Trotz Button und Abt: DTM-Teambilanz ist noch mager

Von Andreas Reiners
DTM
Gerhard Berger

Gerhard Berger

Jenson Button hat sich mit seinem Team eingeschrieben, auch Abt ist 2021 in der DTM dabei: Im Vergleich zum Konkurrenten GT Masters ist die Zwischenbilanz der DTM aber übersichtlich.

Nein, Sorgen hat sich Hermann Tomczyk keine gemacht. Zumindest nach außen hin sieht der ADAC-Sportpräsident den Kampf mit der DTM um die Gunst der Fans, Teams und Hersteller gelassen. Inzwischen setzen ja bekanntlich beide Serien auf das GT3-Reglement - und sind demnach Konkurrenten.

«Wir müssen schauen, wie sich die Dinge jetzt entwickeln. Wir schauen auf unsere Dinge und werden unsere Serie ausbauen und stärken. Den Rest werden der Fan und die Hersteller entscheiden», sagte er beim Saisonfinale. Und legte mit dem GT Masters ordentlich vor.

So gibt es mit Nitro einen neuen Sender, der die Rennen überträgt. Außerdem haben das GT Masters und die SRO Motorsport Group von Stephane Ratel ihre Kalender für 2021 so abgestimmt, dass es Teams und Fahrern möglich ist, sowohl an der Intercontinental GT Challenge, der GT World Challenge Europa wie auch dem ADAC GT Masters teilzunehmen. Aus Kostengründen für Teams eine attraktive Konstellation.

Entscheidend ist dann aber in der Startaufstellung, und da hat das GT Masters ebenfalls vorgelegt. Die Serie geht 2021 mit einem Feld von 33 Supersportwagen von acht Marken in die 15. Saison, bis Mitte Dezember haben 20 Teams frühzeitig ihre Nennungen abgegeben und sich damit einen Startplatz gesichert.

Neben Fahrzeugen von Audi, BMW, Corvette, Lamborghini, Porsche und Mercedes-AMG sind 2021 auch wieder ein Aston Martin Vantage GT3 und ein Honda NSX GT3 vertreten. So sind zum Beispiel die Meisterteams der vergangenen sechs Jahre wieder am Start.

«Wir haben in den vergangenen Monaten im engen Austausch mit unseren Teilnehmern frühzeitig einen hohen Grad an Planungssicherheit geschaffen und dürfen uns nun über ein starkes Feld freuen. Im fünften Jahr in Folge haben sich Teams mit mehr als 30 Fahrzeugen eingeschrieben und frühzeitig zu einer Teilnahme bekannt. Das beweist gerade in diesen Zeiten, dass wir mit unserem Konzept richtig liegen, und ist ein starkes Signal für die hohe Attraktivität der Serie», sagte Tomczyk.

Und die DTM?

Da hatten im Oktober mehr als 40 Teams ihr Interesse offiziell bekundet. Fest eingeschrieben haben sich bislang vier: GruppeM Racing, 2 Seas Motorsport, Abt Sportsline und Jenson Buttons Team «Jenson Team Rocket RJN».

Bedeutet konkret: Stand jetzt stehen sechs Autos von drei verschiedenen Marken fest. Neben einem Mercedes-AMG GT3 Evo (GruppeM Racing) sind zwei McLaren 720S GT3 (2 Seas Motorsport), zwei Audi R8 LMS vom Abt-Team und zunächst ein McLaren vom Button-Team am Start.

«Der Name Abt gehört einfach zur DTM, denn die Mannschaft hat die Serie zwei Jahrzehnte lang mitgeprägt», sagt DTM-Chef Gerhard Berger. «Wir freuen uns, dass sie sich auch weiterhin zur DTM bekennt.»

Trotzdem: Eine zunächst magere Bilanz.

Das Problem der Teams sind dabei natürlich die Kosten, und die Krux ist, dass finanzielle Faktoren wie Reifen, Benzin oder auch ein Preisgeld noch immer nicht final feststehen, es also immer noch nicht klar ist, ob es finanzielle Entlastungen geben wird.

Weiterer Punkt sind die Kalender: GT Masters und die SRO-Serien haben wie beschrieben Kollisionen vermieden, die gibt es dafür aber mit dem Kalender der DTM, so dass die Teams nur mit einem weiteren finanziellen Aufwand in mehreren Serien an den Start gehen können, wenn darunter auch die DTM sein soll.

Wie WRT zum Beispiel, das Team, das zwei Jahre lang als Privatteam in der DTM im Kampf gegen die Hersteller bestehen konnte. Teamchef Vincent Vosse wäre gerne wieder dabei, vor allem, weil WRT jahrelange Erfahrung in GT3-Serien vorzuweisen hat. Das neue GT3-Komnzept der DTM ist demnach maßgeschneidert für die Belgier. Vosse kann sein Team durch die Überschneidungen aber nicht ohne Mehrkosten auf mehrere Serien aufteilen.

«Wenn man ein entschlossenes Team zusammenstellen will - und das nicht gleichzeitig in mehreren Meisterschaften einsetzen kann -, dann wird es teuer», sagte Vosse motorsport.com: «Deswegen ist es schwierig. Ich weiß auch, wie schwierig es für Gerhard ist, einen Kalender zusammenzustellen. Ich kann das alles verstehen. Aber wenn man die Autos einsetzen will, dann braucht man ein Budget. Und derzeit bin ich nicht in der Lage, das zu stemmen.»

Zeit genug für für die Einschreibung ist allerdings noch. Die erste Frist lief bis zum 30. November, die zweite endet am 28. Februar 2021. Doch auch dabei geht es um Geld: Bis Ende Februar werden pro Auto 99.000 Euro fällig. Danach müssen 129.000 Euro gezahlt werden.


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