DTM «kein Selbstläufer»: Bergers Kampf um die Zukunft

Von Andreas Reiners
DTM
Gerhard Berger

Gerhard Berger

Die DTM geht 2021 in eine neue Ära, und die startet gemächlich, denn bislang haben sich erst vier Teams eingeschrieben. Trotzdem ist DTM-Chef Gerhard Berger optimistisch.

Erst vier Teams haben sich offiziell zur DTM bekannt: GruppeM Racing, 2 Seas Motorsport, Abt Sportsline und Jenson Team Rocket RJN wollen 2021 dabei sein.

Heißt auch: Bislang sind erst sechs Autos am Start, von drei verschiedenen Marken (Mercedes, McLaren und Audi). Seit rund zwei Monaten können sich Teams einschreiben. Trotzdem ist in Sachen DTM noch Zurückhaltung angesagt. Gleichzeitig kann dafür das ADAC GT Masters bereits 33 Autos von 20 Teams und insgesamt acht Marken vermelden.

Das Ziel bleibt

Auch wenn die Zwischenbilanz ernüchternd ausfällt - von seinem Ziel rückt DTM-Chef Gerhard Berger trotzdem nicht ab. «Mein großes Ziel sind 20 Fahrzeuge mit mindestens fünf Marken, starke Fahrer und ein Meisterschaftskampf bis zum letzten Rennen», sagte Berger in einem auf der DTM-Seite veröffentlichten Interview.

Näher geht Berger aber nicht auf das Thema ein, er wird allerdings auch nicht weiter nach dem Stand der Dinge bezüglich der Teams oder aber Reglements-Details gefragt. Das Ganze bleibt in erster Linie oberflächlich.

So sagt Berger, er habe nach der Präsentation der Zukunft der DTM-Plattform beim Saisonfinale in Hockenheim «viele positive Rückmeldungen erhalten. Denn der Kern, der Hardcore-Motorsport, ist nach wie vor in der DTM und in der DTM Trophy zuhause. Ich glaube auch, dass der Reglement-Wechsel, der eine große Markenvielfalt ermöglicht, bei den Fans für Begeisterung sorgen wird. Vierzylinder-, Sechszylinder- und Achtzylindermotoren, unterschiedlicher Sound, unterschiedliche Konzepte und vor allem unterschiedliche Marken: Das gibt den DTM-Fans viel mehr Möglichkeiten, ihr bevorzugtes Konzept, ihre Lieblings-Marke auszuwählen und sich damit zu identifizieren», sagte Berger.

Auf die Frage, um was sich in der ITR aktuell gekümmert werde, sagte er: «In erster Linie gilt es, ein hochkarätiges Starterfeld mit Top- Fahrern und entsprechenden Teams zusammen zu bekommen. Das ist in der aktuellen Pandemie-Situation kein Selbstläufer.»

Doch nicht nur die Pandemie bereitet vielen Teams Kopfzerbrechen, auch, dass noch einige Details wie Reifen, Benzin oder Preisgeld offen sind, lässt Teams offenbar zögern. Sie müssen das Budget als Privatteam selbst stemmen, und die Kosten für den Einsatz eines Autos liegen bei rund einer Million Euro.

Ein Beispiel: Bei Rutronik, dem Team um Sportdirektor Manuel Reuter, war die DTM ein Thema. «Das ist wie in der Wirtschaft, wenn sich ein neuer Markt auftut», sagte Teamchef Fabian Plentz den Badischen Neuesten Nachrichten. Das Problem: «Es gibt noch kein Reglement, vieles ist noch ungeklärt.» 

Das Duell der beiden GT3-Serien sieht Plentz zwiegespalten. «Der Trumpf der DTM ist aktuell lediglich die Marke selbst», so Plentz. Er weiß aber auch: «Eine Serie wird darunter leiden.» Rutronik gehört zu den 20 Teams, die für das GT Masters gemeldet haben.

Man arbeite aber hart daran – «auch an der BoP und was das Fahrerlager-Konzept betrifft. Auch hier gilt es, die richtigen Partner zu finden und bestehende Partnerschaften fortzusetzen. Natürlich hoffen wir, dass zum Zeitpunkt des geplanten Saisonstarts die Pandemie einigermaßen im Griff ist, so, dass wir möglichst auch wieder Zuschauer vor Ort haben können», so Berger.

Mehr Nachhaltigkeit

Zudem soll die DTM sukzessive zu mehr Nachhaltigkeit geführt werden. Ziel sei es, bis 2030 CO2-neutral zu werden, «und zwar nicht nur, was die Rennautos betrifft, sondern über die ganze Plattform hinweg - inklusive Partner, die dort vertreten sind», sagte Berger.

Auch die DTM Electric ist ist ein wichtiger Baustein, sie hatte bei den traditionellen Motorsport-Fans allerdings für Skepsis gesorgt. «Mit der DTM Electric und dem Demonstrationsfahrzeug, das wir zum Saisonfinale 2020 in Hockenheim vorgestellt haben, haben wir bei Unternehmen und Sponsoren große Aufmerksamkeit bekommen, auch deshalb, weil sich die Unternehmen transformieren müssen. Alle sind von den über 1.000 PS Leistung beeindruckt. Das ist sicherlich auch ein Weg, wie man Rennsportfans für Nachhaltigkeit begeistern kann. Aber die DTM Electric wird eine von fünf Säulen sein», so Berger.

Erstmals soll die «neue» DTM vom 28. bis 30. Mai 2021 in St. Petersburg an den Start gehen, wenn es denn die Entwicklung der Corona-Pandemie zulässt. Der neue Kalender sieht vier Renn-Wochenenden in Deutschland vor, dazu kommen neben Russland noch Monza (Italien), Zolder (Belgien), Assen (Niederlande) und der Red Bull Ring (Österreich).


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