Bitteres DTM-Aus: Die harte Suche nach dem Plan B

Von Andreas Reiners
DTM
Ferdinand von Habsburg

Ferdinand von Habsburg

Die Fallhöhe ist groß nach einem Aus in der DTM. Nach der Saison 2019 mussten sich immerhin sechs Fahrer einen neuen Job suchen. Das ist nicht immer ganz einfach.

Joel Eriksson ist voller Vorfreude. Denn für ihn gibt es doch noch eine Art Happy End: Er wird endlich gegen seinen älteren Bruder antreten. Beide fahren 2020 im ADAC GT Masters.

«Damit wird ein Traum für mich wahr. Wir wollten immer schon in der gleichen Meisterschaft starten», erklärte der 21-Jährige auf Instagram.

Eriksson fährt für Schubert Motorsport und teilt sich einen BMW M6 GT3 mit dem Australier Aidan Reed, sein Bruder Jimmy Eriksson fährt für Zakspeed einen Mercedes AMG-GT3. Sein Partner: Daniel Keilwitz.

Bonbon für Joel Eriksson: Er ist zugleich auch Testfdahrer in der Formel E für Dragon. Der Schwede ist ein Beispiel für die schwierige Suche nach dem Plan B, wenn die DTM-Karriere beendet wird. BMW hatte Eriksson nach zwei mäßigen Saisons mit einem Rennsieg aussortiert. Es ist nicht immer einfach, anschließend etwas auf ähnlichem Niveau zu finden.

Auch für BMW-Kollege Bruno Spengler war im DTM-Kader der Münchner kein Platz mehr. Für den Kanadier ein bitteres, weil überraschendes und ungewolltes Ende der DTM-Laufbahn.

Nun setzt man einen so verdienten Fahrer wie den Meister 2012 nicht einfach so vor die Tür, sondern bietet ihm einen Plan B im Rahmen des eigenen Programms an: Spengler fährt 2020 in der IMSA. Nicht unbedingt eine glanzvolle Alternative für Spengler, der sich mit 35 aber sowieso im Herbst seiner Karriere befindet.

Anders sieht es bei jüngeren Fahrern aus, die das Aus unvorbereitet trifft. Wie bei R-Motorsport nach dem Rückzug aus der DTM. Da stehen Daniel Juncadella (28), Ferdinand von Habsburg (22) und Jake Dennis (24) plötzlich ohne Cockpit da, bedingt durch den späten Zeitpunkt Ende Januar auch mit einem dicken Nachteil verbunden.

Immerhin: Dennis gehört bereits zum GT-Aufgebot und ging zuletzt bei den 12 Stunden von Bathurst an den Start. Für ihn dürfte sich im GT-Programm von R-Motorsport etwas finden, wie für Juncadella möglicherweise auch. Der Spanier musste nach immerhin 94 Rennen für Mercedes und Aston Martin das Kapitel DTM erst einmal schließen. Für ihn ist es ebenfalls nur ein Trostpflaster.

Und von Habsburg? Der Österreicher darf sich noch vage Hoffnungen auf einen Verbleib in der DTM machen, denn er ist Kandidat für einen dritten Audi des Kundenteams WRT. Die Belgier wollen den Audi-Testträger einsetzen. Sollte der Deal platzen, wird es bitter, denn eine Alternative hat er aktuell nicht parat.

Anders Routinier Paul di Resta, denn der wäre auch ohne Ausstieg bei R-Motorsport raus gewesen. Der Schotte fuhr im vergangenen Jahr bereits parallel in der WEC in einem Ligier LMP2 für United Autosports und wird das Engagement bis zum Sommer, Le Mans inklusive, fortsetzen.

Und ja, es gibt sie, die Happy Ends: Jonathan Aberdein sollte, nachdem sein Einjahresvertrag bei WRT auslief, DTM- und Formel-E-Ersatzfahrer bei Audi werden, mit der Option 2021 ein Stammcockpit zu bekommen. Im Wartestand in der zweiten Reihe sozusagen.

Dem Südafrikaner, der 2019 als Rookie überzeugte, dauerte das jedoch zu lange. Als BMW ihm ein Angebot machte, schlug er zu. Und fährt 2020 weiter in der DTM.


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