Pit Beirer (KTM): Was zeichnet Kevin Benavides aus?
KTM-Rennchef Pit Beirer bezeichnet den Dakar-Zweiten Toby Price als Urgewalt, er ist von Sieger Kevin Benavides begeistert, er lobt Honda und Hero und die Leidenschaft seiner Truppe.
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Der Finaltag bei der Rallye-Dakar 2023 bescherte dem Red Bull-KTM-Werksteam mit Kevin Benavides und Toby Price einen Doppelsieg, und die rot-weiß-rote Pierer Mobility AG räumte mit Husqvarna-Werksfahrer Skyler Howes auch noch den dritten Podestplatz ab.
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Toby Price verspielte auf der 14. und letzten Etappe den hauchdünnen Vorsprung von zwölf Sekunden, den er am Samstag ins Ziel gerettet hatte. Es hätte sein dritter Dakar-Sieg nach 2016 und 2019 werden können. Nur sechs Fahrer haben bisher drei oder mehr Dakar-Siege eingeheimst… "Der Toby ist eine Urgewalt", stellte KTM-Motorsport-Direktor Pit Beirer fest, "Wenn der einmal ins Fahren kommt, wenn er sich wohlfühlt und in der Rallye richtig drin ist, das wissen wir nach all den Jahren, dann ist er einfach eine Macht."
Übrigens: Red-Bull-KTM-Held Toby Price hat bei seiner neunten Dakar-Rallye den sechsten Podestplatz erreicht.
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Aber Kevin Benavides sicherte sich nach insgesamt 8500 km und ca. 4700 Wertungsprüfungs-km den zweiten Sieg nach 2021, damals steuerte er noch ein Werks-Honda. Die Pierer Mobility schaffte damit den 20. Dakar-Sieg, 19 mit KTM, einen mit GASGAS 2022 durch Sam Sunderland.
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"Kevin Benavides zeichnet aus, dass er athletisch durchtrainiert ist; er arbeitet dazu körperlich mit den besten Fitness-Trainern und einem Mental-Trainer. Er ist extrem penibel in der Vorbereitung, er fährt alle Roadbooks durch, die man nur irgendwie vor dem Rallye-Start fahren und trainieren kann. Kevin bereitet sich extrem theoretisch auf das ganze Navigations-Thema vor. Er peinigt uns auf dem Bike, es gibt keine Schraube, die er nicht hinterfragt. Er möchte aus dem Motorrad alles maximal rausholen. Er ist ein sehr professioneller Athlet. Und wenn es darum geht, loszumarschieren, kann er sich besonders gut konzentrieren. Wenn Showtime ist, ist Kevin voll da."
"Er ist einfach ein außergewöhnlicher Typ", attestierte der 50-jährige Pit Beirer, der 250-ccm-Motocross-Vizeweltmeister von 1999. Mit Benavides (34), Price (35) und Walkner (36) war das Red Bull KTM-Team 2023 bei der Rallye Dakar mit drei reifen, routinierten Fahrern bestückt, das machte sich bezahlt.
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"Ja, man hat ja beim 22-jährigen Mason Klein gesehen, der in der ersten Woche einen unglaublichen Speed hatte und einen Etappe gewonnen hat", hält Beirer fest. "Doch in der zweiten Woche ist er mit zwei Stürzen und einer leichten Gehirnerschütterung weitergefahren, bis er wieder stürzte. Dann musste er zwei Tage vor Schluss aufgeben, obwohl er eine sensationelle Dakar hingelegt hat. Aber die Erfahrung ist bei dieser Rallye unbezahlbar. Die Dakar ist eine eine große Reisetasche, die du im Lauf der Jahre füllst mit Qualität und Erfahrung. Mit jedem Tag, an dem du an diesem Wettkampf teilgenommen hast, wirst du abgebrühter und taktierst mehr. Man hat gesehen, dass in der zweiten Woche ein erfahrenes Team mit reifen Fahrern immer stärker wird, während er eine oder andere Teilnehmer einfach weg bricht. Die Frage, wie teile ich mir das richtige Dosieren über zwei Wochen ein, essen, schlafen, welche Taktik wähle ich und so weiter, da hilft natürlich die jahrelange Erfahrung." "Trotzdem haben wir mit Sam Sunderland bereits am zweiten Tag im Red Bull GASGAS-Team bereits einen zweifachen Dakar-Sieger verloren, weil er im tiefsten Sand einen Stein übersehen hat. Schade, denn Sam war extrem gut vorbereitet und sehr fit. Ja, die Dakar ist schon ein sehr spezieller Wettkampf." Honda schaffte mit Pablo Quintanilla und Adrien van Beveren die Gesamtränge 4 und 5, José Ignacio Cornejo landete an achter Stelle. Phasenweise heizten die Japaner den österreichischen Mannschaften ganz schön ein, obwohl Ricky Brabec ausschied und der 30-fache Etappensieger Joan Barreda ebenfalls strauchelte. "Honda war wieder ein extrem starker Gegner", attestierte Beirer. "Sie haben in den letzten Jahren eine professionelle Rallye-Mannschaft aufgebaut, sie haben ein gutes Bike und gute Fahrer. Sie sind für uns ein beinharter Gegner. Da ist kein Raum für den kleinsten Fehler."
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Auch die Darbietung der Hero-Truppe verlangte dem KTM-Manager Respekt ab. "Dieses Team hat. einen guten Job gemacht, und das ist ja immer noch das coole an diesem Sport. Am Ende des Tages geht es um den alten Traum von Heinz Kinigadner: 'Nimm dir ein Motorrad und fahr‘ nach Dakar.' Du brauchst ein solides Motorrad und einen Fahrer, und der einzelne Fahrer und das Team machen dann den Unterschied. Denn mittlerweile schaffen es alle Hersteller, ein konkurrenzfähiges Motorrad zu bauen. Wenn du am Ende des Tages bei der Dakar um den Gesamtsieg fahren willst, muss das ganze Paket stimmen. Und da können wir uns bei der Pierer-Gruppe auf eine unglaubliche starke Mannschaft verlassen. das Team vor Ort funktioniert wie ein Uhrwerk. Da ist jedes Teammitglied zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Platz. Es macht uns stolz und viel Freude, dieses Geschehen zu beobachten." Denn so eine Marathon-Rallye ist mit unglaublichen Entbehrungen verbunden. Beirer: "Die Leute haben jetzt zwei Wochen in Zelten geschlafen, die waren nass, sie hatten nur noch nasse Schuhe und nasse Kleidung. Ich habe mir das alles persönlich angeschaut, und die Mannschaften haben trotzdem nach 14 Tagen noch glänzende und strahlende Augen. Da sieht man eine Leidenschaft für den Rennsport, die man sich für Geld nicht kaufen kann."
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