Es geht weiter aufwärts

Kolumne von Eckart Rösinger
Euro-Cup
Eckart Rösinger und Bastian Born.

Eckart Rösinger und Bastian Born.

Unser Ziel am vergangenen Wochenende war der niederländische Meisterschaftslauf in Assen. Doch vor dem Rennen in Assen hatte der liebe Gott Fronleichnam gesetzt.

Diesen Feiertag haben Konni und ich im Holländischen Hindeloopen, ein malerischer Ort an der Küste des Ijsselmeeres, verbracht, so ganz ohne Rennerei. Von dort war die Anfahrt nach Assen nicht mehr weit, wo am Freitagabend Aufbau und Einrichten des «Camps» anstand.

Samstagmorgen ging es zur technischen Abnahme. Diesmal ohne Probleme bei der Phonprüfung, auch ein Novum in Assen. Im ersten Training haben wir das Set Up vom Rennen zuvor in Hengelo probiert, das sich dort so gut bewährt hat. Aber eben nur dort. Das Gespann ist wild mal übers Vorderrad, mal übers Hinterrad gerutscht. Also haben wir zwischen den zwei Zeittrainings die Assen Abstimmung eingestellt (das sind zwar nur wenige «Klicks» an den Stossdämpfern, aber entscheidende. Trotzdem waren wir froh, dass wir am Ende bei der Abstimmung angelangt sind, die wir uns auch schon früher erarbeitet hatten. Manche Fahrer spüren gar nichts von der Fahrwerksseite her. Bei uns ist das «Popometer» allerdings auf fein eingestellt. Immer wieder haben wir vergeblich versucht, unsere beste Rundenzeit unter 1.58 Minuten zu drücken. Diese, für uns so magische Marke, scheint einfach nicht fallen zu wollen, egal was wir versuchen. Vielleicht gehen wir da auch zu verbissen ran....Abends, nachdem die Arbeit am Gespann erledigt war, hat sich im Fahrerlager ein netter Kreis von Aktiven und Helfern gefunden. Man hat sich zusammengesetzt, nett unterhalten und Spass gehabt.

Im Warm up am Sonntagmorgen haben wir neue Bremsbeläge eingefahren, ganz nach Anweisung vom Spezialisten Mike Breitenbach der Firma Pagid. Schön war auch der Besuch unseres Freundes und Sponsor «Rasti» Rübel und seiner Ehefrau. Er ist unter Anderem auch für unser adrettes Auftreten im Fahrerlager und auf der Autobahn (Anhängerdesign und Ausführung) verantwortlich. Das Rennen am Sonntagnachmittag wurde erst gegen 17.00 Uhr gestartet. So hatten wir genug Zeit, um schon das Meiste des Equipments zu verladen. Unser Startplatz als Trainingszehnter war in der vierten Reihe innen. Nach der Aufwärmrunde haben wir uns ganz dicht an die Mauer gestellt, um nicht wieder hinter einen «Schlechtstarter» hängen zu bleiben, so wie es uns in Hengelo ergangen ist. Der Start war gut, in der ersten Kurve herrschte allerdings ein sehr wildes Gedränge, aus dem wir uns bewusst rausgehalten haben. Wir greifen erfahrungsgemäss erst in der zweiten oder dritten Kurve an. Viele meinen da wäre der Start schon gewonnen, die Überraschung ist dann umso grösser.

Die Positionen, die wir am Start eingebüssten, konnten wir in der ersten Runde wieder gut machen. Dabei waren ein paar tolle Überholmanöver, aussen vorbei an den Gegnern etc... Bei der ersten Zieldurchfahrt hat unsere Boxencrew Position 11 verbuchen können. Schnell konnten wir uns absetzten, hatten dabei aber immer den Kampf mit unserem Freund Alfons Steffes/Knut Wassiak zu bestehen. Sie haben uns auf den geraden Passagen mit ihrem 1000ccm-Gespann viele Meter abgenommen, die wir uns in den schnellen Kurven wieder zurückerobern konnten. Mittlerweile hatte sich an der Boxenmauer eine kleine Fangemeinde gefunden, die uns kräftig angefeuert haben, war wohl unser Zweikampf das Salz in diese Rennsuppe. Zur Mitte des 12-Runden-Rennens konnten wir Steffes/Wasiak beim Anbremsen überholen und diese Position auch eine Runde halten. Der Jubel bei der Durchfahrt bei Start und Ziel war gross, sagte man uns später. Allerdings hat das F1-Gespann seinen Geschwindigkeitsüberschuss auf der Geraden gnadenlos genutzt. Einmal konnten wir den Angriff noch abwehren, dann hatten wir den ca. 65 Mehr PS des Gegners nichts mehr entgegenzusetzen.

Für die letzte Runde haben noch mal die Messer gewetzt, da wir beiden Konkurrenten auf ein weiteres Gespann aufgelaufen sind. Bei denen war wohl die Kondition zu Ende. In dieser letzten Runde haben wir unsere persönlich schnellste Rennrunde gefahren. Die Rundenzeit lag endlich unter der für uns so wichtigen 1.58er-Marke, die wir schon seit einem Jahr versuchen zu knacken. Das hat uns, trotz verlorenem Zweikampf, doch sehr versöhnlich gestimmt. Am Ende belegten wir in diesem mit Gaststartern aus ganz Europa stark besetzten Rennen Platz Zehn. Wir waren erneut das eindeutig schnellste F2-Gespann des Feldes. Schön war auch, dass wir während des ganzen Rennens sehr rund gefahren sind. Ausserdem hatten wir absolut keinen Patzer oder Verbremser drin. Es geht weiter aufwärts.

Das nächste Rennen unseres Teams geht in drei Wochen in Oschersleben über die Bühne. Dies ist ebenfalls ein Lauf zur Niederländischen Meisterschaft. Es wird unsere Generalprobe für den zwei Wochen später startenden Sidecar Eurocup sein. Dort gilt es für uns den F2-Titel des Vorjahres zu verteidigen.

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