24h Spa: Audi siegt mit Rast/Winkelhock/Vanthoor

Von Oliver Runschke
Blancpain Endurance Series
Audi siegt mit René Rast, Markus Winkelhock und Laurens Vanthoor zum dritten Mal bei den 24h von Spa nach einem packenden und bis zum Schluss währenden Duell mit einem MarcVDS-BMW Z4 GT3.

Audi hat mit René Rast, Markus Winkelhock, Laurens Vanthoor und dem belgischen WRT-Team von Vincent Vosse die 24h von Spa mit dem R8 LMS ultra gewonnen. Für Rast und Winkelhock ist es nach dem Sieg bei den 24h auf dem Nürburgring der zweite 24-Stunden-Sieg in fünf Wochen. Rast feiert nach 2012 seinen zweiten Sieg in Spa, Winkelhock und Vanthoor siegten erstmals in Belgien. Dirk Werner, Lucas Luhr und Markus Palttala belegten in einem packenden und nahezu über die gesamte Renndistanz währenden Duell im #77 MarcVDS-BMW Z4 GT3 nach 527 Runden den zweiten Platz vor Christopher Mies, Frank Stippler und James Nash in einem weiteren Audi R8 LMS ultra von WRT.

Packender Kampf bis zur Ziellinie

Audi dominierte die 24h von Spa, über weite Teile des Rennens lagen vier R8 LMS ultra in den Top-Fünf. Einzig der #77 MarcVDS-BMW Z4 GT3 (Luhr/Werner/Palttala) war in der Lage das Tempo der Audi zu gehen, in den Morgenstunden am Sonntag sah es sogar danach aus, als habe der deutlich effizientere Z4 GT3, der mit einem Tankstopp weniger über die Distanz kam als der Sieger-Audi, gute Siegchancen. Durch extrem starke Stints von René Rast drehte sich das Bild aber am Vormittag zugunsten von Audi, der #77 BMW litt zudem an Ausfall von ABS und Traktionskontrolle. Durch einen unterschiedlichen Boxenstopprhyhtmus wechselte die Führung zwischen Audi und BMW im Halb-Stunden-Takt und machte das Rennen spannend bis zur letzten Stunde: Erst 16 Minuten vor dem Ende überholte Rast Werner und siegte mit knappen 7,077 Sekunden Vorsprung.

Der Audi-Sieg war allerdings nicht frei von Kontroversen: Die R8 LMS durften zum grossen Unmut der Gegner nach einer kurzfristigen Änderung der Fahrzeugeinstufungen in der Rennwoche mit einem grösseren Luftmengenbegrenzer und zehn Kilogramm weniger Gewicht fahren, während nahezu alle anderen Hersteller vor den 24h Gewicht einladen mussten.

Audi schnell und ohne technische Probleme

Audi war nicht nur deutlich schneller als die Konkurrenz, die drei siegfähigen WRT-R8 und der R8 mit Sandström/Ortelli/Guilvert von Sainteloc hatten auch wenig bis keine Probleme: Einzig die dreifachen Le-Mans-Sieger André Lotterer, Marcel Fässler und Benoit Tréluyer (#2 WRT-Audi) hatten Pech. Auf Platz drei liegend musste Tréluyer den Audi nach einer von Mercedes-Pilot Mike Parisy verursachten Kollision am Vormittag an die Box steuern, der Wechsel von vorderer linker Radaufhängung und Splitter kostete zehn Runden und damit die Chance auf einen Top-Zehn-Platz.

Der #77 MarcVDS-BMW Z4 war im Rennen der einzige Audi-Gegner. Der zweite MarcVDS-Z4 GT3 von J. Müller/Maxime Martin/Augusto Farfus würde früh nach einem Auffahrunfall von Müller zurückgeworfen und schied in der Nacht nach einem Wildunfall aus: Müller erwischte einen Hasen, der dem Kühler des BMW den Garaus machte.

Vorjahressieger Mercedes chancenlos

Die Vorjahressieger von Mercedes waren nie in der Lage das hohe Tempo an der Spitze mitzugehen. Maximilian Buhk, Maximilian Götz und Jazeman Jafaar erlebten eine nahezu problemloses Rennen, mussten sich aber im #86 HTP-Mercedes SLS AMG GT3 mit Platz fünf zufrieden geben. Bernd Schneider, Nico Verdonck und Harold Primat landeten im #84 HTP-Mercedes nach einem technischen Problem in der Nacht und einem Reifenschaden auf Rang neun.

Auch die mit viel Vorschusslorbeer bedachten Bentley Continental GT3 spielten im Rennen keine Rolle. Die Bentley waren zwar schnell und weitestgehend zuverlässig, frühe unverschuldete Probleme nach einer durch Trümmereile beschädigten Bremsleitung bei der #7 und nach einem Kontakt bei der #8 warfen beide Continental GT3 bereits in den ersten beiden Rennstunden aussichtslos zurück.
Der McLaren von Von Ryan Racing schied nach einem Unfall aus, die beiden ART-McLaren schieden nach technischen Defekten aus.

Pro-Am-Sieg für Ferrari

Der Sieg in der Pro-Am-Klasse ging an den Ferrari 458 Italia GT3 von AF Corse mit Andrea Bertolini, Marco Cioci, Niek Hommerson und Louis Machiels, die sich gegen den Ecurie Ecosse-BMW Z4 GT3 mit Sims/McCaig/Smith/Bryant durchsetzten. Andrea Piccini, Craig Lowndes, Steve Wyatt und Michelo Rugolo landeten in einem weiteren AF Corse-Ferrari auf Rang drei.

Die ersten Rennstunden in Spa wurden von vier schweren Unfällen überschattet, die zwischen der zweiten und vierten Rennstunde für knapp zwei Stunden das Safety-Car auf die Bahn schickten. Nach dem schwersten Unfall, der sich kurz nach 21:00 Uhr zwischen zwei Ferrari 458 Italia ereignete, wurde das Rennen für 59 Minuten mit der roten Flagge unterbrochen. Bei dem Unfall zwischen den beiden Ferrari wurde der Brite Amateurfahrer Marcus Mahy schwer verletzte. Mahy erlitt einen Wirbelbruch und ins Krankenhaus nach Lüttich geflogen. Dort wird er in den kommenden Tagen operiert. Alle weiteren schweren Unfälle gingen glimpflich und ohne Personenschäden aus. Nach dem vielen Unfällen im ersten Rennviertel verlief die Nacht und der Sonntag ruhig.

Top-10 24h von Spa:

1. Vanthoor/Rast/Winkelhock (#1 WRT-Audi R8 LMS ultra)

2. Luhr/Werner/Palttala (#77 MarcVDS-BMW Z4 GT3)

3. Mies/Stippler/Nash (#3 WRT-Audi R8 LMS ultra)

4. Sandström/Ortelli/Guilvert (#26 Sainteloc-Audi R8 LMS ultra)

5. Buhk/Götz/Jafaar (#86 HTP-Mercedes SLS AMG GT3)
6. Bertolini/Cioci/Hommerson/Machiel (#53 AF Corse-Ferrari 458 Italia GT3) 1. Pro-Am
7. Sims/McCaig/Smith/Bryant (#79 Ecurie Ecosse-BMW Z4 GT3) 2. Pro-Am
8. A. Piccini/Lowndes/Wyatt/Rugolo (#52 AF Corse-Ferrari 458 Italia GT3) 3. Pro-Am
9. Schneider/Verdonck/Primat (#84 HTP-Mercedes SLS AMG GT3)
10. Turner/Osborne/Poole/Abra (#38 MP-Aston Martin Vantage GT3) 4. Pro-Am

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