DTM

DTM-Boss Berger sucht Hersteller: «Besorgniserregend»

Von Andreas Reiners - 20.01.2020 11:03

Gerhard Berger kann mit dem Status Quo der DTM theoretisch zufrieden sein. Doch der DTM-Chef findet die Entwicklung in der Automobilindustrie und im Motorsport besorgniserregend.

Besonders geduldig ist Gerhard Berger nicht. Ihm gehen die Dinge in der Regel zu langsam. Als Chef einer Rennserie muss er allerdings diverse Interessen unter einen Hut bringen, weshalb sich auch die schönsten Pläne schon mal verzögern können.

Was Berger bislang auch nicht umsetzen konnte, immer wieder fing er sich trotz einer intensiven Suche Absagen diverser Hersteller ein. Unter dem Strich gibt es daher in der DTM weiterhin keine größere Markenvielfalt als drei Hersteller.

Aussteiger Mercedes wurde durch Aston Martin ersetzt, das Einsatzteam R-Motorsport brachte 2019 vier Vantage DTM an den Start. Doch nach einer Saison gibt es Fragezeichen: Nach der Trennung von Technikpartner HWA steht weiterhin nicht offiziell fest, wie es weitergehen wird. Und das zwei Monate vor den offiziellen ITR-Testfahrten in Monza.

«Fakt ist: Wir gehen fest davon aus, dass Aston Martin in der DTM-Saison 2020 am Start sein wird», betonte der Österreicher bei auto motor und sport.

Selbst wenn es bei Audi, BMW und Aston Martin in der Startaufstellung bleibt, herrscht in der DTM irgendwie immer eine Art Kampf um die Zukunft, es bleibt alles ein schmaler Grat. Verbunden mit der Grundsatzfrage: «Wie können wir mehr Hersteller in die Serie ziehen, um eine größere Markenvielfalt und mehr Wettbewerb zu schaffen?»

Klar: Die Serie mag grundsätzlich auf gesünderen Füßen stehen, man mag mit dem Zuspruch im Fernsehen (Rund 600.000 Fans pro Rennen) und vor Ort (25.000 bis 50.000) zufrieden sein, die DTM steht und fällt mit den Herstellern, dem Wettbewerb.

Berger selbst fragt sich dabei: «Wo ist die deutsche Automobilindustrie, außer BMW und Audi natürlich?»
Berger trommelt für seine Serie, die nach der Formel 1 und der Nascar die größte und beste Plattform für Hersteller sei, wie er findet. «Die DTM bewegt die Fans. Trotzdem vermisse ich, dass die deutsche Automobilindustrie dieses Besitzgut pflegt. Ich sehe keinen Ersatz für die DTM, wenn man diese Plattform schließen würde. Sie würde verloren gehen. Wenn man so etwas später mal wiederaufbauen wollte, müsste man viel Geld in die Hand nehmen und Zeit reinstecken.»

Die Gründe? Sind vielfältig.

«Die Beliebtheit von Sportarten verläuft immer in Wellen. Aus Sicht der Automobilindustrie kommt dazu, dass sie im Moment mit so vielen anderen Herausforderungen konfrontiert ist, dass der Motorsport zum Randthema wird», so Berger.

Verallgemeinern lässt sich das nicht, der Formel E rennen die Hersteller nämlich die Türe ein. Neben Audi und BMW sind aus Deutschland auch Porsche und Mercedes dabei. Mercedes hatte die DTM bekanntlich wegen der Elektrorennserie verlassen. Deshalb ja, keine Frage: Der Umbruch in der Automobilindustrie hat natürlich Auswirkungen auf den Motorsport, für die einen positiv, für viele negativ.

Berger findet die Entwicklung «besorgniserregend. Das Automobil war immer schon mehr als nur ein Transportmittel. Es entfacht Emotionen, stellt einen Status dar. In dieser Hinsicht war der Rennsport ein wichtiges Werkzeug. Jetzt leben wir in einer Zeit, in der komplett offen ist, mit welcher Antriebstechnologie wir in die Zukunft gehen.»

Die DTM zum Beispiel setzt ab 2022 auf Hybridmotoren und E-Fuels. «Der radikalste Ansatz ist, dass wir das alles nicht mehr brauchen. Das ist aber keine Lösung», so Berger, denn Motorsport stehe auch für Effizienz, es müsse einen Mittelweg zwischen dem totalen Verzicht auf alles und verantwortungsvollem Umgang mit dem Problem geben. «Mit diesem Thema kämpfen die Automobilhersteller heute, und da bleibt für den Rennsport nicht mehr so viel Zeit und Einsatz übrig wie früher.»


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