly» Kugler sind auch bei jedem Rennen dabei.»

Über ihre Ziele verliert Lucy nicht all zu viele Worte: «Mit voreiligen Zielsetzungen würde ich mich selbst zu sehr unter Druck setzen. Natürlich möchte ich wieder gut abschneiden und später in die IDM Supersport aufsteigen. Aber um Prognosen abzugeben, warte ich lieber das erste Rennen ab und schaue mir vorher meine aktuellen Konkurrenten an. Langfristig zu planen ist nahezu unmöglich. Ich plane immer nur von Saison zu Saison, da es mit dem Geld und den Sponsoren immer schwieriger wird.»
 

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