DTM-Stars und Corona: Simulator als einzige Chance

Von Andreas Reiners
Nico Müller

Nico Müller

Wenn die reale Motorsport-Welt stillsteht, muss man eben in die virtuelle flüchten. Am Wochenende finden wieder einige Rennen statt.

Bei Nico Müller waren die Entzugserscheinungen offenbar nicht mehr zu auszuhalten. Sie haben den Schweizer hart getroffen, wie er bei Instagram verriet.

Er ist ja sowieso doppelt unterwegs: Zum einen in der Formel E, die jetzt pausiert, zum anderen in der DTM, die in der vergangenen Woche ihre Testfahrten absagen musste.

Doch alles jammern hilft in Zeiten der Coronakrise nicht weiter, weshalb sich der DTM-Vizemeister einen High-End-Sim bestellt und bei sich zu Hause installiert hat. «Dann ist es jetzt Zeit für Sim-Rennen», schrieb er. 

Es ist aktuell DIE Entdeckung der Motorsportstars, das Sim Racing erlebt deshalb derzeit einen Boom wie noch nie: Fahrer aus aller Welt und aus allen Kategorien treten online gegeneinander an. Um sich abzulenken, aber auch, um in Zeiten der Coronakrise im Flow zu bleiben.

Bei BMW gehört das Sim-Racing als zusätzliche Säule sogar schon zum Motorsport Programm. «Viele unserer BMW Werksfahrer messen sich in den kommenden Wochen und Monaten in virtuellen BMW Rennfahrzeugen wie dem BMW M8 GTE oder dem BMW M2 CS Racing regelmäßig mit anderen professionellen Rennfahrern sowie Fans sowie einigen der besten Sim-Racer der Welt. Ich denke, das kann für Fahrer und Fans eine willkommene Abwechslung sein», sagte BMW-Motorsportdirektor Jens Marquardt.

So traten am vergangenen Wochenende beim «All-Star Esports Battle» zum Beispiel Red Bull Racing-Star Max Verstappen und Indy-500-Sieger Simon Pagenaud sowie die GP-Legenden Juan Pablo Montoya und Rubens Barrichello gegen Profi-Gamer an. An diesem Wochenende geht es munter weiter.

Das allererste virtuelle Rennen der Nürburgring Langstrecken-Serie VLN macht um 13 Uhr (MEZ) mit einem 4-Stunden-Rennen in der «Grünen Hölle» den Anfang. Aus der DTM mit dabei ist dann Mike Rockenfeller.

Auf dem YouTube-Kanal von THE RACE gibt es am Samstag die zweite Ausgabe der «All-Star Esports Battle». Bis zu 60 professionelle Rennfahrer stellen sich der Herausforderung von Sim-Racern und ermitteln im Grand Final, das um 20 Uhr (MEZ) gestartet wird, den Gesamtsieger.

Wieder dabei: Verstappen und Montoya, dazu auch Nico Hülkenberg und Maximilian Günther. Aus der DTM sind es Ed Jones (WRT) und BMW-Pilot Philipp Eng, der sein Debüt feiert. Der Österreicher hatte zuletzt seinen Simulator mit einem zusätzlichen Bildschirm für Rundenzeiten und Spritverbrauch aufgerüstet.

«Ich freue mich sehr darauf, mir mit so vielen meiner Profi-Rennfahrer-Kollegen und Sim-Racern virtuell die Rennstrecke zu teilen. Im Moment ist der Simulator unsere einzige Chance, Rennen zu fahren. Ich werde mich so gut wie möglich vorbereiten und hoffe, vorne dabei sein zu können», sagte er.


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